Concours Classic Gala in Schwetzingen 2016

berichtet von Jochen Extra

Vom 1. bis 3. September fand der Classic Concours in Schwetzingen statt.

Klaus-Peter Mutschler und seine Frau Helga nahmen mit einem Alvis daran teil. Dieser Alvis wurde von Klaus-Peter und mir vor Jahren in England bei der Fa. RED-TRIANGLE besichtigt und gekauft. Er ist relativ original und einer der wenigen die nicht irgendwelchen Special-Umbauten zum Opfer fielen. RED-TRIANGLE ist übrigens eine interessante Firma, hat sie doch nach Einstellung der Autoproduktion bei Alvis den kompletten Bestand an Unterlagen, Werkzeugen und Ersatzteilen samt Stechuhr und Fabrikuhr übernommen.

Klaus-Peters Alvis durchlief mittlerweile eine größere Restauration und befindet jetzt in einem sehr schönen Zustand, was die Juroren veranlasste ihn zum „Best British Car“ zu wählen.

Glückwunsch vom Extra-Mobile Team.

Veranstaltungstipps

berichtet von Jochen Extra

Da mein Motorsport-Veranstaltungsprogramm dieses Jahr aus verschiedenen Gründen etwas dünn gesät war, besuchte ich zwei Veranstaltungen, die nur am Rande etwas mit Oldtimern und Jaguar zu tun hatten. Beide waren aber ganz tolle Veranstaltungen, was wiederum zeigt, dass es nicht schadet, wenn man mal über den Tellerrand hinausschaut.

TIPP No. 1: Pedal to the Metall

Die erste Veranstaltung, die NITRO-OLYMPIX, fand auf dem Hockenreimring vom 19. bis 21. August statt. Da ich schon seit einiger Zeit mit einem Auge auf die HOT-ROD Scene schiele, standen die Dragster schon einige Zeit auf meinem Plan. Und es war wirklich sehenswert. Wenn die Oldtimerszene schon etwas eigen ist, die HOT-ROD Szene ist vollkommen abgedreht. Hier geht’s nicht um Spaltmaße, um funkelnden Lack oder Originalität, hier geht’s nur um originelles und Full-Metall-Jacket. Alles, was Leistung bringt, wird irgendwie verbaut und gefahren. Es geht nur darum, wer am schnellsten die viertel Meile (402 m) zurücklegt. Die Schnellsten in ca. 3,5 Sek. (!!) und sie werden dabei über 400 km/h schnell. Die Strecke wird für bessere Traktion mit Sprühkleber (!) imprägniert.

Der Gang durchs Fahrerlager war sehr beeindruckend. Z.B. ein Jaguar XK8 mit ca. 1500 PS. Statt des Jaguar-V8 wird natürlich ein gewaltiger Ami-V8 verbaut. Obendrauf kommt ein noch gewaltigerer Verdichter, der mit astronomischen Drehzahlen läuft und mit massiven Stahlseilen an den Motor gekettet ist, damit er sich nicht selbstständig macht. Fahrwerk, Achsen und Bremsen werden mächtig verstärkt und ans Ende kommt ein Bremsfallschirm, mit dem man auch einen Starfighter verzögern könnte.

Oder ein Citroën 11CV, der die Bedeutung Gangsterlimousine ins rechte Licht rückt. 1800 PS mit Lachgaseinspritzung. Da hätten die Flics das nachsehen.

Oder die Top-Full-Dragster mit 4500 PS und einem Verbrauch von 60 Litern auf 400 Metern.

Oder die Monstermotorräder mit 1000 PS und und und.

Auch die Szene ist sehr sympathisch, stark schwarz gewandet, stark tätowiert, aber offen und mitteilsam. Das ist das, was mich am meisten begeistert hat. Die Jungs und Mädels sind jung, wild, hungrig, technikbesessen und leben ihren Stil. So wie die Jaguar-Szene vor langer Zeit auch mal war. Nächstes Jahr ist diese Veranstaltung fest eingeplant.

