Monte-Carlo Tour 2016

berichtet von Jochen Extra

Das Frühjahr sorgt ja bei uns immer für Hektik, die dann oft noch durch Unvorhergesehenes verstärkt wird. Ein Kunde hatte einen Termin für seinen Jaguar XK150 ausgemacht, weil er an einer Monte-Carlo Tour teilnehmen wollte. Nur ein kleiner Ölwechsel und mal eben kurz durchsehen. Nachdem das Auto auf der Hebebühne stand, war schnell klar, das das mit „mal eben kurz“ nicht getan war. An den Felgen waren mehrere Speichen gebrochen, die Radaufnahmen waren verschlissen und die Bremsanlage litt unter Inkontinenz. Ein Berg an Arbeit, der nicht eingeplant war. Allerdings war das Auto schon zur Tour genannt und alles bezahlt.

Also waren ein paar extra Extra-Schichten angesagt. Der Zeitrahmen war äußerst knapp. Reifen, Felgen und ein Schwung Ersatzteile wurden bestellt und teilweise nachts verbaut. Zwei Tage vor dem Start war alles glücklich fertig, die abschließenden Probefahrten waren auch ok. Am nächsten Morgen dann ein riesengroßer Schreck. Unter dem Auto befand sich eine große Lache Bremsflüssigkeit. Ein nagelneuer Radbremszylinder war undicht. In aller Hektik den Zylinder ausgebaut, zerlegt und neu abgedichtet. Letzte Probefahrt und dann wurde das Auto abends abgeholt und los ging es am nächsten Morgen.

Das Team Renner startete am Freitag den 15.4. von Stuttgart über Ulm nach Konstanz und Grenoble leider nur im Dauerregen. Am Samstag ging es dann endlich offen von Grenoble ca. 380 km durch die Seealpen nach La Martre. Am Sonntag führte die Strecke 350 km nach Monte-Carlo, teilweise über den Col de Turini und weitere kriminelle Pässe.

Abreise am Montag von Monte-Carlo nach Konstanz und am Dienstag bis Stuttgart.

Insgesamt wurden 2.450 Km zurückgelegt und 16 Pässe überwunden. Bis auf eine losvibrierte Auspuffschraube hat sich der XK150 hervorragend geschlagen. Wie übrigens auch das Team Renner: Durften Sie doch als Entschädigung für den Stress im Vorfeld den Gesamtsieg feiern. Wozu wir herzlich gratulieren und was uns auch etwas mit dem Aufwand im Vorfeld versöhnt hat.

Veranstaltungsmarathon Herbst 2015

Teil 1     Mille Fiori   vom 2. – 5. September

Die Mille Fiori bestritt ich, wie schon die Jahre zuvor, mit meinem Freund Bernd Breuer und seinen Autos. Allerdings war dieses Jahr das Extra-Mobile Team stark vertreten.

  • Bernd und Max Breuer im E V12
  • Margot Breuer und ich im XJS
  • Jay Alexander im Porsche 356
  • Joachim Kramer und Peter Nonnenmann im Austin Healey
  • Jochen und Stephanie Benzinger im E-Type S2
  • Dieter und Sabine Becker im E V12

Anreise war wie üblich am Dienstag Abend zum lockeren Vorabtreff.

Mittwoch folgte dann der Start von der Mainau zur ersten Etappe ‚Alpensprung‘ mit ca. 300 km über Säntis, Via Mala, Bernhardino-Pass an den Lago Maggiore nach Minusio ins Hotel Esplanada, wo wir zwei Übernachtungen hatten.

Am Donnerstag fuhr die Etappe ‚Dolce Vita‘ mit gemächlichen 90 m über Centovalli, Malesco, Valle Cannobina, Traffiurne und Cannobio zurück ins Esplanada.

Am Freitag fuhren wir die Etappe ‚Pässefahrt total‘, 270 km: über die Schweiz nach Flüeli-ranft, über den Simplon, den Furka und den Grimsel-Pass.

Das war auch der Tag an dem eines unserer Autos Zicken machte. Nach der Mittagspause streikte an Dieters E V12 der Anlasser. Dabei hatte die Katze gerade eine längere Genesungskur in unserer Werkstatt hinter sich. Bei einem Automatikauto natürlich eine blöde Sache. Also den Begleitabschleppwagen organisiert und huckepack ins Hotel. Allerdings plagte die Katze wohl ein schlechtes Gewissen, denn im Hotel funktionierte wieder alles einwandfrei.

