Spa Six Hours 2013

berichtet von Jochen Extra, November 2013

Vom 20. bis 22. September stand wieder eine meiner Lieblingsveranstaltungen an. Die 6 Stunden von Spa sind eine der Top-Ereignisse im Rennkalender. Das Rothenberger Team, für die ich als Rennmechaniker tätig bin, reiste stilecht in einem historischen Renntransporter an, der an zentraler Stelle  im Fahrerlager geparkt wurde. Zum Einsatz kam mit der Startnummer 53 ein Jaguar C-Typ in einem 1-Stunden Rennen am Samstag Mittag und ein Shelby 3500 für das 6-Stunden Hauptrennen am Nachmittag.

Der C-Type, der bisher eher als Straßenauto genutzt wurde, zeigte leider im harten Rennbetrieb eine ungenügende Bremsleistung auf der Vorderachse. Da ist bis zum nächsten Einsatz noch etwas Engineering notwendig. Der Shelby hatte im Verlauf der 6 Stunden mehrmals mit Aussetzern in der Zündanlage zu kämpfen, ansonsten hielt er die lange Renndistanz problemlos durch, von einem kleinen Blechschaden einmal abgesehen. Nachdem um 22 Uhr die Zielflagge fiel, gab es für das gesamte Team vor dem Teambus noch ein mitternächtliches Barbecue, wie in den ‚good-old-days‘.

Adenau-Classic vom 26–28. Juli 2013

berichtet von Jochen Extra

Im Juli rief die Adenau-Classic, eine sehr schöne dreitägige Gleichmäßigkeitsrallye, an den Nürburgring. Karl-Heinz Piller trat mit seinem Competition Triumph GT 6+ an. Normalerweise nimmt mein Kollege Harald auf dem heißen Stuhl Platz, aber aus familiären Gründen war er verhindert und ich bin eingesprungen. Die Rallye beinhaltet zwei Tagesetappen quer durch die Vulkaneifel, wie üblich bei durchwachsenem Wetter. Lichtschranken, Schnittkontrollen, das übliche Programm. Als besonderes Highlight gibt es allerdings am Sonntag morgen zwei Stunden freies Fahren auf der abgesperrten Nordschleife. Keine Touristenfahrer, keine Motorräder, nur Old- und Youngtimer. 2 Stunden heißt 8 runden ‚volles Rohr‘. Der GT 6+ lief wie die sprichwörtliche Sau und danach war der Tank leer und die Reifen vollends hinüber. Am Mittag noch eine kleine Etappe, eine rustikale Siegesfeier und ab ging`s Richtung Heimat.

Eifel Classic vom 07–09. Juni 2012

berichtet von Jochen Extra, fotografiert vom Veranstalter

Mitten im Sommer ging es an den Nürburgring zur 04. Eifel-Classic, eine von der Motorsportpresse Stuttgart veranstalteten Rallye.

Hanspeter Verfürden und meine Wenigkeit im E-Type von Hanspeter und unsere Teamkollegen Michael und Ursula Weber, ebenfalls auf Jaguar E.

Die Eifel empfing uns typisch, nämlich kalt und regnerisch. Drei Tage rund durch die Eifel, und der Scheibenwischer kam nie zur Ruhe.

Die erste Etappe ging über 185 Km nach Kempenich, Bad Neuenahr, Insul und zurück an den Ring mit eine widersinnigen Wertungsprüfung auf der GP-Strecke (wer in aller Welt will die GP-Strecke mit einem 39er Schnitt fahren??). Spannend war die Tatsache , dass Jaguar der Hauptsponsor dieser Veranstaltung war und alle Jaguarfahrer ( jawohl, es gibt die 2-Klassengesellschaft! ) zu einem Abend in der Jaguar-Lounge inkl. reichhaltigem Essen und Trinken einlud. Ein sehr angenehmer und langer Abend mit reichlich Gelegenheit zu Gesprächen auch mit der Geschäftsführung von Jaguar Deutschland.

Die zweite Etappe der Rallye fand auf historischen Strecken des ehemaligen Eifelrennens sattt, das zum Teil auf öffentlichen Straßen ausgetragen wurde. Eingeschlossen waren einige Runden auf der legendären Nordschleife. Abends war dann die Gelegenheit, alle neuen Modelle von Jaguar Probe zu fahren. Hanspeter war sichtlich angetan vom neuen XKR-S, einem Geschoß mit über 500 PS.

