24-Stunden Rennen Paul-Ricard

24-Stunden Rennen in Paul-Ricard, Südfrankreich

Aufregung kam von einer ganz anderen Seite. Volker Erdle, auch ein Urgestein der Healey-Szene rief mich wegen einem ganz speziellem Event an. In Paul-Ricard in Südfrankreich wurde ein 24-Stunden Rennen für klassische Fahrzeuge ausgetragen und er und sein Freund Michael Graf wollten mit Volkers altem Renn-Healey daran teilnehmen. Ob ich wohl Lust hätte als Mechaniker mit dabei zu sein. Die Frage war natürlich völlig überflüssig.

Volker hatte seinem Healey einen neuen Motor verpasst und mit einem Auto voller Reifen und Ersatzteilen ging es los nach Südfrankreich. Da Volkers Vorbereitungen etwas zeitknapp war, musste der neue Motor auf der Autobahn noch eingefahren werden. Ganz wohl war mir bei der Aktion jedoch nicht, ein nicht ausreichend getestetes Auto in ein 24-Stunden Rennen zu schicken, erschien mir doch reichlich gewagt.

An der Rennstrecke, die noch den Charme der 70er verströmte, fanden wir eine nette Unterkunft und ein Restaurant wo es sagenhafte gegrillte Steaks gab. Im Training erwischte es uns dann eiskalt. Kolbenfresser! Nachdem wir stundenlang versucht hatten Ersatzteile aus Deutschland einfliegen zu lassen, griffen wir zur letzten Möglichkeit. Über nacht wurde der Motor zerlegt, so gut es ging der Schaden behoben, 1 Zylinder stillgelegt und alles wieder zusammengebaut. ½ Stunde vor dem Start waren wir mit dem Auto und den Nerven fertig, aber bereits 30 Minuten nach dem Start gab der Motor endgültig den Geist auf. Grund war wie so oft ein Pfennigartikel, in unserem Fall ein defekter Verteilerfinger. Daraufhin schwor ich mir nie wieder ungetestet bei einem Rennen anzutreten.