Jaguar XK 120

Gleich zwei außergewöhnliche Jaguar trafen sich in unserer Werkstatt. Und obwohl wir solchen Autos immer mit einer gewissen Achtung begegnen, hatten sie ziemlich schnell und respektlos ihre Spitznamen weg:

Der  Fliegende Teppich,
ein früher roter XK 120 kam nämlich direkt von Dubai zu uns eingeflogen. Sein Besitzer wollte den XK eine Saison in Europa lassen, um damit verschiedene Events zu fahren. Vorher sollte er noch bei uns durchgesehen und fit gemacht werden. Es stellte sich aber  heraus, das die Wartung in Dubai wohl mit mehr Begeisterung als Sachverstand durchgeführt worden war. Es gab einiges zu tun. Fahrwerk, Bremsen, Motoreinstellung und tausend Kleinigkeiten waren instand zu setzen. Nach der Saison entschwebte der XK wie der sprichwörtliche fliegende Teppich wieder in seine Heimat.

Die Thermoskanne,
ein sehr früher Aluminium-XK 120 kam wegen sprichwörtlicher Unfahrbarkeit zu uns. Ein außergewöhnliches Fahrzeug. Ein XK mit Aluminiumkarosserie, die irgendwann entlackt, poliert und auf Race-Trimm umgebaut wurde. Allerdings hatte dieser XK gravierende Fahrwerksprobleme, bei der ersten schärferen Probefahrt schüttelte sich das Fahrwerk dermaßen auf, das man nur mit äußerster Gewalt das Lenkrad festhalten konnte. Die komplette Radaufhängung wurde zerlegt, überholt und neu eingestellt. Mit dem Ergebnis, das der Besitzer hocherfreut meinte, ein neues Auto zu haben. Auch die Thermoskanne nahm zusammen mit dem fliegenden Teppich an verschiedenen Veranstaltungen teil.

MGC GT Sebring

berichtet von Jochen Extra

MG baute 1967 auf Basis des etwas glücklosen MGC GT die letzten zwei Werksrennwagen.

Mit Aluminiumkarosserie, getuntem 3 Ltr.-Motor, verbessertem Fahrwerk und gewaltigen Rädern sollte er in der GT-Klasse antreten, wo er auch einige Erfolge einfuhr. Danach wurde die MG-Rennabteilung geschlossen und die zwei Lightweight MGC sind heute hochbezahlte Sammlerstücke.

Ende der 90er Jahre bauten wir für einen Kunden seinen MGC GT auf diese Sebring-Spezifikation um.

Kotflügelverbreiterungen, Mini-Lite Sportfelgen mit breiteren Reifen, Frontschürze und geändertes Heckblech, ein getunter Motor mit Webervergasern und 200 PS sowie eine verbesserte Bremsanlage waren die technischen Details. Im Gegensatz zu den eher spartanischen Originalen erhielt der MGC eine aufwendige Volllederausstattung mit zeitgenössischen Schalensitzen.

Dermaßen erleichtert und erstarkt verwandelte sich der eher behäbige MGC in einen spurtstarken Street-Racer, der einen enormen Spaßfaktor besitzt.

Seit nunmehr 50 Jahren auf der Straße befindet sich der MGC immer noch in Bestform, was auch auf die regelmäßige Wartung zurückzuführen ist. Er wird auch die nächsten Jahre seinem Besitzer noch viel Fahrspaß bescheren.

EXTRA MOBILE

Der Engländer-Spezialist

in der Presse: Die Motor Klassik berichtet

Wer etwas mehr über uns erfahren möchte, findet in der Juni-Ausgabe 2017 der MOTOR KLASSIK einen guten Artikel über unsere Werkstatt. Darin ist nicht nur beschrieben, wie wir zu dem gekommen sind, was wir heute tun, sondern die Fotos geben auch einen guten Einblick in unsere Werkstatt.

Baltic Sea Circle 2017 – Preview

berichtet von Kathrin

Zugegeben: Jeder hat andere Vorstellungen von seinem Urlaub, und die Mitternachtssonne am Polarkreis zieht bestimmt viele in ihren Bann. Aber 16 Tage, 7.500 km, von Hamburg zum Nordkap, über Russland und das Baltikum zurück nach Hamburg, keine Autobahn, kein GPS, das Auto älter als 20 Jahre und möglichst nicht teuer als 2.500 Euro? Ist das noch Urlaub? Für diese Reize muss man erst mal offen sein. Am Freitag, den 16. Juni ging es für Jochen Extra nach Hamburg zum Start der Rallye „Baltic Sea Circle“. Zusammen mit seinem Team-Kollegen Lothar starteten sie am Samstag auf einem Audi und sind nun schon irgendwo mitten in Skandinavien.

