Der Schöne und das Biest

berichtet von Jochen Extra, fotografiert von Joachim Wohlfahrt  

Am Rande der diesjährigen Classic-Days auf Schloss Dyck fand ein interessantes Treffen statt. In der Startaufstellung trafen sich zwei frühe XJ mit guter Geschichte.

Der Schöne war ein früher XJ 4,2 S1 von Joachim Wohlfahrt, der seit Anfang der 70er Jahre automobiles Familienmitglied ist und 1981 stillgelegt wurde. 2014 wurde er nach einem 33 jährigen Dornröschenschlaf durch uns wiedererweckt. Er hat die lange Standzeit ohne größere Schäden an der Substanz überstanden und präsentiert sich in einem außergewöhnlich guten Originalzustand mit geringer Laufleistung.

Das Biest war ein XJC, mit dem Jaguar (unter British Leyland) versuchte wieder in den Rennsport einzusteigen. Von der Firma Broadspeed aufgebaut, sorgte er in der Tourenwagenszene für Aufsehen wegen seines martialischen Auftretens, aber leider auch durch etliche technische Ausfälle. Jaguar sah sich dadurch gezwungen das Projekt nach einer Saison zu stoppen. Erst unter der Regie von Tom Walkinshaw und dem XJS gelang Jaguar der erfolgreiche Wiedereinstieg in den Motorsport.

Wie Geschichte so will: alles wiederholt sich. Und so fiel leider auch schon nach kurzer Zeit der Broadspeed-XJC mit Motorproblemen aus.

Le Mans Classic 2018

berichtet von Jochen Extra

Das Team Alvis
Mark Hayward – Driver
Klaus-Peter Mutschler – Driver
Jochen Extra – Mechanic

Die Geschichte

1927 lieferte Alvis eine echte technische Innovation ab. Für den sportlichen Einsatz entwickelten die Ingenieure ein leichtes Sportfahrwerk mit einem 1500ccm Motor mit obenliegender Nockenwelle, Supercharger und Vorderradantrieb. 1928 starteten zwei Werkswagen mit den Startnummern 26 und 27 bei den 24-Stunden von Le Mans. Nummer 26 gewann die 1500 ccm Klasse und erreichte als Gesamtsechster das Ziel. Ein großer Erfolg für Alvis.

Zeitsprung 90 Jahre später

Das Team Hayward/Mutschler wollten zum 90 jährigen Jubiläum wieder einen Alvis FWD in Le Mans an den Start bringen. Dieses Auto wurde in den 70ern genau nach Werksausführung aufgebaut. Als Teammechaniker verpflichteten die Beiden mich, da ich mit Klaus-Peter schon mehrere Rennschlachten geschlagen habe. Schauplatz des Jubiläums war die Veranstaltung Le Mans Classic 2018, ein außergewöhnlicher Event, der alle zwei Jahre im Anschluss an das aktuelle 24-Stunden Rennen stattfindet. Allerdings mit historischen Le Mans Rennautos. Die Veranstaltung ist echt der Kracher: Über 500 Rennautos, Sonderläufe von Porsche, Jaguar und der unglaublichen Gruppe C, Clubtreffen mit tausenden von Autos.

Die Trainingsläufe

Eintreffen des Teams mit Equipment, Freunden und Helfern war am Mittwoch. Teamcenter war der Camping-Ground der Teilnehmer, der Alvis wurde im Fahrerlager geparkt. Am Donnerstag dann Papierabnahme, technische Abnahme und ein erster Gang durchs Areal. Am Freitag standen dann die ersten Trainingsläufe an. Nach der ersten Trainingseinheit kam etwas Ernüchterung auf. Der Alvis hatte auf den langen Geraden mit Aussetzern und fehlender Leistung zu kämpfen. Wir kontrollierten das gesamte Benzinsystem, überprüften die Vergaser-Einstellung und wechselten die Zündkerzen. Einen richtigen Fehler fanden wir nicht, was uns das Nachttraining bestätigte. Gleiche Probleme.

Das Rennen

Das Rennen selbst war in drei einstündige Stints unterteilt. Nachdem im ersten Stint keine Besserung eingetreten war, erneuerte ich auf Verdacht den kompletten Zündmagneten. Freudige Überraschung im zweiten Stint in der Nacht, Fehler gefunden, der Alvis lief einwandfrei. Am Sonntagmorgen dann der dritte Stint, der wieder ohne Probleme ablief. Allerdings konnten wir platzierungsmäßig gegen die Rudel von Lagondas, Bentleys, Bugattis und BMW 328 nichts ausrichten. Aber das Team war happy, Ziel erreicht, Alvis back on the line.