Die Dritte Etappe führte über Alflen, Wittlich, Biersdorf, Schönecken zurück zum Ring mit schöner Siegesfeier im Eifeldorf.

Die Jaguar E liefen wie die Uhrwerke, Michael und Ursula durften sogar in einem Fernsehspot mitwirken und am Sonntag ging es wieder Richtung Heimat um die ganze Wäsche zu trocknen.

Land Rover Series One, 1956.

Land Rover Series One von 1951

berichtet von Erik Schrader, November 2013

Du solltest vielleicht noch für ein paar Euro tanken, wenn Du weiter fahren willst. Jochen Extras Rat war gut gemeint, aber … wie setzt man ihn in die Tat um?

Eine Runde um den Land Rover drehen und nach einer Klappe oder direkt nach dem Tankeinfüllstutzen suchen. Nichts. Als Nächstes das Verdeck der kleinen Ladefläche losfummeln und den schweren Stoff zurückschlagen, mit den Augen die Dunkelheit absuchen. Wieder nichts. Im Cockpit nach einem verdeckten Schalter suchen und dabei feststellen, die – so genannte – Polsterung ist beweglich, ist abnehmbar. Unter dem Polster des Fahrersitzes eine Klappe und darunter ein großer Schraubverschluss. Der Tank.

Der Landy startet beim zweiten Schlüsseldreh, wenn man den Fuß auf dem Gaspedal stehen lässt. Es rappelt und klappert. Meine Zähne auch, so sehr schüttelt es den Wagen. Den Gang einlegen, die Kupplung kommen lassen und mit wenig Gas losfahren. Funktioniert alles tadellos. Kupplung treten, den zweiten Gang einlegen und an Fahrt gewinnen. Den dritten Gang, den Vierten. Merken, der Wagen wird deutlich langsamer. Noch langsamer. Den Hügel hoch geht also nicht im Vierten. Im Dritten mit viel Gas, mit ungefähr 50 km/h. Der Bus hinter mir würde ja gerne vorbei. Ich habe keinen Fahrplan einzuhalten und fahre erstmal rechts ran. Am Berg anfahren. Auch dass ist kein Problem, wenn man sich erst einmal an die Pedalerie gewöhnt hat. Das sind weder hängende noch stehende Bedienelemente, sondern solche, die man senkrecht nach unten bewegen muss. Hockende Pedalen könnte man vielleicht sagen.

An der Tankstelle einbiegen, die Zapfsäule natürlich an der falschen Seite ansteuern. War ja klar. Aber kein Problem, die Beifahrertür läßt sich ja um 180 Grad gedreht öffnen. Also das Polster vom Fahrersitz abnehmen, die Klappe und den Deckel öffnen, den Tankschlauch, vom Beifahrersitz aus von der Zapfstelle aus durch den Wagen ziehen. Tanken. 20 Liter. Das reicht für die Strecke, die ich plane. Hoffentlich. Was verbraucht der Landy wohl? Egal.

Ein für den allgemeinen Verkehr freigegebener Weg durch den Wald, den aber keiner befährt, weil er zu steil und vor allem zu unbefestigt ist. Also unten am Anstieg den ersten Gang einlegen und den Berg langsam hochrollen. Langsam und gemächlich. Nicht hochschalten, nicht mit dem Gasfuß zucken. Gleichmäßig. Schönes Gefühl, so unangestrengt trotz des geringen Drehmoment den der kleine Motor mitbringt. Leise ist er auch. Fast so, als wolle er kein Tier erschrecken oder gar, der typische Land Rover-Besitzer war auch Jäger, vertreiben. Der richtige Wagen also, um damit eine Runde durch die eigenen Ländereien zu drehen, dem Dorfmetzger einen Besuch abzustatten und ab und an den Anhänger mit dem Kaminholz aus dem Wald nach Hause zu ziehen. Der falsche Wagen um damit 30 oder 40 oder noch mehr Kilometer in die nächste Stadt zu fahren. Aber dafür hat der englische Großgrundbesitzer, dem dieser Land Rover vermutlich gehörte ja vielleicht auf eine Limousine zurückgreifen können. Der Landy durfte sich dann ausruhen. In der Scheune bei den anderen Landmaschinen.