Wer will, kann das Team Riesling mit der Startnummer 244 auf Facebook verfolgen … oder mal auf der Webseite des Veranstalters vorbeischauen: Baltic Sea Circle. Hier werden viele Teams live getracked.

Die ersten Bilder sehen schon mal vielversprechend aus … wir drücken die Daumen, dass das Auto hält und wünschen viel Spaß im Urlaub.

MGB GT Rallye

berichtet von Jochen Extra

Dieser MGB GT erblickte 1976 als schnödes Gummiboot das Licht der Welt. Der jetzige Besitzer, seit langem Freund und Kunde unseres Hauses, erwarb den GT 1989 und nutzte ihn lange Zeit als Alltagsauto.

2007 wurde er dann teilrestauriert und umgebaut für Veranstaltungen, mit Sebring-Kit, Überrollbügel und Zusatzscheinwerfer. Ein leistungsgesteigerter Motor half ihm auch kraftmäßig auf die Sprünge. Teilnahmen an verschiedenen Motorsportveranstaltungen prägten die nächsten Jahre.

Allerdings forderten die Winterrallyes auch ihren Tribut, weshalb der GT jetzt noch mal überarbeitet und gleichzeitig auch etwas ziviler zurückgerüstet wurde. Er wird sein Leben in Zukunft wieder als Zweitwagen im sportlichen Alltagseinsatz bestreiten.

Der Schönste unter der Sonne

gefahren und berichtet von Erik Schrader

Mit diesem Slogan warb Alfa Romeo 1966 für das neue Modell des Alfa Romeo Spider, der zuerst gar nicht Spider hieß. Bei einem Wettbewerb unter den Lesern einer Zeitschrift sollte ein Name gefunden werden, der die etwas äbfällige, vermutlich werksinterne Bezeichnung „Osso Di Sepia“ ersetzen sollte. Heraus kam der neue Rufname des 1600 Modells: Duetto. Zwei Sitze, zwei obenliegende Nockenwellen, zwei Doppelvergaser.

Werbebroschüre von Alfa Romeo für den Duetto

ARDuetto_Broschuere

48 Jahre später.

Wenn man mit dem Duetto unterwegs ist, fängt man nach einiger Zeit unweigerlich an, „Mrs. Robinson“ von Simon and Garfunkel vor sich hin zu summen. Unweigerlich. Wenn man sich, zumindest noch fragmentarisch, an den Text erinnern kann, muss man sogar singen. Meist ein bisschen schief und meist nicht wirklich der Melodie folgend. Aber egal. Man macht das so. Zu sehr erinnert man sich an die Szene in „Die Reifeprüfung“ in der Dustin Hofmann mit einem roten Duetto durch die Gegend rast auf der Suche nach der Kirche in der seine Elaine gerade getraut werden soll. Aber uns, heute, soll der Duetto nur über die Straße der Umgebung tragen, soll uns mit dem Alfa-typischen Sound beglücken und dem Fahrspaß, den das klassische Sportwagenlayout des Antriebs mit sich bringt – Motor vorne, hinter der Vorderachse und die angetriebenen Räder hinten. Dazwischen ein wunderbar zu schaltendes Fünfganggetriebe.

Ruhen tut das Ganze auf einem Fahrwerk, dass auch, wenn es mal „g’schwind ums Eck“ geht, immer freundlich und gutmütig mit dem vielleicht etwas überschwänglichen Fahrer umgeht.

Steigern kann man die Freude am Duetto, wenn man ihn über Alpenpässe in Richtung Gardasee lenkt. Jede Kurve, jede Kehre, die ihn näher an sein Zuhause bringt, feiert er mit lustvollen Gebollere aus dem Auspuffrohr und der Musik des drehfreudigen Motors, der sich hier mehr als wohl fühlt. Es wird mal wieder Zeit für einen Abstecher an den Lago di Garda …

 

ASTON MARTIN DB6, Copyright 2014 by Erik Schrader

Aston Martin DB 6

aufgeschrieben und fotografiert von Erik Schrader, August 2014

Ein schönes Auto. Silbern glänzend, elegante Linienführung, nicht zu viel Sportlichkeit, nicht zu wenig. Vier Sitzplätze, die auch auf der Rücksitzbank zwei Erwachsenen ausreichend Platz bieten.