 

TIPP No. 2: Airborne

Vom 9. bis 11. September fand auf der Hahnweide bei Kirchheim/Teck eins der größten Oldtimer Fliegertreffen in Europa statt. Mit einer Gruppe Jaguar-Fahrer aus der Sektion Stuttgart und aus dem Raum Mannheim besuchten wir diese Veranstaltung. Bei sensationellem Hochsommerwetter gaben sich über 300 Oldtimerflugzeuge die Ehre. Das Aufgebot war erstaunlich. Es wurden Rundflüge mit der JU 52 und mit zwei Antonovs AN2 ( der größte gebaute Doppeldecker) angeboten, insgesamt waren ca. 80 Doppeldecker vor Ort. Eine große Armada an Segelflugzeugen boten teilweise beeindruckende Kunstflugshows. Und natürlich besonders für mich interessant die War-Bird-Szene mit Mustang, Spitfire, Curtiss P40, Hurricane und verschiedenen Jaks aus russischer Fertigung. Einer der Höhepunkte war die Messerschmitt Me262, die eigens von ihrem Stützpunkt in Manching einflog und eine sehenswerte Flugshow ablieferte.

Das ganze Wochenende waren ca. 1500 Flugbewegungen zu koordinieren, eine Meisterleistung der Fluglotsen. Für Aufsehen sorgte auch eine akrobatische Kunstflugvorführung einer EXTRA 330, eines Flugzeugtypes das jahrzehntelang die Kunstflugszene beherrschte und von einem Verwandten von mir gebaut wird. Walter Extra ist ein bekannter Name in Fliegerkreisen. Die EXTRA 330 ist für Belastungen von negativ 10 G ausgelegt, was eigentlich schon über die menschliche Belastbarkeit hinausgeht. Aber das befähigt sie, wirklich atemberaubende Manöver zu fliegen. Mit einer gesunden Gesichtsbräune machte sich am Abend die Jaguar-Truppe wieder auf den Heimweg.

Vielen Dank an R. Bohrmann für die Fotos.

Heidelberg Historic Rallye

berichtet von Jochen Extra

Vom 21. bis 23. Juli fand wieder die Heidelberg Historic statt, und wie seit 15 Jahren nahm das Team Trautz/Extra an dieser Veranstaltung teil.

Wie auch schon die letzten 15 Jahre war das Einsatzfahrzeug die „Dicke Berta“, wie Herrmanns 300 SL Roadster von mir manchmal respektlos genannt wird. Der SL hatte uns bis jetzt immer ohne jegliche Probleme durch die Rallye gefahren, doch dieses Jahr zickte er etwas: Bei der technischen Abnahme stellten wir fest, das der Bremslichtschalter ausgefallen war. Ohne Bremslicht kein Start, also sofort wieder in die heimische Werkstatt. Ersatz-Bremslichtschalter gab es genügend bei uns, nur keinen mit dem richtigen Gewinde. Zum Glück stand gerade ein Alfa-Spider in der Werkstatt, der kurzerhand seines Bremslichtschalters beraubt wurde. (Großes Dankeschön an Kathrin!). Nachdem diese Schwierigkeit überwunden war, lief Berta wie gewohnt ohne Mucken.

Der erste Tag ging von Sinsheim über Heilbronn, den Hockenheimring, Heidelberg und Spechbach zurück ins Technikmuseum nach Sinsheim. Zwischendurch waren etliche Wertungsprüfungen zu absolvieren. Abends fand dann die Rallye-Party statt. Für mich der schönste Abend, da alles zwanglos, leger und sehr entspannt abgeht. Grillgut und Heidelberger-Bier sorgten für eine ausgelassene Stimmung.

Am Samstag standen zuerst etliche Runden Steilwandkurve auf dem Bosch-Testgelände an. Auf der weiteren Strecke folgten wieder einige Wertungsprüfungen, die in verschiedenen Gemeinden schon fast Volksfestcharakter haben. Der Gala-Abend mit Siegerehrung und die sonntägliche Heimfahrt schlossen die Heidelberg Historic ab.

