Six Hours in Spa, 2017

berichtet von Jochen Extra

Etwas überrascht stellte ich bei der diesjährigen Teilnahme an den Six Hours fest, dass ich ein kleines Jubiläum feiern konnte. Ein viertel Jahrhundert Spa. Was für eine Zeit. Meine Kinder sind in Spa groß geworden, Triumph und Niederlage lagen oft nah beieinander. Große oder kleine Freitagsgrillgelage, sintflutartige Regenfälle, eiskalte Nächte im Transporter, aber immer gute Stimmung, sympathische Teilnehmer und ein großartiges Starterfeld.

Dieses Jahr ging es ohne meine Jungs hin, da sie zurzeit mehr mit dem Studium als mit Autorennen beschäftigt sind. Unser traditionelles Freitagsgrillen fand diesmal also in kleiner Runde mit Kiran, einem Mitarbeiter statt.

Hilfestellung leisteten wir dem Rothenberger-Team, Gaeton startete wie gewohnt im 6-Stunden Hauptrennen mit dem Shelby GT 3500.

Der Gang durchs Fahrerlager zeigte wie gewohnt Hochkarätiges. Alleine 35 (!) Renn-E-Types und 14 GT40 sprechen für sich. Etwas nachdenklich stimmt allerdings die Tatsache, dass sich mittlerweile jeder mit dem nötigen Budget ein niegelnagelneues siegfähiges Gefährt kaufen kann, das aber auf keiner historischen Basis mehr beruht. Sei es drum, tolle Autos allemal. Selbst Jaguar-Classic springt auf den E-Type-Hype auf und präsentierte sich im Fahrerlager mit ihrem Reborn-Programm.

Trotz schlechter Wettervorhersage blieb es überwiegend trocken. Das 6-Hours-Race sorgte mit den üblichen Dramen und Kaltverformungen für einen spannenden Rennverlauf.

Am Sonntagmorgen dann großes Reinemachen und ab nach Hause. Wie immer eine Wahnsinns Veranstaltung mit potenziellem Suchtfaktor.

Mille Fiori 2017 vom 30.08.bis 02.09.17

berichtet von Jochen Extra

Die Mille, wie die Mille Fiori mittlerweile liebevoll von den Teilnehmern genannt wird, startete wie gewohnt auf der Insel Mainau, um sich dann Richtung Süden zu bewegen.

Die erste Etappe führte vom Bodensee über den Flüelpass (2338m) und den Ofenpass (2099m) ins Vinschgau. Am nächsten Tag standen der Penser Jochpass (2215m) und der Jaufenpass (2099m) auf dem Programm. Innsbruck war Ziel der dritten Etappe, um dann am vierten Tag auf der Insel Mainau die Rallye zu beenden.

Die diesjährige Mille hatte einiges zu bieten, von traumhaften Strecken über gewohnt außergewöhnliche Hotels bis hin zu extremen Wetterverhältnissen. Waren die ersten zwei Tage noch hochsommerlich mit Temperaturen um 30 Grad, bot der dritte Tag sintflutartige Regenschauer und der vierte Tag sogar Schneetreiben. Nichtdestotrotz waren alle Teilnehmer voll des Lobes über die Mille 2017.

Für das Extramobile- Racing Team waren gleich 4 Autos am Start:

  • Team Becker mit Ihrem weißen Jaguar E V12
  • Team Detzel im schwarzen Jaguar E V12
  • Team Benzinger mit drei Generationen in 2 Autos, Jaguar E 4,2 und Austin Healey 3000.

Team Becker wurde kurzzeitig durch einen Plattfuß gestoppt, was aber der Fahrt aufs Siegerpodest zum 3. Gesamtrang nichts anhaben konnte. Beim Team Detzel verabschiedete sich der Tacho, was zum erhöhten Arbeitspensum des Beifahrers führte.

Trotz Wetterkapriolen gelobten fast alle Teilnehmer, nächstes Jahr wieder dabei zu sein.

 

 

Austin Healey – 40 Jahre Club-Jubiläum

berichtet von Jochen Extra

1977 gründeten ein paar Healey-Fahrer in Karlsruhe den Austin Healey Club Germany. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde aus dem losen Zusammenschluss ein sehr aktiver Oldtimerclub mit einer vereinsmäßigen Infrastruktur, regionalen Stammtischen und einer großartigen Clubzeitung.

