Austin Healey Pfingsttreffen 2019

berichtet von Jochen Extra

Die Austin Healey Pfingsttreffen haben eine lange Clubtradition und werden gemeinsam von den Healey Clubs aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien im jährlichen Wechsel in den jeweiligen Ländern veranstaltet. 2019 fand das diesjährige Treffen in Deutschland statt. Treffpunkt war das Residenzhotel in Bamberg. Uns oblag wie schon beim letztjährigen Europa-Meeting in Rust, dafür zu sorgen, dass sich alle Räder drehen. Servicearbeit war angesagt. Also den Transporter mit dem nötigen Werkzeug und einem Schwung Ersatzteilen gepackt und auf ging es in die Brauhochburg Bamberg.

Am Freitag trafen erstmal alle Teilnehmer ein. Für mich war das schon gleich der erste Einsatz: hatte es ein Teilnehmer aus der Schweiz nur bis 2 km vor das Hotel geschafft. Abends dann ein Welcome Barbecue mit den ersten Benzingesprächen. Die nächsten zwei Tage führten die Teilnehmer durch das malerische Frankenland. An Servicearbeiten gab es immer wieder einiges zu tun, was gleichzeitig für ausgedehnte abendliche Barbesuche sorgte. Am Pfingstmontag gab es noch die Jahreshauptversammlung des Clubs und am späten Nachmittag machten sich dann alle wieder auf die Heimreise. Ein entspanntes Treffen mit über 80 Healeys fand ein stimmungsvolles Ende.

Le Jog 2018

berichtet von Jochen Extra

Willy Davids und seine unerschrockene Beifahrerin Dany Molz, sonst üblicherweise in ihrem schnellen Race-Healey unterwegs, wollten das Veranstaltungsjahr standesgemäß ausklingen lassen und hatten sich deswegen zur beinharten Rallye LE JOG in England in einem Jaguar MKI angemeldet.

LE JOG ist die Abkürzung für die Durchquerung Englands vom südlichsten Punkt (Lands End) zum nördlichsten Punkt (John o’ Groats). Berühmt und berüchtigt zieht diese Veranstaltung immer wieder den harten Kern der Rallyeszene an. Vom 08. bis 11. Dezember kämpften sich 71 Teams Tag und Nacht durch extrem schlechtes Wetter auf abenteuerlichen Straßen nach Schottland. Über 20 Teams fielen durch technische Defekte oder Unfall aus. Das Team Davids/Molz freute sich als Rookie über eine Pannen- und unfallfreie Fahrt, die aber Mensch und Material einiges abverlangte. Dafür schmeckte das Guiness dann aber auch doppelt so gut. Glückwunsch ans Team.

Der Schöne und das Biest

berichtet von Jochen Extra, fotografiert von Joachim Wohlfahrt  

Am Rande der diesjährigen Classic-Days auf Schloss Dyck fand ein interessantes Treffen statt. In der Startaufstellung trafen sich zwei frühe XJ mit guter Geschichte.

Der Schöne war ein früher XJ 4,2 S1 von Joachim Wohlfahrt, der seit Anfang der 70er Jahre automobiles Familienmitglied ist und 1981 stillgelegt wurde. 2014 wurde er nach einem 33 jährigen Dornröschenschlaf durch uns wiedererweckt. Er hat die lange Standzeit ohne größere Schäden an der Substanz überstanden und präsentiert sich in einem außergewöhnlich guten Originalzustand mit geringer Laufleistung.

Das Biest war ein XJC, mit dem Jaguar (unter British Leyland) versuchte wieder in den Rennsport einzusteigen. Von der Firma Broadspeed aufgebaut, sorgte er in der Tourenwagenszene für Aufsehen wegen seines martialischen Auftretens, aber leider auch durch etliche technische Ausfälle. Jaguar sah sich dadurch gezwungen das Projekt nach einer Saison zu stoppen. Erst unter der Regie von Tom Walkinshaw und dem XJS gelang Jaguar der erfolgreiche Wiedereinstieg in den Motorsport.

Wie Geschichte so will: alles wiederholt sich. Und so fiel leider auch schon nach kurzer Zeit der Broadspeed-XJC mit Motorproblemen aus.

Le Mans Classic 2018

berichtet von Jochen Extra

Das Team Alvis
Mark Hayward – Driver
Klaus-Peter Mutschler – Driver
Jochen Extra – Mechanic

Die Geschichte

1927 lieferte Alvis eine echte technische Innovation ab. Für den sportlichen Einsatz entwickelten die Ingenieure ein leichtes Sportfahrwerk mit einem 1500ccm Motor mit obenliegender Nockenwelle, Supercharger und Vorderradantrieb. 1928 starteten zwei Werkswagen mit den Startnummern 26 und 27 bei den 24-Stunden von Le Mans. Nummer 26 gewann die 1500 ccm Klasse und erreichte als Gesamtsechster das Ziel. Ein großer Erfolg für Alvis.

