BMW 2002 ti

berichtet von Jochen Extra, fotografiert von Erik Schrader

Im Anschluss an den jüngst bei uns vorbereiteten BMW 3.0 CSi durften wir uns um ein weiteres Juwel aus bayrischer Fertigung kümmern.

Die 2002 Baureihe war der durchschlagende wirtschaftliche Erfolg für BMW und begründete gleichzeitig das sportliche Image der Marke (Spaß am Fahren). Besonders begehrt waren die Sondermodelle 2002 ti mit Doppelvergaser, 2002 tii mit Kugelfischereinspritzung und der legendäre 2002 Turbo.

Den sportlichen Erfolg fuhren unzählige Privatfahrer auf der Rundstrecke, am Berg, beim Slalom oder bei Rallyes ein. Der 2002 entwickelte sich zu einem echten Breitensportler. Natürlich drehten auch nahezu alle damaligen Profis irgendwann am Lenkrad eines 2002.

Der hier vorgestellte 2002 ti stammt aus Italien und wurde streng nach Anhang K für den historischen Motorsport aufgebaut. Leistungssteigerung durch Dellorto-Doppelvergaser, Fahrwerksoptimierung, Überrollkäfig und Kotflügelverbreiterungen sind nur einige Details.

Der 2002 überrascht gegenüber dem 3.0 CSi durch eine agile Leichtigkeit, was natürlich durch das geringere Gewicht erreicht wird. Der 4-Zylindermotor beeindruckt trotz scharfer Nockenwelle durch ein breit nutzbares Drehzahlband.

MGA Competition

berichtet von Jochen Extra

Dieser Race-MGA ist ein alter Bekannter in unserer Werkstatt. Anfang der 90er Jahre wurde er für Race-Einsätze umgebaut und optimiert. Erste Bewährungsproben waren zwei Einsätze bei den 24-Stunden in Paul-Ricard, ein echtes Langstrecken-Rennen rund um die Uhr. Es folgten weitere Einsätze im Rallye-Betrieb. Unvergessen die Teilnahme am legendären Midnight-Run, wo er mit einem dermaßen scharfen Renn-Motor ausgerüstet war, das wir ihn nur mit reinem Flugbenzin am Laufen halten konnten. Mittlerweile mit einer Straßenzulassung versehen, kommt er immer wieder bei den verschiedensten Veranstaltungen oder einfach nur Just-for-Fun zum Einsatz.

BMW 3.0 CSI Alpina

berichtet von Jochen Extra, fotografiert von Erik Schrader

Sonst ja eher der englischen Autobranche verbunden, landet hin und wieder auch ein Fremdfabrikat in unserer Werkstatt. Wie dieses außergewöhnliche Auto, ein Alpina 3.0 CSI BMW. Dieses Fahrzeug ist ein detailgetreuer Nachbau jener legendären E9 Coupes, die Anfang der 70er Jahre von Alpina, Schnitzer, GS-Tuning und Koepchen im Motorsport eingesetzt wurden und innerhalb kurzer Zeit den Tourenwagensport dominierten. Fahrer wie Stuck, Brun, Menzel, Hezemans, Quester, Schommens und Lauda drehten am Lenkrad. Unvergesslich ist die Saison 1973, in der die unschlagbare Kombination aus Niki Lauda und Alpina BMW CSI die gesamte Konkurrenz in Grund und Boden fuhr und Lauda damit den Sprung in die Formel 1 ermöglichte.

Technisch ist dieser 3.0 CSI auf dem letzten Stand der Ausbaustufe von Alpina mit 3,5 l Motor und Benzineinspritzung. Einstellbares Fahrwerk, verbesserte Bremsen, Überrollkäfig und Sicherheitstank gehören zu den weiteren technischen Leckerbissen. Angedacht sind Einsätze im historischen Motorsport wie z. B. die Tour-Auto und Ähnliches.

Wir kümmerten uns um die etwas knifflige TÜV-Abnahme, da das Fahrzeug aus Holland eingeführt wurde und keine deutschen Papiere besaß. Sobald das Wetter es zulässt, werden einige Test- und Einstellfahrten stattfinden.

Alte Bekannte

berichtet von Jochen Extra

Bei der diesjährigen Black-Forest-Winterrallye, die zwei Tage lang durch den südlichen Schwarzwald tobte, gab es beim Zieleinlauf in Durbach ein Treffen der besonderen Art. Walter Röhrl hatte sich bereit erklärt, bei der Rallye das Vorausfahrzeug zu fahren. Das Extra-Mobile-Racing Team (Andre, Rick und ich) nutzte diese Gelegenheit, Walter mit einem besonderen Healey die Aufwartung zu machen: Dieser spezielle Healey war eben jener Race-Healey, den Walter 1996 am Nürburgring für uns pilotierte. Absolut spektakulär, wie Walter und der ebenfalls mitfahrende, bekannte Healey-Enthusiast Denis Welch mit ihren Big Healeys die gesamte Konkurrenz damals in Grund und Boden fuhren.