Samstag dann die Abschlussetappe ‚Grande Finale‘ mit 220 km zurück auf die Mainau mit abendlicher Siegerehrung und Gala-Diner.

Die Mille war wie immer eine sehr schöne, sehr entspannte Tour, die viel Zeit liess für Gespräche und freundschaftliches Miteinander. Man kann den Stellenwert der Mille Fiori auch daran erkennen, das es sich Dieter und Sabine nicht nehmen liesen, an der Fahrt teilzunehmen, obwohl Dieter einen angebrochen Rückenwirbel hatte und der E-Type alles andere als eine Sänfte ist. Hochachtung vom ganzen Team!

Am Sonntag erfolgte die Heimreise, denn für mich stand schon die nächste Veranstaltung an.

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Teil 2   Goodwood- Revival vom 10. – 14.September

Mein persönliches Highlight dieses Jahres war die Teilnahme am Goodwood-Revival mit dem Rothenberger-Team. Am Mittwochnacht ging es nach Kelkheim ins Teamcenter. Von dort fuhr unser bewährtes Team mit Rene, Robert, Mike und mir mit dem Bristol-Renntransporter und einem Range-Rover mit Hänger los Richtung England.

Der Range mit Anhänger machte noch einen Umweg über Spa in Belgien, da geplant war den Bristol auf dem Rückweg in Spa stehen zu lassen für das nächste Event. Wir kamen zügig voran, ohne Wartezeiten durch den Tunnel und waren abends schon in Goodwood. Obligatorisches Einkaufen und dann wurde unser Standplatz im Fahrerlager bezogen.

Am Donnerstag dann der erste Rundgang. Alles war am Ankommen, Aufbauen und Vorbereiten. Wenn es für Goodwood ein anderes Wort gäbe, wäre das Reizüberflutung. Unglaublich was an historischem Gerät angerollt wurde: Alles was jemals irgendeinen Bezugpunkt zu Goodwood hatte, war vertreten, alles stilecht im historischen Outfit. Sei es Personen, Zelte, Ausstattung, Geschäfte, jeder bemühte sich, authentisch zu sein. Wir als Mechaniker natürlich im Overall, mit weißem Hemd und Krawatte und Kappe.

CIMG4998Dann kam mein Augenblick. Da in Goodwood während des zweiten Weltkriegs eine Jagtstaffel stationiert war, besteht natürlich auch heute eine enge Verbindung zur historischen Fliegerei. Den ganzen Tag über schwebten dutzende von Warbirds, vornehmlich Spitfires ein. Ein unglaublicher Anblick, die Flugzeuge rollten auf ihre Parkpositionen, ich stand daneben, während die Flugzeuge mit laufendem Propeller drei Meter an mir vorbeirollten.

Überhaupt ist es ein Merkmal von Goodwood, dass alles völlig entspannt, freundlich und ohne jede Hektik passiert. Sehr angenehme Atmosphäre. Abends gabs natürlich ein paar englische Ales im Pub und wir waren in angespannter Erwartung auf die ersten Trainingsläufe.

CIMG5012Das Rothenberger-Team war mit zwei Autos vertreten. Einmal mit einem Mercedes SSK in einem Vorkriegslauf und mit einem Lister-Knobbly in einem 50er Jahre lauf. Der Lister hatte hier seinen ersten Einsatz, war er doch erst vor einem Jahr durch einen glücklichen Umstand in den Besitz von Herrn Rothenberger gelangt und durchlief anschließend eine größere Restauration. Dieser Lister war der erste Prototyp von Lister, er gelangte in den Besitz von Briggs Cunningham, der ihn 58 und 59 unter Walt Hansgen in der SCCA Meisterschaft einsetzte. Ein phänomenales Auto.

 

Kurz vor dem Start zum Training kam noch Hektik auf, weil Herr Rothenberger auf dem Weg vom Flughafen im Stau steckte. Er schaffte es gerade noch so. Die Trainings verliefen ohne Probleme, so dass für uns Mechaniker Zeit für einen großen Rundgang blieb. Unvorstellbar, was sich mittlerweile alles eingefunden hatte, alleine auf dem Besucherparkplatz parkten Tausende von Oldtimern, darunter teilweise Raritäten, von denen selbst ich nichts wusste.