2017 stand nun das 40. Gründungs-Jubiläum an und das wurde mit einem Treffen vom 28. bis 30.07.17 gebührend gefeiert. 65 Healey-Teams hatten sich angemeldet. Da ich auch schon Jahrzehnte Mitglied im Club bin, war klar, da müssen wir hin. Bernds Healey scharrte schon seit geraumer Zeit mit den Hufen und so fuhren Iris und ich mit dem 3000 MK III nach Hösbach (Nähe Aschaffenburg) wo die Truppe ein ganzes Hotel beschlagnahmt hatte. Unterwegs klinkte sich noch Volker Erdle mit seiner Frau Andrea und ihrem 100/4 ein. Volker ist ja auch ein Urgestein der Healey-Szene, mit dem ich schon manche Rennschlachten geschlagen habe.

Freitagabend kamen wir im Spessart mit kurzem Einchecken an. Dann ging es auch schon zum Come-Together Aperitif und Wiedersehen mit vielen Freunden, Kunden und Bekannten. Es wurde ein langer Abend.

Am Samstag folgte eine kleine Ausfahrt durch den Spessart. Unser Healey genoss den Auslauf und zeigte, was ein Race-Healey so kann. Abends gab es dann ein großes Dinner mit einer guten Live-Band, vielen Reden, Schwelgen in alten Erinnerungen und Pläneschmieden für kommende Ereignisse (Euro-Healey Treffen mit ca. 450 Healeys 2018!).

Am Sonntag traten wir nach einem ausgiebigen Frühstück die Heimreise an. Eine gelungene Veranstaltung.

5. Tiefenbronn Classic, 23.Juli 2017

berichtet von Jochen Extra

Am Sonntag den 23. Juli 2017 fand nach dreijähriger Pause die 5. Tiefenbronn Classic statt.

Über 150 Oldtimer starteten in Tiefenbronn, um dann eine ca. 150 km lange Schleife durch den Nordschwarzwald mit Ziel in Bad Herrenalb zu drehen.

Familie Kurz war gleich mit drei Autos am Start: Einem Alfa Romeo Montreal, einem MG Midget und einem Fiat 500 Gamine Vignale.

Selbst mein langjähriger Rallyepartner Herrmann wurde untreu und ging mit seiner Frau und seinem 300 SL an den Start.

Alle hatten ihren Spaß und kamen sicher ins Ziel.

Heidelberg Historic 2017

berichtet von Jochen Extra

In guter Tradition starteten Hermann, die dicke Berta (unser Einsatzwagen, ein 300 SL Roadster) und ich wie jedes Jahr in Sinsheim zur diesjährigen HH. Zur Verstärkung im Team waren die Wiederholungstäter Team Arheidt im von uns gewarteten Austin Healey und das Einsteigerteam Roth im ebenfalls von uns vorbereiteten Triumph TR6.

Der Donnerstagabend begann mit Treffen und großem Hallo mit vielen Bekannten zur Papier- und Technischen Abnahme. Am Freitag und Samstag folgten die gewohnten Rallyerunden mit verschiedenen Sonderprüfungen, unter anderem auf der F1 Rennstrecke in Hockenheim. Abends fand ebenfalls wie gewohnt die Rallyeparty mit kubanischen Zigarren und reichlich Wodka statt.

Wie immer ist die HH eine ausgewogene und bestens organisierte Rallye, die einen hohen Suchtfaktor bietet, wie das Team Roth bezeugen kann, das sich sofort für nächstes Jahr wieder angemeldet haben.

Baltic-Sea-Circle 2017

berichtet von Jochen Extra

Im Frühjahr erreichte mich die Anfrage, ob ich eventuell Interesse hätte die Baltic-Sea-Circle Rallye mitzufahren.
Die Rahmenbedingungen hörten sich ganz interessant an:

  • Die Autos älter als 20 Jahre
  • 7500 km Rallyestrecke
  • 10 Länder
  • Keine Autobahnen
  • Kein GPS
  • 16 Tage

In meinem jugendlichen Leichtsinn sagte ich zu und schon ging es los. Einsatzwagen war ein Audi 80, mit 25 Jahren und 350 000 Km gerade gut eingefahren. Für Russland musste im Vorfeld ein Visa beantragt werden.