Wie immer eine sehr entspannte, sehr gut organisierte Veranstaltung, die allerdings ihren Schwerpunkt im ungezwungenen Miteinander und gesellschaftlichen Flair hat. Richtigen Motorsport sollte man woanders suchen. Eine ideale Veranstaltung für Einsteiger in die Oldtimer-Szene.

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Oldtimer-Meeting Baden-Baden 2016

Vom 8. bis 10. Juli fand zum 40. Mal das Oldtimer-Meeting in Baden-Baden statt.

Unser Kunde Gerald Prior ist schon seit Jahren Teilnehmer dieser schönen Veranstaltung. Mit seinem wunderschönen Aston-Martin DB4 ist er immer Anwärter auf eine Auszeichnung. So auch dieses Mal. Er konnte seiner mittlerweile ansehnlichen Sammlung einen weiteren Pokal zufügen.

Glückwunsch vom ganzen Extra-Mobile Team!

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Rallye Solitude Challenge 2016

Bei der Rallye Solitude waren gleich drei Kundenteams am Start. Die Rallye hatte ein interessantes Konzept: Verschiedene Startorte, eine Route die man im Vorfeld selbst bestimmen konnte, praktisch eine Sternfahrt mit Ziel in Glemseck bei der ehemaligen internationalen Rennstrecke Solitude. Einer der Startpunkte war die Schwanner Warte, also genau vor unserer Haustür.

Das Team Renner startete mit ihrem Alvis Special und war gleichzeitig auch noch in die Organisation der Rallye eingebunden.

Unsere langjährigen Freunde und Kunden, Familie Erdle traten gleich mit zwei Autos an. Volker startete mit seiner Neuerwerbung, einem Vorkriegs MG Q-Type mit Kompressor, Sohnemann Nico mit Volkers Frau Andrea in einem MGA- Competition. Dieser MGA ist ja ein alter Bekannter von uns. Habe ich doch schon Anfang der 90er Jahre eben dieses Auto durch mehrere 24-Stundenschlachten in Paul Ricard begleitet.

Bei bestem Hochsommerwetter machten sich die Teams auf, um eine schöne Rallye zu genießen.

Sachs-Franken-Classic vom 13.–15. Mai 2016

berichtet von Jochen Extra

Vom 13. Bis 15. Mai stand die Sachs-Franken-Classic im Kalender. Das Extramobile-Racing Team war mit drei Autos vertreten.

Start Nr. 53: Austin Healey, Anja und Stefan Kollmannsperger

Start Nr. 163: Triumph TR6, Susanne und Johannes Bitzer

Start Nr. 175: Porsche 911, Heiko Hormel und Günther Kollmannsperger

Für Anja und Stefan Kollmannsperger war dies der erste Einsatz ihres neu erworbenen und bei uns optimierten Austin-Healey.

Das Wetter präsentierte sich, wie im Moment üblich, von seiner schlechten Seite. Beim Prolog am Freitagabend setzten sogar Hagel und Schneeschauer ein. Anja und Stefan hatten in ihrem Healey ja kein Verdeck und mussten die Unbilden der Natur ungeschützt ertragen. Kurz nach dem Start hatte sich das Bordbuch infolge Nässe auch schon in seine Einzelteile zerlegt.

Am Samstag bei der ersten Etappe gab es wie am Sonntag einen permanenten Mix aus Sonne und Regen. Trotzdem haben alle drei Teams die Rallye genossen, nicht zuletzt weil alle Autos ohne Probleme das Ziel erreichten. Perfekte Organisation, schöne Streckenführung und ein entspanntes Drumherum ist ja das Markenzeichen dieser Rallye. Für Anja und Stefan Kollmannsperger steht jetzt fest, das der Healey gewaltiges Spaßpotential besitzt. Sie werden ihn in Zukunft bei hoffentlich besserem Wetter bei der einen oder anderen Rallye einsetzen.

Langenburg Historic 2016

Vom 22. bis 23. April fand dieses Jahr wieder die Langenburg Historic statt. Diese Rallye mit Standpunkt in der Stadt Langenburg mit dem gleichnamigen Schloss hat eine lange Tradition und wird unter Kennern wegen ihres guten Konzeptes sehr geschätzt.