Wenn man sich hineinsetzt, bevorzugt auf den Fahrersitz, hinter das hölzerne Volant, steht einem der Sinn nicht danach dem Wagen die Sporen zu geben, sondern eher gemächlich durch die Gegend zu rollen. Zumindest bis zur nächsten Autobahnauffahrt. Dort mag man den Drehzahlmesser auch schon einmal etwas ungebührlich nach oben schnellen lassen. Nicht zu sehr natürlich, denn der DB 6 ist nicht wirklich als Sportwagen gedacht. Eher ein Grand Tourismo, ein schneller Reisewagen für vier Personen, der einen zügig und bequem über die Motorways trägt. Auf den Strecken des Schwarzwald hingegen, fühlt er sich nicht wirklich wohl. Zu viele Kurven, die das Dickschiff nur ungerne in zügigem Tempo nimmt. Sicherlich, der Aston kann das – doch ich zumindest habe bei den schnellen Passagen meiner Testfahrt kein wirkliches Vertrauen in das Fahrverhalten des Schmuckstücks aufbauen können. Andererseits aber, hat das Heck auch nie wirklich versucht vor mir am Kurvenausgang anzukommen. Ich denke, man kann das Fahrverhalten getrost als gutmütig bezeichnen. Zu versuchen dem Wagen mehr Querdynamik aufzubürden, sollte man auch noch aus einem anderen Grund unterlassen:

Der DB 6 genießt bei allen entgegenkommenden, folgenden und verfolgten Autofahrern, allen Passanten auf dem Trettoir und den Herren und Damen in den Straßencafes eines gleichermaßen:

Liebevolle Aufmerksamkeit.

 

P.S.: Mir war nach der Testfahrt mehr nach einem Highland-Singlemalt als nach einem Martini. Cheers!

Opel Super 6

berichtet und fotografiert von Erik Schrader, gefahren von Harald Mack, Mai 2014

Eigentlich ein Leckerbissen, der Opel Super 6, als er 1937 und 1938 gebaut wurde. Ein 2,5 Liter großer Sechszylindermotor mit seitlicher Nockenwelle, ein zumindest im zweiten und dritten Gang synchronisiertes Getriebe, dass kein Zwischengas beim Herunterschalten mehr benötigt, ein Kastenrahmen, auf dem die Karosserie ruht und der durch Quertraversen stabilisiert wird. Genau dieser Kastenrahmen ließ sich prima nutzen um unterschiedliche Karosserievarianten von der Limousine bis hin zum sportlich (aussehenden) Roadster zu realisieren.

Der Super 6 auf den Bildern ist ein fünfsitziges Cabriolet, mit dem sich vorzüglich über die Landstraßen cruisen lässt – mit den drei zur Verfügung stehenden Vorwärtsgängen. Sportliche Ambitionen sind diesem Modell dabei vollkommen fremd, sodass man sich sogar das Überholen eines Busses verkneift. Ein Entschleuniger.

Schade, dass sich in naher Zukunft kaum jemand mehr für diese Art Fahrzeug interessieren und sie pflegen und benutzen wird.

 

Nachtrag: Auf unserem Facebook-Profil, wo wir diesen Beitrag verlinkt haben, fanden wir diesen Kommentar, den wir auch hier veröffentlichen dürfen:

Mein Großvater hatte einen und mein Vater lernte das Auto samt Motor sehr gut kennen. Als er dann im 2.Weltkrieg in russische Kriegsgefangenschaft kam, hatter der Lagerkommandant so einen als Beutestück, der allerdings nicht funktionierte, mein Vater konnte das Auto aber wieder fahrbereit machen, was ihm letztendlich die Freiheit brachte! Wenn er uns die Geschichte erzählte, kamen ihm immer die Tränen, er hat von seiner Kompanie im Leben nie wieder jemanden getroffen …
Werner L. E.

Triumph-GT6+. Copyright 2013 by Erik Schrader

Testfahrt – Triumph GT6

berichtet von Jochen Extra, Februar 2014

In unserem Rennteam betreuen wir zwei außergewöhnliche Triumph GT6. Im Grunde genommen sind das völlig verkannte Autos, die erst in letzter Zeit eine gewisse Wertschätzung erfahren. Aufbauend auf einem Triumph Spitfire wurde damals ein Coupe mit dem 2-Liter Limousinen-Motor entwickelt, das sich relativ gut im Rennsport behauptete.

Unsere GT6 sind natürlich etwas weiterentwickelt. Der rote GT6 von Knut Henneke verfügt über eine überarbeitete TR6 Maschine mit Benzineinspritzung mit deutlich über 150 PS.