Am 16.6 ging es nach Hamburg, wo Start und Ziel war. In Hamburg Übernachtung im Hotel Altona. Hotel und Besitzerin strahlten noch den Charme der 70er aus. Am nächsten Morgen Treffen aller 250 (!) teilnehmenden Teams am Fischmarkt. Großes Hallo und erstes Kennenlernen. Überwiegend sah man jüngere Teilnehmer mit reichlich Tatoos. Um 14 Uhr war Start des gesamten Feldes, und dann ging es richtig los. Von Hamburg nach Dänemark, dann quer durch Südschweden nach Malmö ins Wikingerland. Von dort führte die nächste Etappe nach Mittelschweden und weiter nach Norden.

Während daheim alle unter einer Hitzewelle litten, fuhren wir nach Norwegen und überquerten den Polarkreis bei 4 Grad und Schneefelder am Straßenrand. Quer durch Norwegen rauf und mit der Fähre auf die Lofoten übergesetzt. An einem wilden Strand war der erste Sammelpunkt aller Teilnehmer zur Sonnwendfeier. Tolles Bild: Alle Autos, Zelte, Fahnen und ein riesiges Lagerfeuer. Die Lofoten wurden durchquert und es ging weiter rauf zum Nordkapp. Nach dem obligatorischen Foto am nördlichsten Wendepunkt fuhren wir Richtung Russland. Übernachtung kurz vor Kirgenses, um am nächsten Morgen die Grenze zu überschreiten.

Der Grenzübergang war streng korrekt und für uns ohne Probleme. Manche Teams hatten allerdings die strengen Einfuhrbestimmungen unterschätzt und leider erheblichen Ärger. Wir fuhren weiter bis nach Murmansk, dem nördlichsten eisfreien Hafen. Hier rottet die ausgemusterte russische Atom-U-Boot Flotte vor sich hin. Weite Teile sind Sperrgebiet und nicht zu befahren. Murmansk ist ein gutes Beispiel für den real existierenden Sozialismus: Alles verrottet, alles trist und abgewirtschaftet, aber mit überaus freundlichen Leuten. Im Hafen liegt die LENIN, der erste atomgetriebene Eisbrecher der Welt. Mittlerweile stillgelegt und teilweise als Museum zugänglich. Wir konnten eine höchst interessante Führung mitmachen, wenn auch leider nur in russischer Sprache.

Von Murmansk führte die Strecke nach St.Petersburg: 1400 km auf einer Bundesstraße nur durch endlose Wälder. Weiter ging es Richtung Grenze zu Estland. Grenzübergang wieder langwierig und streng korrekt und dann hatten wir Russland hinter uns.

In Estland traf sich das gesamte Feld wieder, auch die Teilnehmer, die nicht durch Russland sondern durch Finnland nach Estland gefahren waren. Die nächste große Party gab es hier in einem ehemaligen Kolchosenkomplex, der jetzt als Eventlocation dient. Mittlerweile merkte man einigen Teams doch die ersten Verschleißspuren an Mensch und Maschine an. Unser Audi dagegen lief wie geschmiert ohne jedes Problem, daher hielt sich unser Stress in Grenzen. Von Estland aus fuhren wir nach Lettland, über die Grenze nach Litauen bis nach Polen. Von dort hoch nach Danzig und dann ab nach Hamburg.

Nach 16 Tagen erreichte das Feld mit nur einem Totalausfall wieder den Fischereihafen in Hamburg. Großer Empfang, super Stimmung und dann stieg abends noch in einer Brauereigaststätte die Abschlussveranstaltung. Es gab tatsächlich offizielle Platzierungen, was aber keinen so richtig ernsthaft interessierte. Gewinner war jeder, der es geschafft hatte anzukommen. Und die eigentlichen Sieger waren die Hilfsprojekte, die durch Spenden, die die Teilnehmer im Vorfeld oder während der Rallye sammelten, unterstützt wurden. Sagenhafte 450 000 Euro wurden auf diese Weise an die Charity-Partner verteilt.

Am nächsten Tag ging es für uns gen Süden nach Hause um wieder ins normale Leben einzutauchen.

Rückblickend eine tolle Veranstaltung mit einem hohen Abenteueranteil. Allerdings war es wohl auch eher eine typische Männergeschichte (460 Männer zu 68 Frauen): Manche Teams legten den Schwerpunkt ganz klar auf Autofahren, Grillen und Biertrinken.