Sehr angenehm war der Team-Spirit, mit harter Arbeit, abendlichem Barbecue und jeder Menge geistiger Getränke. Ebenfalls die Erkenntnis, das am Alvis noch Potenzial für Verbesserungen ist.

Am Sonntag dann Ausklingen der Veranstaltung, Abschluss-Barbecue mit Champagner-Toasts und dem Versprechen sich wieder irgendwo auf einer Rennstrecke zu treffen.

Ein außergewöhnliches Erlebnis fand sein Ende, Thanks to the Team.

Auch die Marke Jaguar war stark vertreten. Neben dem Jaguar Sonderlauf mit fast 80 Rennkatzen, waren verschiedene C und D-Types am Start. Für mich faszinierend war der Auftritt von 4 Silk-Cut Jaguars im Gruppe C Sonderlauf. Jaguar selbst stellte wie üblich sein Reborn Programm vor, sowie den vollelektrischen F-Pace.

Kitzbüheler Alpenrallye 2018

berichtet von Jochen Extra

Spiel, Satz und Sieg! Vom 07.06. bis 09.06. fand die diesjährige Kitzbüheler Alpenrallye statt. Die Strecke führte rund um Kitzbühel über die schönsten Alpenpässe. Am Start war auch das Extra-Mobile-Racing-Team mit Knut Henneke, Beifahrer Patrick Weber und dem altbewährtem TR4. Zwei Tage Kampf gegen die Uhr inmitten eines atemberaubenden Panoramas.

Letztendlich war aber gegen das Trio aus ehrgeizigem Fahrer, gutem Beifahrer und perfekt vorbereitetem Triumph TR4 kein Kraut gewachsen. Klassen- und Gesamtsieg in der Sportwertung, Sieg in der Bergwertung und Sieg in der Mannschaftswertung. Glückwunsch von der Teamzentrale!

Alpine-Treffen im Holzbachtal

berichtet von Jochen Extra, Film von Erik Schrader

Am 1. Mai fand ein etwas außergewöhnliches Treffen in unseren Hallen statt. Über Kontakte von Margit und Rainer Bode, uns eher durch ihren Jaguar XK 150 verbunden, aber auch seit einiger Zeit stolze Besitzer einer roten Alpine A110, gaben sich fast zwanzig Alpine und Gordinis ein bei uns Stelldichein.

Für mich lag der Brückenschlag von den Engländern zu den Franzosen weit in der Vergangenheit, hatte ich doch in unserer Anfangszeit auch schon einmal eine A110 in der Mache. Eine andere Gemeinsamkeit ist die unvergessene Pat Moss, eine der größten Rallye-Fahrerinnen, die in ihrer Glanzzeit eine der größten und erfolgreichsten Schweinetreiberin (Austin Healey – the Pig) war und gegen Ende ihrer aktiven Laufbahn auch eine rote Alpine A110 bei der Rallye Monte-Carlo fuhr.

Nach einer kleinen Werkstattführung und vielen Gesprächen über Motorsport ging es zu einem Mittagessen mit anschließendem Besuch des Automuseum Marxzell. Nach einem kurzweiligen Tag zerstreute sich die im wahrsten Sinne des Wortes kunterbunte Truppe wieder.

5th European Healey Meeting Black Forest 2018

berichtet von Jochen Extra

Letztes Jahr bei der Club-Jubiläumsfeier fragte mich der Healey Club Präsident Erich Leuschel, ob ich Interesse hätte, den technischen Service für das geplante Europa-Treffen zu übernehmen. Nach kurzer Überlegung sagte ich meine Hilfe zu. Es bedeutete zwar eine Woche Ausfall in unserer Werkstatt, aber man lebt nur einmal und manche Gelegenheiten muss man einfach wahrnehmen. Im Frühjahr nahm alles langsam Gestalt an. Ein großzügiges Servicezelt wurde organisiert, das Platz für zwei Autos und unser Werkzeug bot.

Am Sonntag den 10 Juni ging es dann los Richtung Rust zum Europapark, wo das ganze Meeting stattfand. Unterwegs machten wir noch einen kleinen Stopp bei Volker Erdle, um seinen Jaguar abzuliefern, der bei uns eine kleine Frischzellenkur erfahren hatte. In Rust angekommen, machten wir uns auf die Suche nach unserem Zelt, das auf einem Betriebsparkplatz beim Hotel aufgebaut war. Wir, das waren mein Sohn Nick, der mich bei diesem Event tatkräftig unterstützte und ich. Schnell wurde das Zelt eingeräumt und dann ging es in die Hotellobby, wo bereits hektisches Treiben herrschte. 186 Teams aus ganz Europa, Australien, Japan, Neuseeland, USA waren vertreten.