Knut beklagte immer wieder Fahrwerkgeräusche, die mir bei den normalen Probefahrten nicht aufgefallen waren. Also stand ein Hochgeschwindigkeitstest an. Vorzugweise nachts, vorzugsweise auf der Autobahn. Am besten nachts um 3:00 vollgetankt und auf der Autobahn Richtung Frankfurt. Erst einmal locker ca. 30 km abgespult, um die Mechanik etwas anzuwärmen. Dann bei freier Strecke ging es los: Gaspedal durch und der Dinge harren, die da kommen.

Bis Tempo 130 war alles normal, ab 140 trat in der Fahrgastzelle eine stärkere Vibration auf, die bei 180 wieder verschwand, ab 200 wieder verstärkt auftrat. Der Durchzug war phänomenal, die Tachonadel wanderte wieder an den Anschlag, das GPS zeigte 230 an, die Geräuschentwicklung war unbeschreiblich, die ganze Zelle fing zu schwingen an, das Fahrwerk vermittelte einem das Gefühl bald den Bodenkontakt zu verlieren, trotz vollster Konzentration war das Auto nur mit Mühe auf der Fahrbahn zu halten. Die Nadel des Drehzahlmessers war voll im roten Bereich und der Motor wollte immer noch zulegen. Im Rückspiegel erkannte ich schemenhaft einen Porsche 911, der mir fast eine halbe Stunde im full-speed dichtauf folgte. Nachdem ich ohne Probleme über eine halbe Stunde bei Volllast gefahren war, ohne irgendwelche Probleme, war klar, das die Fahrwerkgeräusche konstruktionsbedingt waren, die relativ instabile Spitfire- Karosserie war einfach nicht für derartige Belastungen ausgelegt.

Ich übrigens auch nicht. Nachdem ich auf einen Parkplatz gefahren war, merkte ich, dass ich so was von völlig durchgeschwitzt war. Hut ab vor den Rennprofis, die teilweise stundenlang ein Auto am Limit bewegen. Aber riesig Spaß hat es doch gemacht. Der GT6 ist wahrlich ein Wolf im Schafpelz. Das mußte selbst der Porschefahrer eingestehen, der hinter mir auf den Parkplatz gefahren war. Der konnte gar nicht mehr aufhören zu grinsen.

Fotos vom roten GT6, über den hier berichtet wird, folgen. Die beigefügten Bilder sind von dem anderen von uns betreuten GT6+.

 

Jaguar E-Type Series One. Rot.

berichtet von Erik Schrader, Februar 2014

Kein Anruf von Mr. High oder seiner Sekretärin, kein Griff nach der 38’er im Schulterhalfter beim Verlassen des Büro, Jeremias heiße ich nicht, Pfeife rauche ich nicht und eine Flunder habe ich auch noch nie geschrubbt.

Der Anruf kam von Jochen Extra, er hat einen roten E-Type aus der Serie 1 da, den ich Testfahren könnte. Nein, kein Roadster. Ja, das Coupé mit der wunderbaren Hecktür. Ja, 3,8 Liter Hubraum; ja, knapp 270 PS auf knapp 1300 Kilo. Die letzten beiden Teilsätze musste Jochen mir aber nochmals erzählen, als ich bei Extra Mobile aufschlug. Ich hatte bereits bei seiner Erwähnung von „Hecktür“ das Telefon aufgelegt und mich auf den Weg gemacht.

Er ist gar nicht so lang, der E-Type, wie man ihn sich vorstellt. Wenn man erst Mal drinnen Sitzt, fällt einem auch auf, das dass Auto wirklich ziemlich eng ist. Zumindest, wenn man fast zwei Meter an Körpergröße misst.

Eine Andauernde Gefahr für die Kniescheibe ist auf der Fahrerseite der tief in die Türöffnung gezogene Rahmen der Frontscheibe. Beim Aussteigen zumindest. Beim Einsteigen ist das egal, das Adrenalin, wenn man so einen Wagen entert, einfach noch ein bisschen zu hoch um solche Lapalien wirklich wahrzunehmen.

Da der nördliche Schwarzwald nicht New York/USA ist und ich nicht Jeremias, habe ich auf meiner Testfahrt gemütlich über die verwinkelten Straßen cruisen können. Dafür ist er gebaut. Eher ein Grand Tourismo als ein wirklicher Sportwagen. Klar, wenn es notwendig scheint, kann man dem Sechszylinder schon „die Sporen geben“, doch am meisten Spaß macht der Wagen einfach, wenn man, egal, wie er fährt, den Vordermann auf der Landstraße, nicht davonziehen läßt. Mit einem 50 Jahre altem Auto. Einer Ikone.

Danke an Andre Dickhoff als Fotofahrer und Juliane Packlin, die den Knipser durch den Schwarzwald kutschierte.