Stände mit historischen Klamotten, Werkzeug, Lifestyle, es gab extra Friseurläden wo man sich die entsprechende Frisur verpassen lassen konnte, Teile-Händler, Auto-Händler, es gab sogar einen Laden mit historischen Dessous, wo sich die Mädels noch mal eben schnell Nylons mit Naht besorgen konnten. Rauchwaren, Whiskey, Schottenröcke, Dudelsäcke, alles was das Herz begehrt, war zu bekommen.

Unser Renntransporter mit seinem gut gefüllten Kühlschrank war natürlich Treffpunkt für Freunde, Bekannte, Kunden und viele mehr.

Nachmittags unternahmen wir noch einen Abstecher zur Fa. Metcalfe, die sich nunmehr schon in der zweiten Generation um die großen Bentleys kümmert. Hier entsteht gerade ein neues Projekt für das Rothenberger-Team. Ein speziell aufgebauter 4,5 Liter Bentley mit dem Helmut Rothenberger 2016 die Rallye Peking-Paris bestreiten will. Wir waren sehr beeindruckt, und fiebern schon alle dem Großereignis entgegen.

Abends natürlich wieder im Pub, umgeben von lauter verrückten Auto-Maniaks, so dass wir gar nicht auffielen.

Am Samstag dann das erste Rennen mit dem SSK, das ebenfalls ohne Probleme ablief. Die Rennen selbst waren teilweise hochkarätig besetzt, was Autos sowie Fahrer betraf. Manche ließen es richtig krachen, hat ein Sieg in Goodwood doch einen hohen Stellenwert. Tagsüber gabs immer wieder Überflüge der Spitfires, teilweise in Formation, sehr beeindruckend.

Am Sonntag folgte dann das Rennen mit dem Lister, das wir eher verhalten angingen, da es ja der erste Einsatz war.

Und wieder staunen und staunen, Tausende von Besuchern, viele liebevoll gekleidet, Überflüge der Spitfires, spektakuläre Rennen, nochmals ein Gang durchs Fahrerlager. Gegen Abend wurde der SSK verladen und wir machten uns auf die Heimreise. Vor dem Tunnel noch ein paar Stunden Schlaf und dann nach Spa, wo der SSK in den Anhänger umgeladen wurde, und der Bristol gleich im Fahrerlager geparkt wurde. Über Kelkheim führte mich dann mein weg nach Hause. Zu Hause angekommen musste ich erstmal alles Revue passieren lassen. Die Veranstaltung ist einfach unbeschreiblich und unbedingt empfehlenswert.

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Teil 3       6-Hours of Spa             18. – 20. September  

Am Donnerstag ging es nach einer kurzen Erholungspause dann nach Spa, zu einer meiner Lieblingsveranstaltung.

Das Rothenberger-Team setzte hier traditionell ihren Jaguar C-Type und einen Shelby GT ein. Der C-Type hatte ja über den Winter ein neues spezielles Renngetriebe bekommen, da wir beim letzten Einsatz mit dem alten Getriebe enorme Probleme hatten. Mir war etwas unwohl, da bei den Testfahrten am Nürburgring wegen schlechten Wetters keine richtige Erprobung unter Rennbelastung möglich war. Am Donnerstag stand aber erstmal nur die Abnahme der Autos an, was auch ohne Probleme funktionierte.

Am Freitag dann die Trainingsläufe mit dem C-Type und dem Shelby. Auch wieder ohne Probleme, das Getriebe im C-Type bewährte sich ausgezeichnet. Abends trafen mein Sohn Felix und Freunde ein, und wir starteten unser traditionelles Parkplatzgrillen. Dieses Jahr hatte ich auch noch 20 Jaguar-Fahrer zu Gast, die eine Ausfahrt nach Spa machten. Mir war etwas unwohl, wie die Jaguar Leute dieses doch etwas rustikale Ambiente aufnehmen würden, zumal sich während des Grillens auch noch Regen einstellte. Aber überraschenderweise fanden es alle super, echt mal was anderes. Und es wurde trotz Regen ein langer Abend.

Am Samstag dann Vorbereitung für die Rennen, Fahrzeuge tanken und letzte Durchsicht. Für die Jaguar-Freunde hatte ich mich bereiterklärt, eine Fahrerlagerführung zu machen, die bei allen gut ankam. So bekamen doch viele tiefere Einblicke ins Renngeschehen.

Das Einstundenrennen mit Fahrerwechsel des C-Types verlief völlig problemlos, ich glaube die Getriebegeschichte ist abgehakt.