Als bekennender Healey-Fan war bei Walter natürlich die Freude groß über dieses Zusammentreffen und wir schwelgten etwas wehmütig über die gute alte Zeit.

Ebenfalls am Start war das Team Hegele mit einem 73er Porsche 911 (Ölklappen-Model). Dieter Hegele hat das Fahrzeug vor langer Zeit bei uns erworben. Die Stimmung war großartig, und man merkte, wie alle auf die neue Saison fiebern.

Nachdem wir alle ziemlich durchfroren waren, begaben sich die Teilnehmer zum Aperitif und wir machten uns wieder auf den Weg nach Hause.

Austin Healey 3000 – Le Mans Creation

berichtet von Jochen Extra

Die Marke Austin Healey, überaus erfolgreich im internationalen Rallyezirkus, war jahrelang mit ihren Fahrzeugen in Le Mans am Start, allerdings mit wechselndem Erfolg. Tragischer Höhepunkt war die unmittelbare Beteiligung eines Healeys an dem schwersten Unfall in der Motorsportgeschichte: 1955 in Le Mans.

Der hier gezeigt Healey wurde in Anlehnung an diese Le-Mans-Historie im Stil der damaligen Werksrenner (etwas freier interpretiert) aufgebaut. Mechanisch mit allen Goodies der damaligen Zeit ausgestattet (Scheibenbremsen, Webervergaser) und einer Karosserie mit typischer Heckfinne, präsentiert sich der Healey als Blickfang jeder Veranstaltung und bietet dazu noch ein atemberaubendes Fahrverhalten: Race feeling at its best.

Der Frosch Tinkerbell

berichtet von Jochen Extra

Dieser Austin Healey Sprite (Frog Eye) fand seinen Weg zu uns aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Kunde fand dieses Auto im Internet, Standort Holland. Laut Beschreibung ein ehemaliger Rennwagen mit sehr speziellen Modifikationen. Bei Rennwagen habe ich häufig etwas Bedenken, da sie meist eine tolle Historie aber auch schon ein abenteuerliches Leben hinter sich haben. Entgegen aller Erwartung fanden wir aber einen blitzsauberen, sehr aufwendig aufgebauten Healey vor. Keinerlei Spuren von früheren Unfallschäden, keinerlei Spuren von übermäßigem Verschleiß. Wild und abenteuerlich beklebt stand er da. Unser Kunde wollte einen Street-Racer mit Spaßfaktor, also eine ideale Ausgangsbasis. Der Wagen wurde gekauft und zu uns transportiert.

Nach der ersten Durchsicht war klar, verschiedene Rennkomponenten mussten wieder zurückgerüstet werden, um die TÜV-Hürde zu nehmen. Alles aber keine großen Sachen. Als größeres Problem stellte sich allerdings der hochgezüchtete Rennmotor heraus, der nach den ersten Probefahrten extrem Wasser im Öl hatte. Gemeinsam haben wir beschlossen einen etwas gemäßigten Motor zu verbauen, der auch für die Straße besser geeignet ist. So gerüstet war die TÜV-Abnahme kein Problem und als Abschluss wurde ein Wertgutachten erstellt. Der Frosch macht seither die Straßen um München herum unsicher.

Und wie kam der Frosch zu seinem Spitznamen? Das Heck zierte ein Abbild der Fee Tinkerbell, uns allen wohlbekannt aus der Peter Pan Geschichte.

MGA 1600 MK II – Coming home

berichtet von Jochen Extra

Diesen späten MGA haben wir 1985 für einen Kunden restauriert. Ausgehend von einem mehr oder weniger vollständigen Schrotthaufen lieferten wir unserem Kunden ein perfektes Auto. Dies war übrigens eine unserer ersten Vollrestaurationen. Der Aufwand war enorm, aber das Ergebnis sprach für sich. Nach kurzer Zeit fand allerdings aus familiären Gründen eine Trennung von Fahrzeug und Besitzer statt. Und wir verloren diesen MGA über Jahrzehnte völlig aus den Augen.

Bis ein anderer Kunde, der auf der Suche nach solch einem Fahrzeug war, uns plötzlich kontaktierte. Er hätte solch ein Fahrzeug angeschaut, das auch noch unseren Aufkleber am Heck trage. Großes Rätselraten, bis klar war, dies war unser verschollener MGA. Jahrzehntelang in einer Fahrzeugsammlung eingelagert, fand dieser MGA wieder zu uns zurück. Die lange Standzeit hatte zwar ihren Tribut gefordert, aber im Großen und Ganzen stand er noch genauso da wie bei der Auslieferung damals. Eine behutsame Überarbeitung der technischen Komponenten, neuer TÜV und ein aktuelles Wertgutachten, und der MGA war „back on the road“.