Zeitsprung 90 Jahre später

Das Team Hayward/Mutschler wollten zum 90 jährigen Jubiläum wieder einen Alvis FWD in Le Mans an den Start bringen. Dieses Auto wurde in den 70ern genau nach Werksausführung aufgebaut. Als Teammechaniker verpflichteten die Beiden mich, da ich mit Klaus-Peter schon mehrere Rennschlachten geschlagen habe. Schauplatz des Jubiläums war die Veranstaltung Le Mans Classic 2018, ein außergewöhnlicher Event, der alle zwei Jahre im Anschluss an das aktuelle 24-Stunden Rennen stattfindet. Allerdings mit historischen Le Mans Rennautos. Die Veranstaltung ist echt der Kracher: Über 500 Rennautos, Sonderläufe von Porsche, Jaguar und der unglaublichen Gruppe C, Clubtreffen mit tausenden von Autos.

Die Trainingsläufe

Eintreffen des Teams mit Equipment, Freunden und Helfern war am Mittwoch. Teamcenter war der Camping-Ground der Teilnehmer, der Alvis wurde im Fahrerlager geparkt. Am Donnerstag dann Papierabnahme, technische Abnahme und ein erster Gang durchs Areal. Am Freitag standen dann die ersten Trainingsläufe an. Nach der ersten Trainingseinheit kam etwas Ernüchterung auf. Der Alvis hatte auf den langen Geraden mit Aussetzern und fehlender Leistung zu kämpfen. Wir kontrollierten das gesamte Benzinsystem, überprüften die Vergaser-Einstellung und wechselten die Zündkerzen. Einen richtigen Fehler fanden wir nicht, was uns das Nachttraining bestätigte. Gleiche Probleme.

Das Rennen

Das Rennen selbst war in drei einstündige Stints unterteilt. Nachdem im ersten Stint keine Besserung eingetreten war, erneuerte ich auf Verdacht den kompletten Zündmagneten. Freudige Überraschung im zweiten Stint in der Nacht, Fehler gefunden, der Alvis lief einwandfrei. Am Sonntagmorgen dann der dritte Stint, der wieder ohne Probleme ablief. Allerdings konnten wir platzierungsmäßig gegen die Rudel von Lagondas, Bentleys, Bugattis und BMW 328 nichts ausrichten. Aber das Team war happy, Ziel erreicht, Alvis back on the line.

Sehr angenehm war der Team-Spirit, mit harter Arbeit, abendlichem Barbecue und jeder Menge geistiger Getränke. Ebenfalls die Erkenntnis, das am Alvis noch Potenzial für Verbesserungen ist.

Am Sonntag dann Ausklingen der Veranstaltung, Abschluss-Barbecue mit Champagner-Toasts und dem Versprechen sich wieder irgendwo auf einer Rennstrecke zu treffen.

Ein außergewöhnliches Erlebnis fand sein Ende, Thanks to the Team.

Auch die Marke Jaguar war stark vertreten. Neben dem Jaguar Sonderlauf mit fast 80 Rennkatzen, waren verschiedene C und D-Types am Start. Für mich faszinierend war der Auftritt von 4 Silk-Cut Jaguars im Gruppe C Sonderlauf. Jaguar selbst stellte wie üblich sein Reborn Programm vor, sowie den vollelektrischen F-Pace.

Alpine-Treffen im Holzbachtal

berichtet von Jochen Extra, Film von Erik Schrader

Am 1. Mai fand ein etwas außergewöhnliches Treffen in unseren Hallen statt. Über Kontakte von Margit und Rainer Bode, uns eher durch ihren Jaguar XK 150 verbunden, aber auch seit einiger Zeit stolze Besitzer einer roten Alpine A110, gaben sich fast zwanzig Alpine und Gordinis ein bei uns Stelldichein.

Für mich lag der Brückenschlag von den Engländern zu den Franzosen weit in der Vergangenheit, hatte ich doch in unserer Anfangszeit auch schon einmal eine A110 in der Mache. Eine andere Gemeinsamkeit ist die unvergessene Pat Moss, eine der größten Rallye-Fahrerinnen, die in ihrer Glanzzeit eine der größten und erfolgreichsten Schweinetreiberin (Austin Healey – the Pig) war und gegen Ende ihrer aktiven Laufbahn auch eine rote Alpine A110 bei der Rallye Monte-Carlo fuhr.

Nach einer kleinen Werkstattführung und vielen Gesprächen über Motorsport ging es zu einem Mittagessen mit anschließendem Besuch des Automuseum Marxzell. Nach einem kurzweiligen Tag zerstreute sich die im wahrsten Sinne des Wortes kunterbunte Truppe wieder.

Baden Classic 2018

berichtet von Jochen Extra

Die Baden Classic, die ja praktisch vor unserer Haustür stattfindet, wird gerne als Einstieg in die neue Rallye-Saison benutzt. Rund um Gaggenau, Baden-Baden und Michelbach führt die anspruchsvolle Route zwei Tage durch reizvolle Landschaften. Auch zwei Teams aus dem Extra-Mobile Racing-Team nutzten die Gelegenheit um den Winterrost aus Mensch und Maschine zu entfernen.

