Der Frosch Tinkerbell

berichtet von Jochen Extra

Dieser Austin Healey Sprite (Frog Eye) fand seinen Weg zu uns aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Kunde fand dieses Auto im Internet, Standort Holland. Laut Beschreibung ein ehemaliger Rennwagen mit sehr speziellen Modifikationen. Bei Rennwagen habe ich häufig etwas Bedenken, da sie meist eine tolle Historie aber auch schon ein abenteuerliches Leben hinter sich haben. Entgegen aller Erwartung fanden wir aber einen blitzsauberen, sehr aufwendig aufgebauten Healey vor. Keinerlei Spuren von früheren Unfallschäden, keinerlei Spuren von übermäßigem Verschleiß. Wild und abenteuerlich beklebt stand er da. Unser Kunde wollte einen Street-Racer mit Spaßfaktor, also eine ideale Ausgangsbasis. Der Wagen wurde gekauft und zu uns transportiert.

Nach der ersten Durchsicht war klar, verschiedene Rennkomponenten mussten wieder zurückgerüstet werden, um die TÜV-Hürde zu nehmen. Alles aber keine großen Sachen. Als größeres Problem stellte sich allerdings der hochgezüchtete Rennmotor heraus, der nach den ersten Probefahrten extrem Wasser im Öl hatte. Gemeinsam haben wir beschlossen einen etwas gemäßigten Motor zu verbauen, der auch für die Straße besser geeignet ist. So gerüstet war die TÜV-Abnahme kein Problem und als Abschluss wurde ein Wertgutachten erstellt. Der Frosch macht seither die Straßen um München herum unsicher.

Und wie kam der Frosch zu seinem Spitznamen? Das Heck zierte ein Abbild der Fee Tinkerbell, uns allen wohlbekannt aus der Peter Pan Geschichte.

MGA 1600 MK II – Coming home

berichtet von Jochen Extra

Diesen späten MGA haben wir 1985 für einen Kunden restauriert. Ausgehend von einem mehr oder weniger vollständigen Schrotthaufen lieferten wir unserem Kunden ein perfektes Auto. Dies war übrigens eine unserer ersten Vollrestaurationen. Der Aufwand war enorm, aber das Ergebnis sprach für sich. Nach kurzer Zeit fand allerdings aus familiären Gründen eine Trennung von Fahrzeug und Besitzer statt. Und wir verloren diesen MGA über Jahrzehnte völlig aus den Augen.

Bis ein anderer Kunde, der auf der Suche nach solch einem Fahrzeug war, uns plötzlich kontaktierte. Er hätte solch ein Fahrzeug angeschaut, das auch noch unseren Aufkleber am Heck trage. Großes Rätselraten, bis klar war, dies war unser verschollener MGA. Jahrzehntelang in einer Fahrzeugsammlung eingelagert, fand dieser MGA wieder zu uns zurück. Die lange Standzeit hatte zwar ihren Tribut gefordert, aber im Großen und Ganzen stand er noch genauso da wie bei der Auslieferung damals. Eine behutsame Überarbeitung der technischen Komponenten, neuer TÜV und ein aktuelles Wertgutachten, und der MGA war „back on the road“.

Jaguar XK 120 Barou

berichtet von Jochen Extra

Dieser außergewöhnliche Jaguar hat eine höchst interessante Geschichte.

Vom Band gelaufen als RHD  XK 120 Roadster in Birch Grey mit roter Innenausstattung. Erster Besitzer war Joan Gobba, zweiter Besitzer war der französische Jaguar-Händler Henry Peignaux, ein passionierter Renn- und Rallyefahrer. Er ließ den XK 120 bei dem bekannten Carrossier Jean Barou mit einer speziellen Barchetta Aluminiumkarosserie versehen, um dann damit etliche Rallyes zu bestreiten, unter anderem die berüchtigte  Lyon-Charbonieres.

Das erste Mal kreuzte dieses Auto meinen Weg 1992 beim 24-Stunden Rennen in Paul Ricard. Eigentlich mit unserem Einsatz-Healey beschäftigt, fiel mir sofort dieses ungewöhnliche Auto auf.