Bei uns kam sogleich Hektik auf, da die ersten Teams bereits Probleme hatten. Ein Plattfuß musste versorgt und eine neue Batterie besorgt werden. Und so ging es die nächsten Tage ununterbrochen weiter. Plattfüße, undichte Dichtungen, verschlissene Zündungsteile, massiver Ölverlust, gebrochene Bremsleitungen, abgerissene Auspuffhalterungen, Elektrikprobleme usw.

Fast allen konnten wir helfen, einigen konnten wir sogar die Rückfahrt auf Achse ermöglichen. Es gab nur zwei Autos, denen wir nicht helfen konnten: Ein Rahmenbruch an einem 3000er und eine zertrümmerte Aluölwanne an einem Race Healey.

Harte und hektische Arbeit, da teilweise unser Zelt belegt war und die Autos vor und neben dem Zelt parkten. Aber trotz allem unheimlich toll. Wir hatten in weiser Vorrausicht einen Kühlschrank mit einem gewissen Biervorrat dabei, was bei den Teams sehr wohlwollend registriert wurde. Man sah uns beim Schrauben zu, machte kleine Handreichungen, gab mehr oder weniger gute Ratschläge und genoss ein kühles Schwarzwälder Tannenzäpfle. Was zur Folge hatte, das unser Bierkonsum beängstigend Ausmaße annahm.

Es waren unbeschreiblich tolle Teilnehmer. Mr. Hayashi und Mr. Takemori aus Japan, die unsere Dienste nur zögerlich in Anspruch nahmen und dann aber sowas von herzlich waren. Alle Leute, denen wir tagsüber halfen, versuchten uns abends an der Bar zu töten.

Mehrfach mussten wir ausrücken, um mit unserem Trailer liegengebliebene Fahrzeuge zu bergen. Ebenfalls Dank an Erich Leuschel und Volker Erdle, die sich für unsere Nachtruhe einsetzten. Und was für Autos: Rennfrösche, Race-Healeys, 100M, 100S, abenteuerlich umgebaute V8-Monster und natürlich jede Menge ganz normaler Healeys. Von Top-Zustand bis „geht gerade noch so“. Abenteuerliche Healeys mit noch abenteuerlicheren Besatzungen. Wahnsinn!

Am Mittwoch abend gab es ein Barbecue im Schloßgarten des Europaparks. Sehr unterhaltsam durch ein Frauensaxophon-Quartett. Am Freitag fand der Abschlußabend im Dom statt, ebenfalls im Europapark, gestaltet als Oktoberfest. Am Samstag dann Abreise.

Für mich und meinen Sohn war es eine sehr gute Zeit, wir hatten Stress, unheimlich viel Spaß, wir schlossen tolle Bekanntschaften, erhielten Einladungen nach Tokio, Los Angeles, Madrid, Oslo. Unsere Arbeit wurde von allen gewürdigt. Aber natürlich gab es auch Schattenseiten der Veranstaltung: Die Parksituation für die Teilnehmer war mehr als ungünstig, da kein abgesperrter Parkraum zur Verfügung stand und jeder sich einen Parkplatz zwischen den Hotelgästen suchen musste. Und die deutsche Beteiligung war mit ca. 8 Teams mehr als dürftig. Keine Ahnung warum so wenig deutsche Teams dabei wahren, aber sie haben auf jeden Fall was verpasst. Wann hat man mal die Gelegenheit, Healey Legende John Chatham und viele andere live zu erleben.

We see us in 5 years in Norway !!!

Mille Miglia 2018

berichtet von Jochen Extra

Die diesjährige Mille Miglia hatte einen geänderten Zeitplan zu bieten. Statt am üblichen Donnerstag erfolgte der Start schon am Mittwoch, die Zielankunft war dann allerdings auch schon am Samstag.

Der erste Tag führte von Brescia nach Cervia, Tag 2 von Cervia nach Rom, Tag 3 von Rom nach Parma und Tag 4 von Parma zurück nach Brescia. Traditionell nahm das Rothenberger-Team mit Teamchef Helmut Rothenberger im Mercedes SSK teil. Jeder, der schon einmal am Lenkrad solch eines Kolosses gedreht hat, kann ermessen was es heißt, dieses Auto über die 1840 Km Streckenlänge im Race-Tempo zu bewegen. Bis auf einen kleinen Elektrikschaden lief das Auto wie ein Uhrwerk. Platz 50 im Gesamtklassement, bestes Mercedes Team und zweitbestes deutsches Team waren dann auch verdienter Lohn für die Mühe

 

Württemberg Historic 2018

berichtet von Jochen Extra

Die Württemberg Historic fand dieses Jahr vom 11. – 12. Mai rund um Tuttlingen statt. Eine schöne, aber auch anspruchsvolle Veranstaltung.