Auch das Extramobile-Racing Team war mit zwei Autos vertreten.

Team Edda und Jürgen Gießler mit ihrem wunderschönen Jaguar XK 150 und das Team Susanne und Johannes Bitzer, die ungewohnt auf einem Golf 1 Cabrio starteten, weil ihr Triumph TR6 bei uns gerade eine Frischzellenkur macht.

Das Umfeld der Rallye ist sehr stimmig, das Schloss bietet ein wunderschönes Ambiente. Beim Prolog am Freitagabend war noch ausgesprochen schönes sonniges Wetter, das dann aber leider umschlug. Am Samstag gab es Regen und es war deutlich kühler. Zum Glück haben beide Autos ein gutes Verdeck.

Edda und Jürgen Gießler freuten sich unter anderem über einen dritten Platz beim Schönheits-Concours für ihre Raubkatze.

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Baden-Classic vom 15.–16. April 2016

berichtet von Jochen Extra

Die Baden-Classic, eine sehr sportliche Rallye in unserer Nähe, wurde vom Team Henneke benutzt, um den Winterrost aus Mensch und Maschine zu entfernen. Eine kleine aber anspruchsvolle Veranstaltung. Ihr Einsatzfahrzeug, unser altbewährter Triumph GT6, hatte über den Winter umfangreiche Verbesserungen im Bereich Fahrwerk erhalten. Start war am Freitag und dann gab es zwei Tage auf kleinen Straßen mit ausgeklügelter Navigation, Schnittwechseln und geheimen Kontrollen. Zieleinlauf war am Samstag in Michelbach, wo auch noch ein kleiner Stadtkurs gefahren wurde. Das Wetter war regnerisch bis sehr regnerisch. Am Ende stand der 10. Gesamtrang und der 4. Platz in der Klasse an. Wie gesagt, da war die Sache mit dem Winterrost. Nächstes Wochenende ist schon der nächste Einsatz bei der Metz-Rallye.

Monte-Carlo Tour 2016

berichtet von Jochen Extra

Das Frühjahr sorgt ja bei uns immer für Hektik, die dann oft noch durch Unvorhergesehenes verstärkt wird. Ein Kunde hatte einen Termin für seinen Jaguar XK150 ausgemacht, weil er an einer Monte-Carlo Tour teilnehmen wollte. Nur ein kleiner Ölwechsel und mal eben kurz durchsehen. Nachdem das Auto auf der Hebebühne stand, war schnell klar, das das mit „mal eben kurz“ nicht getan war. An den Felgen waren mehrere Speichen gebrochen, die Radaufnahmen waren verschlissen und die Bremsanlage litt unter Inkontinenz. Ein Berg an Arbeit, der nicht eingeplant war. Allerdings war das Auto schon zur Tour genannt und alles bezahlt.

Also waren ein paar extra Extra-Schichten angesagt. Der Zeitrahmen war äußerst knapp. Reifen, Felgen und ein Schwung Ersatzteile wurden bestellt und teilweise nachts verbaut. Zwei Tage vor dem Start war alles glücklich fertig, die abschließenden Probefahrten waren auch ok. Am nächsten Morgen dann ein riesengroßer Schreck. Unter dem Auto befand sich eine große Lache Bremsflüssigkeit. Ein nagelneuer Radbremszylinder war undicht. In aller Hektik den Zylinder ausgebaut, zerlegt und neu abgedichtet. Letzte Probefahrt und dann wurde das Auto abends abgeholt und los ging es am nächsten Morgen.

Das Team Renner startete am Freitag den 15.4. von Stuttgart über Ulm nach Konstanz und Grenoble leider nur im Dauerregen. Am Samstag ging es dann endlich offen von Grenoble ca. 380 km durch die Seealpen nach La Martre. Am Sonntag führte die Strecke 350 km nach Monte-Carlo, teilweise über den Col de Turini und weitere kriminelle Pässe.

Abreise am Montag von Monte-Carlo nach Konstanz und am Dienstag bis Stuttgart.

