Rallye Monte Carlo

Unsere erste Monte-Carlo-Challenge

Fabian wollte unbedingt die Monte-Carlo-Challenge fahren, eine gnadenlose Neuauflage der Monte-Carlo-Rallye der 50er Jahre: Im Januar bei Eis und Schnee 3000 km quer durch Deutschland, in die französischen Seealpen bis runter nach Monaco. Start war in Berlin. Fieberhaft wurden Winterreifen, Schneeketten und Thermoskannen besorgt, ein Ladeplan fürs Auto erstellt und jede Menge Frostschutz eingefüllt. Fabian musste einen Crash-Kurs in Healey-Technik belegen, während Claudia über Bergen von Karten brütete. Der Januar kam und los ging es. Allabendlich erreichte uns Fabians Kontrollanruf „ Bis jetzt alles in Ordnung“. Bis plötzlich am vorletzten Tag die Schreckensmeldung kam „ Achsbruch“. Das Hänsel und Gretel Team hatte es gerade noch mit letzter Kraft bis nach Monaco geschafft und war dann im Hafen gestrandet.

Bei uns wurde nach teils hektischen Telefonaten sofort ein Zugfahrzeug mit Hänger startklar gemacht und ab ging es Richtung Süden. Nach einer durchfahrenen Nacht erreichten wir morgens Monte-Carlo. Das Gefühl war unbeschreiblich. Völlig gerädert, aus dem Winter kommend fuhren wir in das frühlingshafte, mondäne Monte-Carlo, um plötzlich vor dem Hotel eine Armada von verdreckten, teilweise arg ramponierten Fahrzeugen vorzufinden. Von Fabian und Claudia wurden wir erst einmal zum Frühstück mit Blick aufs Meer eingeladen. Danach ging es an die Bergung des havarierten Healeys. Kurz bevor wir Richtung Heimat aufbrachen, gesellte sich noch Kurt aus der Pfalz zu uns. Er wollte sich mit seinem MGA, der nur noch auf 3 Zylindern lief auf der Rückfahrt bei uns einklinken. Kein Problem, alles Gepäck kam zu uns in den VW-Bus und leicht bekleidet starteten Kurt und ich hinter unserm Bus Richtung Norden.

Leider verloren wir bei einer Abfahrt den Kontakt zu unserem Zugfahrzeug und waren plötzlich auf uns alleine gestellt. Ohne ausreichend Klamotten und nur mit dem nötigsten Geld in der Tasche. Es wurde saukalt. Nur im Hemd ohne Heizung fuhren wir die 900 km zurück mit dem MAG, der aus dem letzten Loch pfiff. Um Mitternacht kamen wir in unserer Werkstatt völlig durchfroren an und brauchten erst mal ein paar doppelte Scotch Malts. So langsam merkte ich was Renn-Service bedeutete.

Am Healey war die hintere Achsaufhängung aus dem Rahmen gerissen und im Zuge dieser Reparatur wurden gleich alle neuralgischen Punkte verstärkt. Das Hänsel und Gretel Team war jedenfalls guter Dinge und im Frühjahr stand die Bavaria Rallye an.