Um 4.00 dann der Höhepunkt, wie schon oft beschrieben ein atemberaubendes Bild wenn sich 80 Rennwagen in die Eau-rouge werfen. Beim 6-Stundenrennen war dieses Jahr sehr auffallend, wie schnell mittlerweile die E-Types geworden sind. War in der Vergangenheit immer die Reihenfolge GT40 – Cobras – Mustangs und Corvettes und dann die E-Types, so sind die E-Types mittlerweile zur zweiten Kraft hinter den GT40 geworden. Ardennentypisch setzte natürlich auch wieder Regen ein, was zu zahlreichen Kaltverformungen führte. Auch unser Shelby hatte leider noch 10 Minuten vor Schluss leichten Kontakt mit einer Mauer, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat.

Ebenfalls in guter Tradition stand unser nächtliches Barbecue am Team Bus. Sonntags dann alles verladen und etwas groggy die Heimreise angetreten.

Nach diesen drei Veranstaltungen war ich dann doch froh, wieder den normalen Werkstatt-Alltag aufnehmen zu können. Missen wollte ich sie aber auch nicht.

Die Saison ist rum, sehen wir mal was die Nächste so bringt.

Test- und Einstellfahrten 2015 oder „The Fog – der Nebel des Grauens“

berichtet von Jochen Extra, fotografiert von Erik Schrader

Wie fast jedes Jahr bietet die FHR im März zum Saisonstart einen Testtag auf dem Nürburgring an. Und wie fast jedes Jahr benutzen wir die Möglichkeit, diverse Arbeiten an unseren Renngeräten unter Rennbedingungen zu testen. Da der Jaguar C-Type des Rothenberger Teams über den Winter ein neues, verbessertes Getriebe erhielt, war er natürlich dabei. Herr Rothenberger brachte noch seinen Invicta Speedy mit.

Ich und unser Fotograf Erik Schrader reisten schon am Freitagabend an und erlebten gleich die erste eifeltypische Überraschung. Nebel in solcher Dichte, dass wir kaum noch die Straße erkennen konnten. Nach einem Grillteller „Nordschleife“ ging’s in die Falle, um am nächsten Morgen rechtzeitig am Ring zu sein.

Nächster Morgen: Nach dem Anmelden und Einräumen der Box blieb gerade noch Zeit für zwei Aufwärmrunden mit dem C-Type, bevor die Strecke wegen Nebel gesperrt wurde. Erst um 12:00 Uhr wurde sie wieder freigegeben und Herr Rothenberger fuhr abwechselnd den C-Type und den Invicta. Das Getriebe des C-Types bewährte sich einwandfrei, und auch der Invicta lief problemlos. Trotz der harten Wetterbedingungen waren wir alle hochzufrieden.

Nach dem wetterbedingten kurzen Testverlauf wurden die Autos verladen und ab ging es Richtung Heimat. Die Saison 2015 kann beginnen!!

Veteranentreffen im Holzbachtal

berichtet von Jochen Extra,  fotografiert von Helga

Am Valentinstag, den 14. Februar traf sich in unseren Räumen unsere alte Rallye- und Rennclique um sich mal wieder zu sehen, alte und neue Geschichten zu erzählen, alte Storys aufzuwärmen und einfach jede Menge Spaß zu haben.

Am Samstag Nachmittag trafen unsere Freunde ein, um sich erst mal bei Kaffee und Kuchen zu beschnuppern, da sich manche schon Jahre nicht mehr gesehen hatten. Nach den ersten Sondierungsgesprächen ging es dann richtig zur Sache.

Fabian, unser Mann der ersten Stunde, baute seine Musikanlage auf und sorgte den ganzen Abend für eine rockige Musikgrundlage. Jürgen, unser kongenialer Nachbar und Grillfachmann feuerte seinen Smoker an und zauberte ein grandioses Nachtmahl im Stil der Monte-Carlo-Rallye. Nach gutem Essen, vielen Geschichten und noch mehr

Plänen für neue Vorhaben kamen wir zum Höhepunkt des Abends. Jedes Team hatte laut Ausschreibung eine besondere Flasche Whisky mitgebracht. Vom exzellenten Single Malt, über deutschen Whisky bis hin zum Mekongwhisky war alles vorhanden. Unter mehr oder weniger fachkundiger Leitung wurde großzügig probiert, vertoastet oder einfach getrunken. Die Stimmung war prächtig bis grandios und es zog sich bis spät in die Nacht hinein.

