Das Team formiert sich

Das Team formiert sich

Dort trat Torsten auf den Plan, ein ebenfalls Healey und Rallye Begeisterter. Wie der Zufall so spielt, stand just zu diesem Zeitpunkt wieder ein Rennschwein in der Schweiz zum Verkauf. Kurz darauf parkten 2 Renn-Healeys bei uns. Wie bei Fabians Healey gab es jedoch eine Menge zu tun, um das Fahrzeug auf die Reihe zu bringen. Parallel dazu gesellte sich Detlev aus Kronberg zu uns. Er brachte uns seinen TR3, um daraus ein Rallye-Auto zu bauen. Plötzlich waren wir ein Racingteam!

Die Alpenrallye im Sommer war der erste gemeinsame Auftritt unserer Renn-Healeys und – Geschichte wiederholt sich ­– danach war für Torsten klar, etwas „rechtes“ muss her. Der Neuaufbau eines Rennschweines ohne Kompromisse wurde beschlossen. Es wurde ein enger Zeitrahmen und ein großzügiger Finanzplan erstellt und dann ging es los.

Ein Basisfahrzeug war schnell gefunden, bei uns um die Ecke im Fahrzeugmuseum Marxzell lag ein Healey im Fundus. Er war zwar nur noch ½ Meter hoch, da noch 3 Fahrzeuge auf ihm parkten, aber er enthielt alle wichtigen Teile die wir benötigten.

Aus England kam ein neu gefertigtes Chassis, das von uns umgebaut und verstärkt wurde. Die Auspuffanlage bauten wir in den Seitenschweller. Eingekleidet wurde das Chassis von einer hauchdünnen Aluminiumkarosserie die sich um einen stabilen Überrollkäfig schmiegte. Das Fahrwerk und die Bremsen enthielten alles was gut und teuer war.

Das Getriebe erhielt eine sogenannte Tulip-Box mit verstärktem Overdrive. Ganz besonders viel Mühe steckte Gottlob in den Motor. Erleichtert, ausgewogen, verstärkt und auf jede erdenkliche Art optimiert, durch 3 Webervergaser beatmet und mit einer optimalen Auspuffanlage versehen leistete das Aggregat schließlich stramme 243 PS.

Nachdem alles angepasst, eingepasst und vorbereitet war, wurde der Roh-Healey zerlegt und zum Lackierer gebracht. Wie es immer so ist, waren wir mit unserem Zeitplan doch etwas im Verzug. Torsten und der Healey-Club wollten das Auto auf dem Clubstand der Techno-Classica präsentieren. 2 Wochen vorher war der Healey noch in alle Einzelteile zerlegt. 7 Tage vor der Dead-Line kam der Healey vom Lackierer zurück und noch viel wichtiger, mein Sohn Nick wurde geboren. Dann begann eine harte Woche. Arbeit rund um die Uhr, unterbrochen von Besuchen im Krankenhaus. An Schlaf war nicht zu denken. Aber der Healey war innerhalb von 6 Tagen fix und fertig zusammengebaut. Das war nur mit einem guten Team zu schaffen.

Doch bevor der Healey fertig gebaut wurde stand im Januar die nächste Monte an. Der englische Veranstalter hatte Torsten und mich als Marshals engagiert. Wir begleiteten die Rallye und waren für die Stempelkontrollen zuständig, was bedeutete bei Minusgraden nachts in den Seealpen stundenlang sich die Füße in den Bauch zu stehen und Bordbücher abzustempeln. Aber das Gala-Diner im Hotel de Paris war schon Klasse.

Dort reifte auch mein Entschluss einmal selbst aktiv hier mitzufahren. Die Gelegenheit dazu sollte schneller als erwartet kommen. Fabians Healey meisterte die Tortur ohne Probleme. Zurück im Schwarzwald wurde wie erwähnt Torstens Healey gebaut. Der nächste Einsatz der Healeys war die Bavaria-Rallye. Der Gewinn der Team-Wertung lies das Potential von Torstens Healey erahnen. Mittlerweile war ein passendes Service-Fahrzeug angeschafft worden. Ein günstig erworbenes Wohnmobil wurde dazu umgebaut. Um mit den Healeys Schritt halten zu können, war es von Vorteil, dass unter der Haube ein 7 Liter V8 seinen Dienst tat. Nur die Benzinrechnungen trübten die Freude etwas.

Inzwischen waren wir mit unserem Racingteam recht gut ausgelastet, da wir mittlerweile getunte Straßenhealeys fast schon in Serie bauten. Detlefs TR3 machte auch gute Fortschritte.

Wieder einmal stand die Alpenrallye an. Das Healey-Geschwader machte sich auf den Weg nach Genf, wo der Start stattfand. Dort passierte auch das erste größere Unglück unseres Teams. Torsten, im Clinch mit einem Porsche 911er kam relativ flott um eine Kurve gedriftet wo er auf den Rückstau einer Baustellenampel traf. Er schlug sich seitwärts in die Büsche, um nach einer 5-fachen Rolle verblüfft aber gottseidank unverletzt seinem etwas ramponierten Healey zu entsteigen.

Kurzer Anruf bei uns in der Werkstatt, und Harald machte sich mit dem Trailer auf den Weg. In der Werkstatt stellte sich nach der ersten Begutachtung heraus, dass der Schaden schlimmer aussah als er war. Chassis, Überrollbügel, Achsen, Motor und Getriebe waren völlig unbeschädigt, nur die Aluminiumhaut musste erneuert werden. Innerhalb kürzester Zeit war er wieder wie neu.

Zwischenzeitlich stürzte sich Fabian ins nächste Abenteuer, kurz Classic-Marathon genannt. Quer durch Spanien bis nach Afrika, runter bis Casablanca, weiter nach Marakesch und durchs berüchtigte Riff-Gebirge wieder zurück. Lockere 7000 km. Der Healey wurde wieder und wieder durchgecheckt und dann ging es los. Die nächsten Tage herrschte atemlose Spannung bis plötzlich ein dumpfes Röhren auf unserem Hof erklang. Hänsel und Gretel hatten es geschafft und der Healey hatte alle Strapazen anstandslos gemeistert.

Im Herbst fuhren wir mit mehreren Fahrzeugen zur Eifel-Klassik, einer sehr schönen Veranstaltung am Nürburgring mit seiner legendären Nordschleife. Bei typischem kalten und feuchten Eifelwetter erlebten wie ein turbulentes Wochenende.

Mittlerweile war Detlefs TR3 einsatzbereit. Mitten in den letzten Arbeiten fragte mich Detlef ob ich nicht Lust hätte, mit ihm die Monte zu fahren. Na, die Antwort brauchte ich mir nicht lange zu überlegen. Bis dahin war jedoch noch etwas Zeit.