Baltic Sea Circle 2017 – Preview

berichtet von Kathrin

Zugegeben: Jeder hat andere Vorstellungen von seinem Urlaub, und die Mitternachtssonne am Polarkreis zieht bestimmt viele in ihren Bann. Aber 16 Tage, 7.500 km, von Hamburg zum Nordkap, über Russland und das Baltikum zurück nach Hamburg, keine Autobahn, kein GPS, das Auto älter als 20 Jahre und möglichst nicht teuer als 2.500 Euro? Ist das noch Urlaub? Für diese Reize muss man erst mal offen sein. Am Freitag, den 16. Juni ging es für Jochen Extra nach Hamburg zum Start der Rallye „Baltic Sea Circle“. Zusammen mit seinem Team-Kollegen Lothar starteten sie am Samstag auf einem Audi und sind nun schon irgendwo mitten in Skandinavien.

Wer will, kann das Team Riesling mit der Startnummer 244 auf Facebook verfolgen … oder mal auf der Webseite des Veranstalters vorbeischauen: Baltic Sea Circle. Hier werden viele Teams live getracked.

Die ersten Bilder sehen schon mal vielversprechend aus … wir drücken die Daumen, dass das Auto hält und wünschen viel Spaß im Urlaub.

The Next Generation

berichtet von Jochen Extra

Klaus-Peter Mutschler, mit dem ich jahrelang im historischen Langstreckenpokal unterwegs war, hat neben einer Reihe schöner Autos auch noch zwei schöne Töchter. Die zeigten nun ihrem Vater was Frauen-Power bedeutet und starteten eine Autotour durch England: Mit einem potenten MGB GT V8 aus Papas Stall, auf den Spuren der berühmt berüchtigten LE-JOG-Rallye (die der Schreiber dieser Zeilen in schaurig-schöner Erinnerung hat).

Tiziana und Fabiene fuhren von Stuttgart bis Lands End, dem südlichsten Punkt Englands, von dort nach John O’Groates, dem nördlichsten Punkt Schottlands und wieder zurück. Mehrere tausend Kilometer in nicht ganz rallyemäßigem Tempo. Durch diese Aktion und die Bekanntschaft mit zwei englischen Jungs wurden die Beiden dermaßen mit dem Oldtimervirus infiziert, dass im Moment ein 1969er Austin Ulster für Bergrennen und ein 1928er Austin Chummy für Trials hergerichtet werden. Das zeigt, das auch die nächste Generation Biss hat und wir uns sicher sein können, das unsere Autos auch dann noch artgerecht bewegt werden, wenn wir vom Sportwagen in den Rollator wechseln.

Gruß an die Damen

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Concours Classic Gala in Schwetzingen 2016

berichtet von Jochen Extra

Vom 1. bis 3. September fand der Classic Concours in Schwetzingen statt.

Klaus-Peter Mutschler und seine Frau Helga nahmen mit einem Alvis daran teil. Dieser Alvis wurde von Klaus-Peter und mir vor Jahren in England bei der Fa. RED-TRIANGLE besichtigt und gekauft. Er ist relativ original und einer der wenigen die nicht irgendwelchen Special-Umbauten zum Opfer fielen. RED-TRIANGLE ist übrigens eine interessante Firma, hat sie doch nach Einstellung der Autoproduktion bei Alvis den kompletten Bestand an Unterlagen, Werkzeugen und Ersatzteilen samt Stechuhr und Fabrikuhr übernommen.

Klaus-Peters Alvis durchlief mittlerweile eine größere Restauration und befindet jetzt in einem sehr schönen Zustand, was die Juroren veranlasste ihn zum „Best British Car“ zu wählen.

Glückwunsch vom Extra-Mobile Team.

Veranstaltungstipps

berichtet von Jochen Extra

Da mein Motorsport-Veranstaltungsprogramm dieses Jahr aus verschiedenen Gründen etwas dünn gesät war, besuchte ich zwei Veranstaltungen, die nur am Rande etwas mit Oldtimern und Jaguar zu tun hatten. Beide waren aber ganz tolle Veranstaltungen, was wiederum zeigt, dass es nicht schadet, wenn man mal über den Tellerrand hinausschaut.