Zum Glück war das Hotel in der Nähe und mittels Roadbook auch gut zu finden.

Am Sonntag stand dann noch ein englisches Frühstück an, das meine Kids Felix und Liz professionell servierten. Am Nachmittag fiel allen der Abschied schwer, aber man trennte sich mit dem Vorhaben einfach öfters mal wieder die good old days aufleben zu lassen.

Vielen Dank für euer kommen und Grüße an Beate, Detlef, Jutta, Fabian, Kurt, Uwe, Helga, Klaus-Peter, Eva, Michael, Hans, Elisabeth, Volker, Andrea, Ronny, Hilde und an alle helfenden Hände.

 

6-Hours of Spa – 2014

berichtet von Jochen Extra,  fotografiert von Andre Dieckhoff

Wie jedes Jahr zum Saisonende riefen die 6-Hours und alle kamen. Das Extra-Mobile-Racing-Team natürlich auch. Allerdings hatten wir dieses Jahr eine Doppelbelastung. Einerseits unterstützte ich, wie gewohnt, das Rothenberger Team mit Ihrem wunderschönen Jaguar C-Type, andererseits starteten wir auch mit dem sehr erfolgreichen TR4 des Teams Mutschler/Marcovac, die sich zur Verstärkung ihren englischen Freund Brian geholt hatten.

Anreise am Mittwochabend mit dem C-Type im Anhänger. Donnerstag dann technische Abnahme beider Wagen und bestaunen der weiteren Rennautos. Jedes Mal aufs Neue unbeschreiblich, was hier aufgefahren wird. Rene traf am Nachmittag mit dem Rothenberger Team-Bus ein, was unsere Nachschubsorgen an Bier und Essen mit einem Schlag erledigte.

Am Freitag dann die ersten Trainigsläufe und erste Aufregung. Am C-Type war im Training der Getriebedeckel gebrochen. Zum Glück war meine Mannschaft, die mich unterstützen wollten, noch nicht losgefahren. Ein Ersatzdeckel wurde bereit gemacht und traf mit meiner Helfertruppe am Freitagabend ein. Das Training für die 6-Stunden mit dem TR4 verlief zufriedenstellend. Nach dem Training war erst mal unser traditionelles Parkplatzgrillen angesagt.

Nach einer kurzen Nacht wurde in aller frühe der Getriebedeckel des C-Types montiert und das Auto für das 1-Stundenrennen der Woodcote-Trophy fertiggemacht. 11.30 Start und bis zur vierten Runde lief alles super. In der 5 Runde rollte Helmut Rothenberger jedoch direkt an der Boxenmauer aus. Der Schaltdeckel war erneut gebrochen. Ärgerlich, aber ‚thats racing‘.

Parallel dazu mussten am TR4 neue Reifen und neue Bremsbeläge fürs Rennen montiert werden. Die große Unsicherheit war das Wetter. Es waren Gewitter angesagt, aber beim Start war noch gutes Wetter. Der Start wie immer sagenhaft. GT40, Cobras, E-Types vorneweg und ein Feld von fast 100 Autos donnern die Zielgerade entlang. Der TR4 kämpfte sich durchs Feld. Ab 17:30 Uhr verdunkelte sich der Himmel und es begann zu regnen, dann begann es zu schütten und dann ging die Welt unter. Wassermassen ohne Ende, wir waren bald durchnässt bis auf die Knochen.

Die Dickschiffe hatten extreme Traktionsprobleme, was uns kleineren Fahrzeugen natürlich einen Vorteil brachte. Der erste Fahrerwechsel verlief ohne Probleme, Brian, der den Startstint gefahren hatte, wurde von Klaus-Peter abgelöst. Mittlerweile gab es massiv Ausfälle aufgrund von Kaltverformung. Plötzlich erschien unser TR4 außerplanmäßig in der Box. Klaus-Peter war beim Überholen eines Austin-Healeys abgeschossen worden und landete heftig in der Leitplanke. Schäden an drei Ecken, die Hälfte der Beleuchtung hinüber, Reifen nicht mehr freigängig. Der linke hintere Kotflügel hatte überlebt. Zum Glück waren keine wichtigen Teile wie Achsträger oder Kühler beschädigt worden. Nachdem wir mit einem großen Hammer für den Freigang der Räder gesorgt hatten, wurde Klaus-Peter wieder in die Schlacht geworfen, aber wir hatten bestimmt zwei Runden verloren.

