Jaguar XK 120 Barou

berichtet von Jochen Extra

Dieser außergewöhnliche Jaguar hat eine höchst interessante Geschichte.

Vom Band gelaufen als RHD  XK 120 Roadster in Birch Grey mit roter Innenausstattung. Erster Besitzer war Joan Gobba, zweiter Besitzer war der französische Jaguar-Händler Henry Peignaux, ein passionierter Renn- und Rallyefahrer. Er ließ den XK 120 bei dem bekannten Carrossier Jean Barou mit einer speziellen Barchetta Aluminiumkarosserie versehen, um dann damit etliche Rallyes zu bestreiten, unter anderem die berüchtigte  Lyon-Charbonieres.

Das erste Mal kreuzte dieses Auto meinen Weg 1992 beim 24-Stunden Rennen in Paul Ricard. Eigentlich mit unserem Einsatz-Healey beschäftigt, fiel mir sofort dieses ungewöhnliche Auto auf.

2001 gelangte es in die Hände eines Kunden von uns und somit natürlich auch zu uns. Das Auto war in einem außerordentlich authentischem Zustand, lediglich die originalen Trommelbremsen waren in der Vergangenheit gegen Scheibenbremsen umgetauscht worden.

Als erste größere Arbeit stand eine komplette Motorüberholung an, die gleichzeitig für etwas mehr Dampf sorgte. Die Bremsanlage wurde wieder auf den originalen Zustand zurückgerüstet.

Seither hat der Jaguar viele Veranstaltungen absolviert, alleine vier mal die legendäre Mille Miglia. Außer einem kleinen Heckschaden bereitete der Jaguar über die Jahre keinerlei Probleme. Sein Besitzer, Freund und Kunde unseres Hauses, schätzt die originale Substanz und Patina dieses Jaguars, der mittlerweile in der Szene nur als der „Barou“ bekannt ist. Die Geschichte dieses Jaguars ist auch nachzulesen in dem Buch  „Jaguar XK 150 explored“ von Bernard Viart und im Buch von Herrn Urban aus Frankreich.

Six Hours in Spa, 2017

berichtet von Jochen Extra

Etwas überrascht stellte ich bei der diesjährigen Teilnahme an den Six Hours fest, dass ich ein kleines Jubiläum feiern konnte. Ein viertel Jahrhundert Spa. Was für eine Zeit. Meine Kinder sind in Spa groß geworden, Triumph und Niederlage lagen oft nah beieinander. Große oder kleine Freitagsgrillgelage, sintflutartige Regenfälle, eiskalte Nächte im Transporter, aber immer gute Stimmung, sympathische Teilnehmer und ein großartiges Starterfeld.

Dieses Jahr ging es ohne meine Jungs hin, da sie zurzeit mehr mit dem Studium als mit Autorennen beschäftigt sind. Unser traditionelles Freitagsgrillen fand diesmal also in kleiner Runde mit Kiran, einem Mitarbeiter statt.

Hilfestellung leisteten wir dem Rothenberger-Team, Gaeton startete wie gewohnt im 6-Stunden Hauptrennen mit dem Shelby GT 3500.

Der Gang durchs Fahrerlager zeigte wie gewohnt Hochkarätiges. Alleine 35 (!) Renn-E-Types und 14 GT40 sprechen für sich. Etwas nachdenklich stimmt allerdings die Tatsache, dass sich mittlerweile jeder mit dem nötigen Budget ein niegelnagelneues siegfähiges Gefährt kaufen kann, das aber auf keiner historischen Basis mehr beruht. Sei es drum, tolle Autos allemal. Selbst Jaguar-Classic springt auf den E-Type-Hype auf und präsentierte sich im Fahrerlager mit ihrem Reborn-Programm.

Trotz schlechter Wettervorhersage blieb es überwiegend trocken. Das 6-Hours-Race sorgte mit den üblichen Dramen und Kaltverformungen für einen spannenden Rennverlauf.

Am Sonntagmorgen dann großes Reinemachen und ab nach Hause. Wie immer eine Wahnsinns Veranstaltung mit potenziellem Suchtfaktor.

Mille Fiori 2017 vom 30.08.bis 02.09.17

berichtet von Jochen Extra

Die Mille, wie die Mille Fiori mittlerweile liebevoll von den Teilnehmern genannt wird, startete wie gewohnt auf der Insel Mainau, um sich dann Richtung Süden zu bewegen.

Die erste Etappe führte vom Bodensee über den Flüelpass (2338m) und den Ofenpass (2099m) ins Vinschgau. Am nächsten Tag standen der Penser Jochpass (2215m) und der Jaufenpass (2099m) auf dem Programm. Innsbruck war Ziel der dritten Etappe, um dann am vierten Tag auf der Insel Mainau die Rallye zu beenden.

Die diesjährige Mille hatte einiges zu bieten, von traumhaften Strecken über gewohnt außergewöhnliche Hotels bis hin zu extremen Wetterverhältnissen. Waren die ersten zwei Tage noch hochsommerlich mit Temperaturen um 30 Grad, bot der dritte Tag sintflutartige Regenschauer und der vierte Tag sogar Schneetreiben. Nichtdestotrotz waren alle Teilnehmer voll des Lobes über die Mille 2017.

Für das Extramobile- Racing Team waren gleich 4 Autos am Start:

  • Team Becker mit Ihrem weißen Jaguar E V12
  • Team Detzel im schwarzen Jaguar E V12
  • Team Benzinger mit drei Generationen in 2 Autos, Jaguar E 4,2 und Austin Healey 3000.

Team Becker wurde kurzzeitig durch einen Plattfuß gestoppt, was aber der Fahrt aufs Siegerpodest zum 3. Gesamtrang nichts anhaben konnte. Beim Team Detzel verabschiedete sich der Tacho, was zum erhöhten Arbeitspensum des Beifahrers führte.

Trotz Wetterkapriolen gelobten fast alle Teilnehmer, nächstes Jahr wieder dabei zu sein.