Das Team Henneke, wieder mit dem TR4 unterwegs, bewegte sich bis zum zweiten Tag souverän in der Spitzengruppe, bis ihnen irgendwann die Straße ausging und der Triumph spektakulär seitlich im Graben landete. Glück im Unglück, keine Schäden, aber die Spitzenwertung war natürlich dahin, da die Bergung mittels Trecker doch einiges an Zeit kostete. That’s Race!

Das Team Wittber nutzte die Württemberg, um ihren Austin Healey 100/4, der von uns rallyemäßig aufgerüstet wurde, für weitere Rallyeeinsätze zu testen. Der 100/4 ist ja für solche Veranstaltungen ein ideales Auto. Wendig, spurtstark und wunderschön anzuschauen.

Messezeit

berichtet von Jochen Extra

Am vierten Märzwochenende stand ein Messemarathon an. Die zeitgleiche Ausrichtung der beiden größten Oldtimer-Messen in Essen und Stuttgart hatte in der Szene schon im Vorfeld für Unverständnis und Unmut gesorgt. Da ich immer gerne auf dem Laufenden bin und die Messen eine ausgezeichnete Gelegenheit bieten, persönliche Kontakte zu Kunden und Lieferanten zu pflegen, absolvierte ich erwähnten Marathon.

Als erstes stand der Besuch der Techno Classica in Essen an, um dann zwei Tage später die Retro Classics in Stuttgart zu besuchen.

Mein ganz persönlicher Eindruck war, dass der Hype in der Szene sich stark beruhigt hat. Die Preise befinden sich wie gewohnt auf sehr hohem Niveau, aber die Kaufbereitschaft ist deutlich zurückhaltender als in den vergangenen Jahren. Die großen Auto-Werke drängen nachhaltig in die Klassik-Szene, weil sie wahrscheinlich das Potenzial erkannt haben. Ansonsten sah man viel gewohntes,  richtige Überraschungen blieben aus. Ein Quell reiner Freude sind wie immer die Club-Stände, die mit viel Charme und Ideen das ganze auflockern aber leider im Rückzug gegen zahlende Händler sind.

Unser traditionelles Mittagessen beim Franzosen war wie gewohnt exzellent, wenn auch nicht ganz preiswert. Am Stand der Jaguar und Healey Freunde nutzten wir die Gelegenheit, Gleichgesinnte bei Kaffee und Kuchen zu treffen.

Der gefühlte Besucherrückgang kann durchaus mit der Zeitgleichheit der Messen erklärt werden. Abschließende Erkenntnis: ein Besuch wert, aber nicht unbedingt erforderlich.

Winterfrust oder Winterlust

berichtet von Jochen Extra

Während manche sich dem Winterfrust ergeben, machen andere das Beste draus.

Moritz Kurz, Mitarbeiter unseres Hauses, gönnte sich ein paar Tage Urlaub am See in Schweden. Allerdings war der See bei  -28 Grad zugefroren und lud nicht zum Baden, sondern zum Eisdriften ein. Ein paar tolle Action-Tage mit jeder Menge Fahrspaß.

Lothar Lutz, mein Mitstreiter bei der letztjährigen Baltic-Sea-Tour, wollte es auch noch einmal wissen und absolvierte die Baltic-Sea Winteredition. Verschneite Straßen bis hoch ans Nordkap und -30 Grad in Murmansk waren nicht von Pappe. Einsatzgefährt war unser altgedienter Audi 80. Mensch und Maschine sind mittlerweile wieder heil zu Hause angekommen.

Rallye „Rund um Schotten“

berichtet von Jochen Extra

Vom 16.-18. Februar fand die Winterrallye „Rund um Schotten“ statt. Für das Extra-Mobile-Racing-Team war das Team Davids/Bremer am Start. Willy Davids ist ja sonst eher mit seinem berüchtigten Race-Healey unterwegs, der jedoch gerade eine größere Revision bei uns durchläuft. Zum Glück gibt es ja noch einen Jaguar MK 1 im Fuhrpark, der auch schon Rallye-Erfahrung (Histo-Monte) gesammelt hat. Mit einem Satz neuer Winterreifen ausgestattet wurde die Schottenrallye angegangen.

Trotz winterlicher Temperaturen waren die Straßen großteils schneefrei, aber verschiedene schattige Plätze luden zu Driftübungen ein. Der Jaguar bewährte sich trotz längerer Standzeit sehr gut, was das Team erfreute, soll er doch zum Jahresende die legendäre Rallye LE-JOG in England bestreiten. Insider wissen was das bedeutet.