Ab 8:00 Uhr wurde es zum Regen auch noch dunkel und Uwe fiel die Aufgabe zu, den TR nur mit einem Scheinwerfer im Regen durch die Nacht zu steuern. Später gestand er mir, dass er manchmal nicht wusste, ob er überhaupt noch auf der Strecke war.

Eine halbe Stunde vor Schluß wurde das Rennen abgebrochen, nachdem das Safty-Car mehrfach ausrücken musste.

Abgekämpft, völlig groggy aber trotzdem mit bester Laune wurde noch das ein oder andere Bier in der Box getrunken, die Stimmung war eigentlich wie immer sehr gut. Sonntag morgen wurden die waidwunden Fahrzeuge verladen und wir verabschiedeten uns von unseren vielen Freunden.

See you next year !!!!

 

Le Mans Classics 2014

LE MANS Classics 2014, 4. bis 6. July

berichtet und fotografiert von Jochen Extra

Alle zwei Jahre wird im Anschluß an das 24-Stunden Rennen von Le Mans auf der noch abgesperrten Originalstrecke die Le Mans Classics ausgetragen. Eine Oldtimer Rennveranstaltung zu der nur Fahrzeugtypen zugelassen sind, die schon einmal in Le Mans gestartet sind. Aufgeteilt in 6 Starterfelder (Grids) die nach Baujahr zusammengefasst sind, gehen rund 450 historische Rennwagen abwechselnd auf die knapp 14 km lange Strecke. Jedes Grid hat drei Turns von ca. einer Stunde Fahrzeit. Die gefahrenen Zeiten und Platzierungen werden zum Schluß zusammengefasst.

Eine unglaubliche Veranstaltung.

Das Rothenberger Racing Team hat sich 2014 mit einem Invicta und einem Shelby 3500 angemeldet und wie schon 2012 war ich als Mechaniker im Team. Wir starteten am Mittwoch morgens um 5 Uhr, da wir stilecht mit dem Rothenberger Race-Transporter, einem historischen Bristol-Bus, der in der Vergangenheit einem Lotus-Team als Transporter gedient hatte, unterwegs waren. Robert und Phillip, meine Mechanikerkollegen waren in einem 7,5 Tonner im Schlepp dabei, der unsere gesamte Ausrüstung sowie einen Haflinger als Boxenfahrzeug geladen hatte.

Um 16 Uhr kamen wir in Le Mans an und machten erst mal im Super-U halt um die wichtigsten Grundnahrungsmittel wie Bier, Champagner und Grillgut einzukaufen. Danach bezogen wir unseren Standplatz im Fahrerlager. Der LKW mußte außerhalb im Camp-Ground parken. Der Bristol war in bester Gesellschaft, links der Ecurie Ecosse Transporter mit einem C-Type, rechts der John Wyer Transporter mit einem Gulf 917 Porsche und wir mittendrin.

Ein erster Rundgang bestätigte das hohe Niveau der Veranstaltung. Alleine das Jaguar Aufgebot war atemberaubend. 5 C-Types, 6 D-Types, 14 Race E-Types, 6 Lister-Jaguars, 7 Race-XK sprechen für sich. Die Grillabende zogen sich etwas in die Länge und der Schlaf kam etwas zu kurz. Am Donnerstag war Anmeldung, Papierabnahme, Startnummern aufkleben und Technische Abnahme. Es gab wenig zu tun und viel zu schauen. Alles was jemals mit Le Mans zu tun hatte, war vertreten: Cobras, Bentleys, Ford GT40, Porsche in allen Variationen, Sauber, Chevron, Lola … und, und, und.

Am Freitag standen die ersten Trainingsläufe an und damit erste Hektik. An beiden Autos stellten sich Aussetzer auf der langen Hunaudieres-Geraden unter Vollast ein. Wir konnten relativ schnell schadhafte Benzinpumpen feststellen und ersetzen. Das Testen auf der Landstraße gestaltete sich jedoch etwas abenteuerlich, da wir den vierten Gang voll ausfahren mussten (ca. 120 Meilen!!) Zum Glück ist die Polizei im Umfeld der Veranstaltung etwas großzügig. Nach dieser Reparatur liefen die Autos wie ein Uhrwerk.
Unser Transporter war natürlich Anlaufstelle für viele Bekannte des Teams und in der Bus-Lounge. Thema: Men, Cigars and Alkohol only. Es wurden dicke Zigarren abgeraucht und man hatte den Eindruck, der Bus brennt ab.