2001 gelangte es in die Hände eines Kunden von uns und somit natürlich auch zu uns. Das Auto war in einem außerordentlich authentischem Zustand, lediglich die originalen Trommelbremsen waren in der Vergangenheit gegen Scheibenbremsen umgetauscht worden.

Als erste größere Arbeit stand eine komplette Motorüberholung an, die gleichzeitig für etwas mehr Dampf sorgte. Die Bremsanlage wurde wieder auf den originalen Zustand zurückgerüstet.

Seither hat der Jaguar viele Veranstaltungen absolviert, alleine vier mal die legendäre Mille Miglia. Außer einem kleinen Heckschaden bereitete der Jaguar über die Jahre keinerlei Probleme. Sein Besitzer, Freund und Kunde unseres Hauses, schätzt die originale Substanz und Patina dieses Jaguars, der mittlerweile in der Szene nur als der „Barou“ bekannt ist. Die Geschichte dieses Jaguars ist auch nachzulesen in dem Buch  „Jaguar XK 150 explored“ von Bernard Viart und im Buch von Herrn Urban aus Frankreich.

Jaguar XK 120

Gleich zwei außergewöhnliche Jaguar trafen sich in unserer Werkstatt. Und obwohl wir solchen Autos immer mit einer gewissen Achtung begegnen, hatten sie ziemlich schnell und respektlos ihre Spitznamen weg:

Der  Fliegende Teppich,
ein früher roter XK 120 kam nämlich direkt von Dubai zu uns eingeflogen. Sein Besitzer wollte den XK eine Saison in Europa lassen, um damit verschiedene Events zu fahren. Vorher sollte er noch bei uns durchgesehen und fit gemacht werden. Es stellte sich aber  heraus, das die Wartung in Dubai wohl mit mehr Begeisterung als Sachverstand durchgeführt worden war. Es gab einiges zu tun. Fahrwerk, Bremsen, Motoreinstellung und tausend Kleinigkeiten waren instand zu setzen. Nach der Saison entschwebte der XK wie der sprichwörtliche fliegende Teppich wieder in seine Heimat.

Die Thermoskanne,
ein sehr früher Aluminium-XK 120 kam wegen sprichwörtlicher Unfahrbarkeit zu uns. Ein außergewöhnliches Fahrzeug. Ein XK mit Aluminiumkarosserie, die irgendwann entlackt, poliert und auf Race-Trimm umgebaut wurde. Allerdings hatte dieser XK gravierende Fahrwerksprobleme, bei der ersten schärferen Probefahrt schüttelte sich das Fahrwerk dermaßen auf, das man nur mit äußerster Gewalt das Lenkrad festhalten konnte. Die komplette Radaufhängung wurde zerlegt, überholt und neu eingestellt. Mit dem Ergebnis, das der Besitzer hocherfreut meinte, ein neues Auto zu haben. Auch die Thermoskanne nahm zusammen mit dem fliegenden Teppich an verschiedenen Veranstaltungen teil.

MGC GT Sebring

berichtet von Jochen Extra

MG baute 1967 auf Basis des etwas glücklosen MGC GT die letzten zwei Werksrennwagen.

Mit Aluminiumkarosserie, getuntem 3 Ltr.-Motor, verbessertem Fahrwerk und gewaltigen Rädern sollte er in der GT-Klasse antreten, wo er auch einige Erfolge einfuhr. Danach wurde die MG-Rennabteilung geschlossen und die zwei Lightweight MGC sind heute hochbezahlte Sammlerstücke.

Ende der 90er Jahre bauten wir für einen Kunden seinen MGC GT auf diese Sebring-Spezifikation um.

Kotflügelverbreiterungen, Mini-Lite Sportfelgen mit breiteren Reifen, Frontschürze und geändertes Heckblech, ein getunter Motor mit Webervergasern und 200 PS sowie eine verbesserte Bremsanlage waren die technischen Details. Im Gegensatz zu den eher spartanischen Originalen erhielt der MGC eine aufwendige Volllederausstattung mit zeitgenössischen Schalensitzen.

