Jaguar XK 120

Gleich zwei außergewöhnliche Jaguar trafen sich in unserer Werkstatt. Und obwohl wir solchen Autos immer mit einer gewissen Achtung begegnen, hatten sie ziemlich schnell und respektlos ihre Spitznamen weg:

Der  Fliegende Teppich,
ein früher roter XK 120 kam nämlich direkt von Dubai zu uns eingeflogen. Sein Besitzer wollte den XK eine Saison in Europa lassen, um damit verschiedene Events zu fahren. Vorher sollte er noch bei uns durchgesehen und fit gemacht werden. Es stellte sich aber  heraus, das die Wartung in Dubai wohl mit mehr Begeisterung als Sachverstand durchgeführt worden war. Es gab einiges zu tun. Fahrwerk, Bremsen, Motoreinstellung und tausend Kleinigkeiten waren instand zu setzen. Nach der Saison entschwebte der XK wie der sprichwörtliche fliegende Teppich wieder in seine Heimat.

Die Thermoskanne,
ein sehr früher Aluminium-XK 120 kam wegen sprichwörtlicher Unfahrbarkeit zu uns. Ein außergewöhnliches Fahrzeug. Ein XK mit Aluminiumkarosserie, die irgendwann entlackt, poliert und auf Race-Trimm umgebaut wurde. Allerdings hatte dieser XK gravierende Fahrwerksprobleme, bei der ersten schärferen Probefahrt schüttelte sich das Fahrwerk dermaßen auf, das man nur mit äußerster Gewalt das Lenkrad festhalten konnte. Die komplette Radaufhängung wurde zerlegt, überholt und neu eingestellt. Mit dem Ergebnis, das der Besitzer hocherfreut meinte, ein neues Auto zu haben. Auch die Thermoskanne nahm zusammen mit dem fliegenden Teppich an verschiedenen Veranstaltungen teil.

Land Rover Series One, 1956.

Land Rover Series One von 1951

berichtet von Erik Schrader, November 2013

Du solltest vielleicht noch für ein paar Euro tanken, wenn Du weiter fahren willst. Jochen Extras Rat war gut gemeint, aber … wie setzt man ihn in die Tat um?

Eine Runde um den Land Rover drehen und nach einer Klappe oder direkt nach dem Tankeinfüllstutzen suchen. Nichts. Als Nächstes das Verdeck der kleinen Ladefläche losfummeln und den schweren Stoff zurückschlagen, mit den Augen die Dunkelheit absuchen. Wieder nichts. Im Cockpit nach einem verdeckten Schalter suchen und dabei feststellen, die – so genannte – Polsterung ist beweglich, ist abnehmbar. Unter dem Polster des Fahrersitzes eine Klappe und darunter ein großer Schraubverschluss. Der Tank.

Der Landy startet beim zweiten Schlüsseldreh, wenn man den Fuß auf dem Gaspedal stehen lässt. Es rappelt und klappert. Meine Zähne auch, so sehr schüttelt es den Wagen. Den Gang einlegen, die Kupplung kommen lassen und mit wenig Gas losfahren. Funktioniert alles tadellos. Kupplung treten, den zweiten Gang einlegen und an Fahrt gewinnen. Den dritten Gang, den Vierten. Merken, der Wagen wird deutlich langsamer. Noch langsamer. Den Hügel hoch geht also nicht im Vierten. Im Dritten mit viel Gas, mit ungefähr 50 km/h. Der Bus hinter mir würde ja gerne vorbei. Ich habe keinen Fahrplan einzuhalten und fahre erstmal rechts ran. Am Berg anfahren. Auch dass ist kein Problem, wenn man sich erst einmal an die Pedalerie gewöhnt hat. Das sind weder hängende noch stehende Bedienelemente, sondern solche, die man senkrecht nach unten bewegen muss. Hockende Pedalen könnte man vielleicht sagen.

An der Tankstelle einbiegen, die Zapfsäule natürlich an der falschen Seite ansteuern. War ja klar. Aber kein Problem, die Beifahrertür läßt sich ja um 180 Grad gedreht öffnen. Also das Polster vom Fahrersitz abnehmen, die Klappe und den Deckel öffnen, den Tankschlauch, vom Beifahrersitz aus von der Zapfstelle aus durch den Wagen ziehen. Tanken. 20 Liter. Das reicht für die Strecke, die ich plane. Hoffentlich. Was verbraucht der Landy wohl? Egal.

Ein für den allgemeinen Verkehr freigegebener Weg durch den Wald, den aber keiner befährt, weil er zu steil und vor allem zu unbefestigt ist. Also unten am Anstieg den ersten Gang einlegen und den Berg langsam hochrollen. Langsam und gemächlich. Nicht hochschalten, nicht mit dem Gasfuß zucken. Gleichmäßig. Schönes Gefühl, so unangestrengt trotz des geringen Drehmoment den der kleine Motor mitbringt. Leise ist er auch. Fast so, als wolle er kein Tier erschrecken oder gar, der typische Land Rover-Besitzer war auch Jäger, vertreiben. Der richtige Wagen also, um damit eine Runde durch die eigenen Ländereien zu drehen, dem Dorfmetzger einen Besuch abzustatten und ab und an den Anhänger mit dem Kaminholz aus dem Wald nach Hause zu ziehen. Der falsche Wagen um damit 30 oder 40 oder noch mehr Kilometer in die nächste Stadt zu fahren. Aber dafür hat der englische Großgrundbesitzer, dem dieser Land Rover vermutlich gehörte ja vielleicht auf eine Limousine zurückgreifen können. Der Landy durfte sich dann ausruhen. In der Scheune bei den anderen Landmaschinen.