Am Samstag dann endlich der Renntag. Die Spannung stieg permanent, bis unser Grid 1 (Vorkrieg) in die Startaufstellung gerufen wurde. Für die Zuschauer wurde ein klassischer Le Mans Start durchgeführt, das Startfeld wurde jedoch wieder vom Pace-Car eingefangen und nach einer geführten Einführungsrunde fliegend gestartet. Helmut Rothenberger konnte sich recht schnell in die Spitzengruppe vorarbeiten. Mit Rundenzeiten von 6.40 Min. konnten wir bis auf den fünften Gesamtplatz vorfahren. Pro Turn war ein Fahrerwechsel vorgeschrieben, Gaetan Woitrin übernahm das Steuer und legte sogar noch etwas zu bei den Rundenzeiten.
Nach Abwinken des Turns wurde das gesamte Startfeld in Formation durchs Fahrerlager in die Boxen geführt. Ein großes Spektakel für die Zuschauer.

Dann gab es Arbeit für uns Mechaniker. Das Auto mußte komplett durchgesehen, betankt und für den nächsten Turn fertiggemacht werden. Der Liter Sprit lag etwas über 4 Euro.
Der zweite Turn fand mitten in der Nacht statt, lief aber wie der erste völlig problemlos durch.
Der dritte Turn folgte dann am Sonntag morgen, ebenfalls völlig problemlos. Allerdings führte ein starker Regenguss zu teilweise abenteuerlichen Fahreinlagen. Auch wir büßten durch einen Dreher unseren vierten Platz ein und wurden dennoch hochzufrieden Fünfter.

Mein Respekt vor unseren Fahrern stieg gewaltig. In einem Vorkriegsrenner ohne Gurte und ohne Überrollbügel Geschwindigkeiten von annähernd 200 km/h zu fahren, Dreher abzufangen und das im Regen: Respekt.

Der Shelby hatte sich ebenfalls sehr gut plaziert, und so war die Stimmung bestens.
Meine eigene Stimmung wurde noch besser als ich mitbekam, das Jochen Mass einen Porsche 911 RSR pilotierte und dabei einen prominenten Partner hatte. Brian Johnson, motorsportbegeisterter Frontman der Rockgruppe AC/DC. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und als echter Rock`n Roller hatte er auch Zeit für ein Bier und ein Gespräch über die wichtigen Dinge, wie gute Musik und schnelle Autos. Er war voll des Lobes über die Veranstaltung und über sein „great fucking german car“.

Am Sonntag nachmittag wurde dann alles verladen und sobald das Fahrerlager geöffnet wurde, traten wir unseren langen Heimweg an. Kurz vor Reims übernachteten wir noch einmal, um dann am Montag wieder zurück zu sein.

Im Nachhinein kann ich nur sagen, eine tolle Veranstaltung optisch wie akustisch. Das muß man erlebt haben, wenn ein Rudel Cobras und GT40 mit vollem Druck die Start-Zielgerade durchfährt und man das Gefühl hat der Beton bröckelt von der Boxenmauer! Racing at its best!

Mit Sicherheit einer der Höhepunkte meiner diesjährigen Rennaktivitäten.

Zu Gast bei EXTRA MOBILE

Das allseits bekannte und beliebte Gesangsduo Marshall und Alexander machte Station bei uns, um eine Fotoreihe für seine Tournee zu machen. Da beide ein Faible für Oldtimer haben, bot sich unsere Werkstatt-Atmosphäre ideal dafür an. Jay Alexander fuhr schon einige Oldtimerrallyes in unserem Team mit.

Test- und Einstellfahrt Nürburgring am 23. März 2014

berichtet von Jochen Extra

Wie jedes Jahr bot die FHR (Fahrergemeinschaft historischer Rennsport) auch 2014 am Anfang der Rennsaison ihren Testtag auf dem Nürburgring an. Er wird von vielen genutzt um neue oder über die Winterzeit verbesserte Rennwagen ohne den üblichen Rennstress zu testen und abzustimmen.

Auch wir nutzten die Gelegenheiten, um den Jaguar C-Type des Rothenberger Teams einer ersten Bewährungsprobe zu unterziehen.

Nachdem sich in der letzten Saison Schwachstellen im Bereich Bremsen und Fahrwerk herausgestellt hatten, nutzten wir die rennfreie Zeit, um die gesamte Bremsanlage zu optimieren und das Fahrwerk zu überholen und zu verbessern.