Dermaßen erleichtert und erstarkt verwandelte sich der eher behäbige MGC in einen spurtstarken Street-Racer, der einen enormen Spaßfaktor besitzt.

Seit nunmehr 50 Jahren auf der Straße befindet sich der MGC immer noch in Bestform, was auch auf die regelmäßige Wartung zurückzuführen ist. Er wird auch die nächsten Jahre seinem Besitzer noch viel Fahrspaß bescheren.

EXTRA MOBILE

Der Engländer-Spezialist

in der Presse: Die Motor Klassik berichtet

Wer etwas mehr über uns erfahren möchte, findet in der Juni-Ausgabe 2017 der MOTOR KLASSIK einen guten Artikel über unsere Werkstatt. Darin ist nicht nur beschrieben, wie wir zu dem gekommen sind, was wir heute tun, sondern die Fotos geben auch einen guten Einblick in unsere Werkstatt.

Baltic Sea Circle 2017 – Preview

berichtet von Kathrin

Zugegeben: Jeder hat andere Vorstellungen von seinem Urlaub, und die Mitternachtssonne am Polarkreis zieht bestimmt viele in ihren Bann. Aber 16 Tage, 7.500 km, von Hamburg zum Nordkap, über Russland und das Baltikum zurück nach Hamburg, keine Autobahn, kein GPS, das Auto älter als 20 Jahre und möglichst nicht teuer als 2.500 Euro? Ist das noch Urlaub? Für diese Reize muss man erst mal offen sein. Am Freitag, den 16. Juni ging es für Jochen Extra nach Hamburg zum Start der Rallye „Baltic Sea Circle“. Zusammen mit seinem Team-Kollegen Lothar starteten sie am Samstag auf einem Audi und sind nun schon irgendwo mitten in Skandinavien.

Wer will, kann das Team Riesling mit der Startnummer 244 auf Facebook verfolgen … oder mal auf der Webseite des Veranstalters vorbeischauen: Baltic Sea Circle. Hier werden viele Teams live getracked.

Die ersten Bilder sehen schon mal vielversprechend aus … wir drücken die Daumen, dass das Auto hält und wünschen viel Spaß im Urlaub.

MGB GT Rallye

berichtet von Jochen Extra

Dieser MGB GT erblickte 1976 als schnödes Gummiboot das Licht der Welt. Der jetzige Besitzer, seit langem Freund und Kunde unseres Hauses, erwarb den GT 1989 und nutzte ihn lange Zeit als Alltagsauto.

2007 wurde er dann teilrestauriert und umgebaut für Veranstaltungen, mit Sebring-Kit, Überrollbügel und Zusatzscheinwerfer. Ein leistungsgesteigerter Motor half ihm auch kraftmäßig auf die Sprünge. Teilnahmen an verschiedenen Motorsportveranstaltungen prägten die nächsten Jahre.

Allerdings forderten die Winterrallyes auch ihren Tribut, weshalb der GT jetzt noch mal überarbeitet und gleichzeitig auch etwas ziviler zurückgerüstet wurde. Er wird sein Leben in Zukunft wieder als Zweitwagen im sportlichen Alltagseinsatz bestreiten.

Der Schönste unter der Sonne

gefahren und berichtet von Erik Schrader

Mit diesem Slogan warb Alfa Romeo 1966 für das neue Modell des Alfa Romeo Spider, der zuerst gar nicht Spider hieß. Bei einem Wettbewerb unter den Lesern einer Zeitschrift sollte ein Name gefunden werden, der die etwas äbfällige, vermutlich werksinterne Bezeichnung „Osso Di Sepia“ ersetzen sollte. Heraus kam der neue Rufname des 1600 Modells: Duetto. Zwei Sitze, zwei obenliegende Nockenwellen, zwei Doppelvergaser.