Insgesamt wurden 2.450 Km zurückgelegt und 16 Pässe überwunden. Bis auf eine losvibrierte Auspuffschraube hat sich der XK150 hervorragend geschlagen. Wie übrigens auch das Team Renner: Durften Sie doch als Entschädigung für den Stress im Vorfeld den Gesamtsieg feiern. Wozu wir herzlich gratulieren und was uns auch etwas mit dem Aufwand im Vorfeld versöhnt hat.

Veranstaltungsmarathon Herbst 2015

Teil 1     Mille Fiori   vom 2. – 5. September

Die Mille Fiori bestritt ich, wie schon die Jahre zuvor, mit meinem Freund Bernd Breuer und seinen Autos. Allerdings war dieses Jahr das Extra-Mobile Team stark vertreten.

  • Bernd und Max Breuer im E V12
  • Margot Breuer und ich im XJS
  • Jay Alexander im Porsche 356
  • Joachim Kramer und Peter Nonnenmann im Austin Healey
  • Jochen und Stephanie Benzinger im E-Type S2
  • Dieter und Sabine Becker im E V12

Anreise war wie üblich am Dienstag Abend zum lockeren Vorabtreff.

Mittwoch folgte dann der Start von der Mainau zur ersten Etappe ‚Alpensprung‘ mit ca. 300 km über Säntis, Via Mala, Bernhardino-Pass an den Lago Maggiore nach Minusio ins Hotel Esplanada, wo wir zwei Übernachtungen hatten.

Am Donnerstag fuhr die Etappe ‚Dolce Vita‘ mit gemächlichen 90 m über Centovalli, Malesco, Valle Cannobina, Traffiurne und Cannobio zurück ins Esplanada.

Am Freitag fuhren wir die Etappe ‚Pässefahrt total‘, 270 km: über die Schweiz nach Flüeli-ranft, über den Simplon, den Furka und den Grimsel-Pass.

Das war auch der Tag an dem eines unserer Autos Zicken machte. Nach der Mittagspause streikte an Dieters E V12 der Anlasser. Dabei hatte die Katze gerade eine längere Genesungskur in unserer Werkstatt hinter sich. Bei einem Automatikauto natürlich eine blöde Sache. Also den Begleitabschleppwagen organisiert und huckepack ins Hotel. Allerdings plagte die Katze wohl ein schlechtes Gewissen, denn im Hotel funktionierte wieder alles einwandfrei.

Samstag dann die Abschlussetappe ‚Grande Finale‘ mit 220 km zurück auf die Mainau mit abendlicher Siegerehrung und Gala-Diner.

Die Mille war wie immer eine sehr schöne, sehr entspannte Tour, die viel Zeit liess für Gespräche und freundschaftliches Miteinander. Man kann den Stellenwert der Mille Fiori auch daran erkennen, das es sich Dieter und Sabine nicht nehmen liesen, an der Fahrt teilzunehmen, obwohl Dieter einen angebrochen Rückenwirbel hatte und der E-Type alles andere als eine Sänfte ist. Hochachtung vom ganzen Team!

Am Sonntag erfolgte die Heimreise, denn für mich stand schon die nächste Veranstaltung an.

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Teil 2   Goodwood- Revival vom 10. – 14.September

Mein persönliches Highlight dieses Jahres war die Teilnahme am Goodwood-Revival mit dem Rothenberger-Team. Am Mittwochnacht ging es nach Kelkheim ins Teamcenter. Von dort fuhr unser bewährtes Team mit Rene, Robert, Mike und mir mit dem Bristol-Renntransporter und einem Range-Rover mit Hänger los Richtung England.

Der Range mit Anhänger machte noch einen Umweg über Spa in Belgien, da geplant war den Bristol auf dem Rückweg in Spa stehen zu lassen für das nächste Event. Wir kamen zügig voran, ohne Wartezeiten durch den Tunnel und waren abends schon in Goodwood. Obligatorisches Einkaufen und dann wurde unser Standplatz im Fahrerlager bezogen.