Motor Klassik: Dezember 2017

Vor Wochen erreichte uns ein Anruf des Motor Klassik Magazins. Geplant war eine Titelstory mit dem Vergleich von Jaguar E V12 und Jaguar XJS. Zwei unterschiedliche Sportwagen mit dem gleichen Herz. Motor Klassik war auf der Suche nach solchen Fahrzeugen in einer bestimmten Farbkombination. Mein Freund Bernd Breuer hatte zufällig genau das Gewünschte im Stall.

An einem sonnigen Herbsttag wurde die Story mit unserem Mitarbeiter Moritz und mir abgelichtet. Ein netter Tag zum Saisonausklang.

Jaguar XK 120 Barou

berichtet von Jochen Extra

Dieser außergewöhnliche Jaguar hat eine höchst interessante Geschichte.

Vom Band gelaufen als RHD  XK 120 Roadster in Birch Grey mit roter Innenausstattung. Erster Besitzer war Joan Gobba, zweiter Besitzer war der französische Jaguar-Händler Henry Peignaux, ein passionierter Renn- und Rallyefahrer. Er ließ den XK 120 bei dem bekannten Carrossier Jean Barou mit einer speziellen Barchetta Aluminiumkarosserie versehen, um dann damit etliche Rallyes zu bestreiten, unter anderem die berüchtigte  Lyon-Charbonieres.

Das erste Mal kreuzte dieses Auto meinen Weg 1992 beim 24-Stunden Rennen in Paul Ricard. Eigentlich mit unserem Einsatz-Healey beschäftigt, fiel mir sofort dieses ungewöhnliche Auto auf.

2001 gelangte es in die Hände eines Kunden von uns und somit natürlich auch zu uns. Das Auto war in einem außerordentlich authentischem Zustand, lediglich die originalen Trommelbremsen waren in der Vergangenheit gegen Scheibenbremsen umgetauscht worden.

Als erste größere Arbeit stand eine komplette Motorüberholung an, die gleichzeitig für etwas mehr Dampf sorgte. Die Bremsanlage wurde wieder auf den originalen Zustand zurückgerüstet.

Seither hat der Jaguar viele Veranstaltungen absolviert, alleine vier mal die legendäre Mille Miglia. Außer einem kleinen Heckschaden bereitete der Jaguar über die Jahre keinerlei Probleme. Sein Besitzer, Freund und Kunde unseres Hauses, schätzt die originale Substanz und Patina dieses Jaguars, der mittlerweile in der Szene nur als der „Barou“ bekannt ist. Die Geschichte dieses Jaguars ist auch nachzulesen in dem Buch  „Jaguar XK 150 explored“ von Bernard Viart und im Buch von Herrn Urban aus Frankreich.

Jaguar XK 120

Gleich zwei außergewöhnliche Jaguar trafen sich in unserer Werkstatt. Und obwohl wir solchen Autos immer mit einer gewissen Achtung begegnen, hatten sie ziemlich schnell und respektlos ihre Spitznamen weg:

Der  Fliegende Teppich,
ein früher roter XK 120 kam nämlich direkt von Dubai zu uns eingeflogen. Sein Besitzer wollte den XK eine Saison in Europa lassen, um damit verschiedene Events zu fahren. Vorher sollte er noch bei uns durchgesehen und fit gemacht werden. Es stellte sich aber  heraus, das die Wartung in Dubai wohl mit mehr Begeisterung als Sachverstand durchgeführt worden war. Es gab einiges zu tun. Fahrwerk, Bremsen, Motoreinstellung und tausend Kleinigkeiten waren instand zu setzen. Nach der Saison entschwebte der XK wie der sprichwörtliche fliegende Teppich wieder in seine Heimat.

Die Thermoskanne,
ein sehr früher Aluminium-XK 120 kam wegen sprichwörtlicher Unfahrbarkeit zu uns. Ein außergewöhnliches Fahrzeug. Ein XK mit Aluminiumkarosserie, die irgendwann entlackt, poliert und auf Race-Trimm umgebaut wurde. Allerdings hatte dieser XK gravierende Fahrwerksprobleme, bei der ersten schärferen Probefahrt schüttelte sich das Fahrwerk dermaßen auf, das man nur mit äußerster Gewalt das Lenkrad festhalten konnte. Die komplette Radaufhängung wurde zerlegt, überholt und neu eingestellt. Mit dem Ergebnis, das der Besitzer hocherfreut meinte, ein neues Auto zu haben. Auch die Thermoskanne nahm zusammen mit dem fliegenden Teppich an verschiedenen Veranstaltungen teil.