TIPP No. 1: Pedal to the Metall

Die erste Veranstaltung, die NITRO-OLYMPIX, fand auf dem Hockenreimring vom 19. bis 21. August statt. Da ich schon seit einiger Zeit mit einem Auge auf die HOT-ROD Scene schiele, standen die Dragster schon einige Zeit auf meinem Plan. Und es war wirklich sehenswert. Wenn die Oldtimerszene schon etwas eigen ist, die HOT-ROD Szene ist vollkommen abgedreht. Hier geht’s nicht um Spaltmaße, um funkelnden Lack oder Originalität, hier geht’s nur um originelles und Full-Metall-Jacket. Alles, was Leistung bringt, wird irgendwie verbaut und gefahren. Es geht nur darum, wer am schnellsten die viertel Meile (402 m) zurücklegt. Die Schnellsten in ca. 3,5 Sek. (!!) und sie werden dabei über 400 km/h schnell. Die Strecke wird für bessere Traktion mit Sprühkleber (!) imprägniert.

Der Gang durchs Fahrerlager war sehr beeindruckend. Z.B. ein Jaguar XK8 mit ca. 1500 PS. Statt des Jaguar-V8 wird natürlich ein gewaltiger Ami-V8 verbaut. Obendrauf kommt ein noch gewaltigerer Verdichter, der mit astronomischen Drehzahlen läuft und mit massiven Stahlseilen an den Motor gekettet ist, damit er sich nicht selbstständig macht. Fahrwerk, Achsen und Bremsen werden mächtig verstärkt und ans Ende kommt ein Bremsfallschirm, mit dem man auch einen Starfighter verzögern könnte.

Oder ein Citroën 11CV, der die Bedeutung Gangsterlimousine ins rechte Licht rückt. 1800 PS mit Lachgaseinspritzung. Da hätten die Flics das nachsehen.

Oder die Top-Full-Dragster mit 4500 PS und einem Verbrauch von 60 Litern auf 400 Metern.

Oder die Monstermotorräder mit 1000 PS und und und.

Auch die Szene ist sehr sympathisch, stark schwarz gewandet, stark tätowiert, aber offen und mitteilsam. Das ist das, was mich am meisten begeistert hat. Die Jungs und Mädels sind jung, wild, hungrig, technikbesessen und leben ihren Stil. So wie die Jaguar-Szene vor langer Zeit auch mal war. Nächstes Jahr ist diese Veranstaltung fest eingeplant.

 

TIPP No. 2: Airborne

Vom 9. bis 11. September fand auf der Hahnweide bei Kirchheim/Teck eins der größten Oldtimer Fliegertreffen in Europa statt. Mit einer Gruppe Jaguar-Fahrer aus der Sektion Stuttgart und aus dem Raum Mannheim besuchten wir diese Veranstaltung. Bei sensationellem Hochsommerwetter gaben sich über 300 Oldtimerflugzeuge die Ehre. Das Aufgebot war erstaunlich. Es wurden Rundflüge mit der JU 52 und mit zwei Antonovs AN2 ( der größte gebaute Doppeldecker) angeboten, insgesamt waren ca. 80 Doppeldecker vor Ort. Eine große Armada an Segelflugzeugen boten teilweise beeindruckende Kunstflugshows. Und natürlich besonders für mich interessant die War-Bird-Szene mit Mustang, Spitfire, Curtiss P40, Hurricane und verschiedenen Jaks aus russischer Fertigung. Einer der Höhepunkte war die Messerschmitt Me262, die eigens von ihrem Stützpunkt in Manching einflog und eine sehenswerte Flugshow ablieferte.

Das ganze Wochenende waren ca. 1500 Flugbewegungen zu koordinieren, eine Meisterleistung der Fluglotsen. Für Aufsehen sorgte auch eine akrobatische Kunstflugvorführung einer EXTRA 330, eines Flugzeugtypes das jahrzehntelang die Kunstflugszene beherrschte und von einem Verwandten von mir gebaut wird. Walter Extra ist ein bekannter Name in Fliegerkreisen. Die EXTRA 330 ist für Belastungen von negativ 10 G ausgelegt, was eigentlich schon über die menschliche Belastbarkeit hinausgeht. Aber das befähigt sie, wirklich atemberaubende Manöver zu fliegen. Mit einer gesunden Gesichtsbräune machte sich am Abend die Jaguar-Truppe wieder auf den Heimweg.

Vielen Dank an R. Bohrmann für die Fotos.