Am Donnerstag dann der erste Rundgang. Alles war am Ankommen, Aufbauen und Vorbereiten. Wenn es für Goodwood ein anderes Wort gäbe, wäre das Reizüberflutung. Unglaublich was an historischem Gerät angerollt wurde: Alles was jemals irgendeinen Bezugpunkt zu Goodwood hatte, war vertreten, alles stilecht im historischen Outfit. Sei es Personen, Zelte, Ausstattung, Geschäfte, jeder bemühte sich, authentisch zu sein. Wir als Mechaniker natürlich im Overall, mit weißem Hemd und Krawatte und Kappe.

CIMG4998Dann kam mein Augenblick. Da in Goodwood während des zweiten Weltkriegs eine Jagtstaffel stationiert war, besteht natürlich auch heute eine enge Verbindung zur historischen Fliegerei. Den ganzen Tag über schwebten dutzende von Warbirds, vornehmlich Spitfires ein. Ein unglaublicher Anblick, die Flugzeuge rollten auf ihre Parkpositionen, ich stand daneben, während die Flugzeuge mit laufendem Propeller drei Meter an mir vorbeirollten.

Überhaupt ist es ein Merkmal von Goodwood, dass alles völlig entspannt, freundlich und ohne jede Hektik passiert. Sehr angenehme Atmosphäre. Abends gabs natürlich ein paar englische Ales im Pub und wir waren in angespannter Erwartung auf die ersten Trainingsläufe.

CIMG5012Das Rothenberger-Team war mit zwei Autos vertreten. Einmal mit einem Mercedes SSK in einem Vorkriegslauf und mit einem Lister-Knobbly in einem 50er Jahre lauf. Der Lister hatte hier seinen ersten Einsatz, war er doch erst vor einem Jahr durch einen glücklichen Umstand in den Besitz von Herrn Rothenberger gelangt und durchlief anschließend eine größere Restauration. Dieser Lister war der erste Prototyp von Lister, er gelangte in den Besitz von Briggs Cunningham, der ihn 58 und 59 unter Walt Hansgen in der SCCA Meisterschaft einsetzte. Ein phänomenales Auto.

 

Kurz vor dem Start zum Training kam noch Hektik auf, weil Herr Rothenberger auf dem Weg vom Flughafen im Stau steckte. Er schaffte es gerade noch so. Die Trainings verliefen ohne Probleme, so dass für uns Mechaniker Zeit für einen großen Rundgang blieb. Unvorstellbar, was sich mittlerweile alles eingefunden hatte, alleine auf dem Besucherparkplatz parkten Tausende von Oldtimern, darunter teilweise Raritäten, von denen selbst ich nichts wusste.

Stände mit historischen Klamotten, Werkzeug, Lifestyle, es gab extra Friseurläden wo man sich die entsprechende Frisur verpassen lassen konnte, Teile-Händler, Auto-Händler, es gab sogar einen Laden mit historischen Dessous, wo sich die Mädels noch mal eben schnell Nylons mit Naht besorgen konnten. Rauchwaren, Whiskey, Schottenröcke, Dudelsäcke, alles was das Herz begehrt, war zu bekommen.

Unser Renntransporter mit seinem gut gefüllten Kühlschrank war natürlich Treffpunkt für Freunde, Bekannte, Kunden und viele mehr.

Nachmittags unternahmen wir noch einen Abstecher zur Fa. Metcalfe, die sich nunmehr schon in der zweiten Generation um die großen Bentleys kümmert. Hier entsteht gerade ein neues Projekt für das Rothenberger-Team. Ein speziell aufgebauter 4,5 Liter Bentley mit dem Helmut Rothenberger 2016 die Rallye Peking-Paris bestreiten will. Wir waren sehr beeindruckt, und fiebern schon alle dem Großereignis entgegen.

Abends natürlich wieder im Pub, umgeben von lauter verrückten Auto-Maniaks, so dass wir gar nicht auffielen.

Am Samstag dann das erste Rennen mit dem SSK, das ebenfalls ohne Probleme ablief. Die Rennen selbst waren teilweise hochkarätig besetzt, was Autos sowie Fahrer betraf. Manche ließen es richtig krachen, hat ein Sieg in Goodwood doch einen hohen Stellenwert. Tagsüber gabs immer wieder Überflüge der Spitfires, teilweise in Formation, sehr beeindruckend.