Werbebroschüre von Alfa Romeo für den Duetto

ARDuetto_Broschuere

48 Jahre später.

Wenn man mit dem Duetto unterwegs ist, fängt man nach einiger Zeit unweigerlich an, „Mrs. Robinson“ von Simon and Garfunkel vor sich hin zu summen. Unweigerlich. Wenn man sich, zumindest noch fragmentarisch, an den Text erinnern kann, muss man sogar singen. Meist ein bisschen schief und meist nicht wirklich der Melodie folgend. Aber egal. Man macht das so. Zu sehr erinnert man sich an die Szene in „Die Reifeprüfung“ in der Dustin Hofmann mit einem roten Duetto durch die Gegend rast auf der Suche nach der Kirche in der seine Elaine gerade getraut werden soll. Aber uns, heute, soll der Duetto nur über die Straße der Umgebung tragen, soll uns mit dem Alfa-typischen Sound beglücken und dem Fahrspaß, den das klassische Sportwagenlayout des Antriebs mit sich bringt – Motor vorne, hinter der Vorderachse und die angetriebenen Räder hinten. Dazwischen ein wunderbar zu schaltendes Fünfganggetriebe.

Ruhen tut das Ganze auf einem Fahrwerk, dass auch, wenn es mal „g’schwind ums Eck“ geht, immer freundlich und gutmütig mit dem vielleicht etwas überschwänglichen Fahrer umgeht.

Steigern kann man die Freude am Duetto, wenn man ihn über Alpenpässe in Richtung Gardasee lenkt. Jede Kurve, jede Kehre, die ihn näher an sein Zuhause bringt, feiert er mit lustvollen Gebollere aus dem Auspuffrohr und der Musik des drehfreudigen Motors, der sich hier mehr als wohl fühlt. Es wird mal wieder Zeit für einen Abstecher an den Lago di Garda …

 

ASTON MARTIN DB6, Copyright 2014 by Erik Schrader

Aston Martin DB 6

aufgeschrieben und fotografiert von Erik Schrader, August 2014

Ein schönes Auto. Silbern glänzend, elegante Linienführung, nicht zu viel Sportlichkeit, nicht zu wenig. Vier Sitzplätze, die auch auf der Rücksitzbank zwei Erwachsenen ausreichend Platz bieten.

Wenn man sich hineinsetzt, bevorzugt auf den Fahrersitz, hinter das hölzerne Volant, steht einem der Sinn nicht danach dem Wagen die Sporen zu geben, sondern eher gemächlich durch die Gegend zu rollen. Zumindest bis zur nächsten Autobahnauffahrt. Dort mag man den Drehzahlmesser auch schon einmal etwas ungebührlich nach oben schnellen lassen. Nicht zu sehr natürlich, denn der DB 6 ist nicht wirklich als Sportwagen gedacht. Eher ein Grand Tourismo, ein schneller Reisewagen für vier Personen, der einen zügig und bequem über die Motorways trägt. Auf den Strecken des Schwarzwald hingegen, fühlt er sich nicht wirklich wohl. Zu viele Kurven, die das Dickschiff nur ungerne in zügigem Tempo nimmt. Sicherlich, der Aston kann das – doch ich zumindest habe bei den schnellen Passagen meiner Testfahrt kein wirkliches Vertrauen in das Fahrverhalten des Schmuckstücks aufbauen können. Andererseits aber, hat das Heck auch nie wirklich versucht vor mir am Kurvenausgang anzukommen. Ich denke, man kann das Fahrverhalten getrost als gutmütig bezeichnen. Zu versuchen dem Wagen mehr Querdynamik aufzubürden, sollte man auch noch aus einem anderen Grund unterlassen:

Der DB 6 genießt bei allen entgegenkommenden, folgenden und verfolgten Autofahrern, allen Passanten auf dem Trettoir und den Herren und Damen in den Straßencafes eines gleichermaßen:

Liebevolle Aufmerksamkeit.

 

P.S.: Mir war nach der Testfahrt mehr nach einem Highland-Singlemalt als nach einem Martini. Cheers!