Es waren drei Turns von jeweils 45 Minuten zum Fahren vorgesehen, und schon nach den ersten Runden zeigte die Stoppuhr, dass unsere Bemühungen nicht umsonst gewesen waren. Der C-Type rannte wie die sprichwörtliche Sau, die Stoßdämpfer wurden noch etwas härter eingestellt und dann wurde die gesamte Zeit gefahren, was das Zeug hielt. Außer einem kleinen Ausflug ins Kiesbett gab es keine Probleme. Erleichterung machte sich breit – mit viel Vorfreude auf die kommende Saison.

Ebenfalls dabei waren zwei Invictas, Gulliver und Speedy, zwei ehemalige Werksrennwagen. Speedy soll diese Saison bei der Le-Mans- Classic an den Start gehen, wurde bei den Testfahrten jedoch durch eine undichte Wasserpumpe früh eingebremst, während Gulliver ohne Mucken seine Turns absolvierte.

FHR Test- und EinstelfahrtEs gab auch noch eine erfreuliche Begegnung am Rande. In der Box neben uns fand sich Oliver mit seinem Race E-Type ein. Dieses sehr schöne Auto hatten wir vor Jahren für Oliver nach einem kapitalen Crash neu aufgebaut und witzigerweise gewannen wir damals noch vor dem ersten Rennen einen Designpreis für das schönste Rennauto von Design-Guru Prof. James Kelly. Es gab einiges zu erzählen und ich freute mich richtig diesen E-Type wieder mal in Aktion zu sehen.

Spätnachmittags wurde die Box geräumt, alle Autos verladen, und es war deutlich zu spüren, wie alle auf die neue Saison fiebern. Mal schauen, was das Jahr so bringt.

 

Spa Six Hours 2013

berichtet von Jochen Extra, November 2013

Vom 20. bis 22. September stand wieder eine meiner Lieblingsveranstaltungen an. Die 6 Stunden von Spa sind eine der Top-Ereignisse im Rennkalender. Das Rothenberger Team, für die ich als Rennmechaniker tätig bin, reiste stilecht in einem historischen Renntransporter an, der an zentraler Stelle  im Fahrerlager geparkt wurde. Zum Einsatz kam mit der Startnummer 53 ein Jaguar C-Typ in einem 1-Stunden Rennen am Samstag Mittag und ein Shelby 3500 für das 6-Stunden Hauptrennen am Nachmittag.

Der C-Type, der bisher eher als Straßenauto genutzt wurde, zeigte leider im harten Rennbetrieb eine ungenügende Bremsleistung auf der Vorderachse. Da ist bis zum nächsten Einsatz noch etwas Engineering notwendig. Der Shelby hatte im Verlauf der 6 Stunden mehrmals mit Aussetzern in der Zündanlage zu kämpfen, ansonsten hielt er die lange Renndistanz problemlos durch, von einem kleinen Blechschaden einmal abgesehen. Nachdem um 22 Uhr die Zielflagge fiel, gab es für das gesamte Team vor dem Teambus noch ein mitternächtliches Barbecue, wie in den ‚good-old-days‘.

Adenau-Classic vom 26–28. Juli 2013

berichtet von Jochen Extra

Im Juli rief die Adenau-Classic, eine sehr schöne dreitägige Gleichmäßigkeitsrallye, an den Nürburgring. Karl-Heinz Piller trat mit seinem Competition Triumph GT 6+ an. Normalerweise nimmt mein Kollege Harald auf dem heißen Stuhl Platz, aber aus familiären Gründen war er verhindert und ich bin eingesprungen. Die Rallye beinhaltet zwei Tagesetappen quer durch die Vulkaneifel, wie üblich bei durchwachsenem Wetter. Lichtschranken, Schnittkontrollen, das übliche Programm. Als besonderes Highlight gibt es allerdings am Sonntag morgen zwei Stunden freies Fahren auf der abgesperrten Nordschleife. Keine Touristenfahrer, keine Motorräder, nur Old- und Youngtimer. 2 Stunden heißt 8 runden ‚volles Rohr‘. Der GT 6+ lief wie die sprichwörtliche Sau und danach war der Tank leer und die Reifen vollends hinüber. Am Mittag noch eine kleine Etappe, eine rustikale Siegesfeier und ab ging`s Richtung Heimat.