Veranstaltungstipps

berichtet von Jochen Extra

Da mein Motorsport-Veranstaltungsprogramm dieses Jahr aus verschiedenen Gründen etwas dünn gesät war, besuchte ich zwei Veranstaltungen, die nur am Rande etwas mit Oldtimern und Jaguar zu tun hatten. Beide waren aber ganz tolle Veranstaltungen, was wiederum zeigt, dass es nicht schadet, wenn man mal über den Tellerrand hinausschaut.

TIPP No. 1: Pedal to the Metall

Die erste Veranstaltung, die NITRO-OLYMPIX, fand auf dem Hockenreimring vom 19. bis 21. August statt. Da ich schon seit einiger Zeit mit einem Auge auf die HOT-ROD Scene schiele, standen die Dragster schon einige Zeit auf meinem Plan. Und es war wirklich sehenswert. Wenn die Oldtimerszene schon etwas eigen ist, die HOT-ROD Szene ist vollkommen abgedreht. Hier geht’s nicht um Spaltmaße, um funkelnden Lack oder Originalität, hier geht’s nur um originelles und Full-Metall-Jacket. Alles, was Leistung bringt, wird irgendwie verbaut und gefahren. Es geht nur darum, wer am schnellsten die viertel Meile (402 m) zurücklegt. Die Schnellsten in ca. 3,5 Sek. (!!) und sie werden dabei über 400 km/h schnell. Die Strecke wird für bessere Traktion mit Sprühkleber (!) imprägniert.

Der Gang durchs Fahrerlager war sehr beeindruckend. Z.B. ein Jaguar XK8 mit ca. 1500 PS. Statt des Jaguar-V8 wird natürlich ein gewaltiger Ami-V8 verbaut. Obendrauf kommt ein noch gewaltigerer Verdichter, der mit astronomischen Drehzahlen läuft und mit massiven Stahlseilen an den Motor gekettet ist, damit er sich nicht selbstständig macht. Fahrwerk, Achsen und Bremsen werden mächtig verstärkt und ans Ende kommt ein Bremsfallschirm, mit dem man auch einen Starfighter verzögern könnte.

Oder ein Citroën 11CV, der die Bedeutung Gangsterlimousine ins rechte Licht rückt. 1800 PS mit Lachgaseinspritzung. Da hätten die Flics das nachsehen.

Oder die Top-Full-Dragster mit 4500 PS und einem Verbrauch von 60 Litern auf 400 Metern.

Oder die Monstermotorräder mit 1000 PS und und und.

Auch die Szene ist sehr sympathisch, stark schwarz gewandet, stark tätowiert, aber offen und mitteilsam. Das ist das, was mich am meisten begeistert hat. Die Jungs und Mädels sind jung, wild, hungrig, technikbesessen und leben ihren Stil. So wie die Jaguar-Szene vor langer Zeit auch mal war. Nächstes Jahr ist diese Veranstaltung fest eingeplant.

 

TIPP No. 2: Airborne

Vom 9. bis 11. September fand auf der Hahnweide bei Kirchheim/Teck eins der größten Oldtimer Fliegertreffen in Europa statt. Mit einer Gruppe Jaguar-Fahrer aus der Sektion Stuttgart und aus dem Raum Mannheim besuchten wir diese Veranstaltung. Bei sensationellem Hochsommerwetter gaben sich über 300 Oldtimerflugzeuge die Ehre. Das Aufgebot war erstaunlich. Es wurden Rundflüge mit der JU 52 und mit zwei Antonovs AN2 ( der größte gebaute Doppeldecker) angeboten, insgesamt waren ca. 80 Doppeldecker vor Ort. Eine große Armada an Segelflugzeugen boten teilweise beeindruckende Kunstflugshows. Und natürlich besonders für mich interessant die War-Bird-Szene mit Mustang, Spitfire, Curtiss P40, Hurricane und verschiedenen Jaks aus russischer Fertigung. Einer der Höhepunkte war die Messerschmitt Me262, die eigens von ihrem Stützpunkt in Manching einflog und eine sehenswerte Flugshow ablieferte.

Das ganze Wochenende waren ca. 1500 Flugbewegungen zu koordinieren, eine Meisterleistung der Fluglotsen. Für Aufsehen sorgte auch eine akrobatische Kunstflugvorführung einer EXTRA 330, eines Flugzeugtypes das jahrzehntelang die Kunstflugszene beherrschte und von einem Verwandten von mir gebaut wird. Walter Extra ist ein bekannter Name in Fliegerkreisen. Die EXTRA 330 ist für Belastungen von negativ 10 G ausgelegt, was eigentlich schon über die menschliche Belastbarkeit hinausgeht. Aber das befähigt sie, wirklich atemberaubende Manöver zu fliegen. Mit einer gesunden Gesichtsbräune machte sich am Abend die Jaguar-Truppe wieder auf den Heimweg.

Vielen Dank an R. Bohrmann für die Fotos.