Am Sonntag folgte dann das Rennen mit dem Lister, das wir eher verhalten angingen, da es ja der erste Einsatz war.

Und wieder staunen und staunen, Tausende von Besuchern, viele liebevoll gekleidet, Überflüge der Spitfires, spektakuläre Rennen, nochmals ein Gang durchs Fahrerlager. Gegen Abend wurde der SSK verladen und wir machten uns auf die Heimreise. Vor dem Tunnel noch ein paar Stunden Schlaf und dann nach Spa, wo der SSK in den Anhänger umgeladen wurde, und der Bristol gleich im Fahrerlager geparkt wurde. Über Kelkheim führte mich dann mein weg nach Hause. Zu Hause angekommen musste ich erstmal alles Revue passieren lassen. Die Veranstaltung ist einfach unbeschreiblich und unbedingt empfehlenswert.

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Teil 3       6-Hours of Spa             18. – 20. September  

Am Donnerstag ging es nach einer kurzen Erholungspause dann nach Spa, zu einer meiner Lieblingsveranstaltung.

Das Rothenberger-Team setzte hier traditionell ihren Jaguar C-Type und einen Shelby GT ein. Der C-Type hatte ja über den Winter ein neues spezielles Renngetriebe bekommen, da wir beim letzten Einsatz mit dem alten Getriebe enorme Probleme hatten. Mir war etwas unwohl, da bei den Testfahrten am Nürburgring wegen schlechten Wetters keine richtige Erprobung unter Rennbelastung möglich war. Am Donnerstag stand aber erstmal nur die Abnahme der Autos an, was auch ohne Probleme funktionierte.

Am Freitag dann die Trainingsläufe mit dem C-Type und dem Shelby. Auch wieder ohne Probleme, das Getriebe im C-Type bewährte sich ausgezeichnet. Abends trafen mein Sohn Felix und Freunde ein, und wir starteten unser traditionelles Parkplatzgrillen. Dieses Jahr hatte ich auch noch 20 Jaguar-Fahrer zu Gast, die eine Ausfahrt nach Spa machten. Mir war etwas unwohl, wie die Jaguar Leute dieses doch etwas rustikale Ambiente aufnehmen würden, zumal sich während des Grillens auch noch Regen einstellte. Aber überraschenderweise fanden es alle super, echt mal was anderes. Und es wurde trotz Regen ein langer Abend.

Am Samstag dann Vorbereitung für die Rennen, Fahrzeuge tanken und letzte Durchsicht. Für die Jaguar-Freunde hatte ich mich bereiterklärt, eine Fahrerlagerführung zu machen, die bei allen gut ankam. So bekamen doch viele tiefere Einblicke ins Renngeschehen.

Das Einstundenrennen mit Fahrerwechsel des C-Types verlief völlig problemlos, ich glaube die Getriebegeschichte ist abgehakt.

Um 4.00 dann der Höhepunkt, wie schon oft beschrieben ein atemberaubendes Bild wenn sich 80 Rennwagen in die Eau-rouge werfen. Beim 6-Stundenrennen war dieses Jahr sehr auffallend, wie schnell mittlerweile die E-Types geworden sind. War in der Vergangenheit immer die Reihenfolge GT40 – Cobras – Mustangs und Corvettes und dann die E-Types, so sind die E-Types mittlerweile zur zweiten Kraft hinter den GT40 geworden. Ardennentypisch setzte natürlich auch wieder Regen ein, was zu zahlreichen Kaltverformungen führte. Auch unser Shelby hatte leider noch 10 Minuten vor Schluss leichten Kontakt mit einer Mauer, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat.

Ebenfalls in guter Tradition stand unser nächtliches Barbecue am Team Bus. Sonntags dann alles verladen und etwas groggy die Heimreise angetreten.

Nach diesen drei Veranstaltungen war ich dann doch froh, wieder den normalen Werkstatt-Alltag aufnehmen zu können. Missen wollte ich sie aber auch nicht.

Die Saison ist rum, sehen wir mal was die Nächste so bringt.