Das Team Henneke mit dem altbewährtem TR4, der dieses Jahr wieder ein volles Einsatzprogramm zu absolvieren hat, konnten sich trotz einiger leichter Fehler den Klassensieg sichern.

Das Team Bode, Neueinsteiger in der Rallyeszene, traten mit ihrer Renault Alpine an. Nach zwei Tagen fuhr man mit folgender Erkenntnis durchs Ziel: Macht unheimlich Spaß, aber es gibt noch einiges zu tun. Langfristig steht die Aufrüstung des Equipments auf dem Plan.

Die Zielankunft in Michelbach bei strahlendem Sonnenschein war wie immer eine fast schon familiäre feuchtfröhliche Party.

Messezeit

berichtet von Jochen Extra

Am vierten Märzwochenende stand ein Messemarathon an. Die zeitgleiche Ausrichtung der beiden größten Oldtimer-Messen in Essen und Stuttgart hatte in der Szene schon im Vorfeld für Unverständnis und Unmut gesorgt. Da ich immer gerne auf dem Laufenden bin und die Messen eine ausgezeichnete Gelegenheit bieten, persönliche Kontakte zu Kunden und Lieferanten zu pflegen, absolvierte ich erwähnten Marathon.

Als erstes stand der Besuch der Techno Classica in Essen an, um dann zwei Tage später die Retro Classics in Stuttgart zu besuchen.

Mein ganz persönlicher Eindruck war, dass der Hype in der Szene sich stark beruhigt hat. Die Preise befinden sich wie gewohnt auf sehr hohem Niveau, aber die Kaufbereitschaft ist deutlich zurückhaltender als in den vergangenen Jahren. Die großen Auto-Werke drängen nachhaltig in die Klassik-Szene, weil sie wahrscheinlich das Potenzial erkannt haben. Ansonsten sah man viel gewohntes,  richtige Überraschungen blieben aus. Ein Quell reiner Freude sind wie immer die Club-Stände, die mit viel Charme und Ideen das ganze auflockern aber leider im Rückzug gegen zahlende Händler sind.

Unser traditionelles Mittagessen beim Franzosen war wie gewohnt exzellent, wenn auch nicht ganz preiswert. Am Stand der Jaguar und Healey Freunde nutzten wir die Gelegenheit, Gleichgesinnte bei Kaffee und Kuchen zu treffen.

Der gefühlte Besucherrückgang kann durchaus mit der Zeitgleichheit der Messen erklärt werden. Abschließende Erkenntnis: ein Besuch wert, aber nicht unbedingt erforderlich.

Rallye „Rund um Schotten“

berichtet von Jochen Extra

Vom 16.-18. Februar fand die Winterrallye „Rund um Schotten“ statt. Für das Extra-Mobile-Racing-Team war das Team Davids/Bremer am Start. Willy Davids ist ja sonst eher mit seinem berüchtigten Race-Healey unterwegs, der jedoch gerade eine größere Revision bei uns durchläuft. Zum Glück gibt es ja noch einen Jaguar MK 1 im Fuhrpark, der auch schon Rallye-Erfahrung (Histo-Monte) gesammelt hat. Mit einem Satz neuer Winterreifen ausgestattet wurde die Schottenrallye angegangen.

Trotz winterlicher Temperaturen waren die Straßen großteils schneefrei, aber verschiedene schattige Plätze luden zu Driftübungen ein. Der Jaguar bewährte sich trotz längerer Standzeit sehr gut, was das Team erfreute, soll er doch zum Jahresende die legendäre Rallye LE-JOG in England bestreiten. Insider wissen was das bedeutet.

Alte Bekannte

berichtet von Jochen Extra

Bei der diesjährigen Black-Forest-Winterrallye, die zwei Tage lang durch den südlichen Schwarzwald tobte, gab es beim Zieleinlauf in Durbach ein Treffen der besonderen Art. Walter Röhrl hatte sich bereit erklärt, bei der Rallye das Vorausfahrzeug zu fahren. Das Extra-Mobile-Racing Team (Andre, Rick und ich) nutzte diese Gelegenheit, Walter mit einem besonderen Healey die Aufwartung zu machen: Dieser spezielle Healey war eben jener Race-Healey, den Walter 1996 am Nürburgring für uns pilotierte. Absolut spektakulär, wie Walter und der ebenfalls mitfahrende, bekannte Healey-Enthusiast Denis Welch mit ihren Big Healeys die gesamte Konkurrenz damals in Grund und Boden fuhren.

Als bekennender Healey-Fan war bei Walter natürlich die Freude groß über dieses Zusammentreffen und wir schwelgten etwas wehmütig über die gute alte Zeit.

Ebenfalls am Start war das Team Hegele mit einem 73er Porsche 911 (Ölklappen-Model). Dieter Hegele hat das Fahrzeug vor langer Zeit bei uns erworben. Die Stimmung war großartig, und man merkte, wie alle auf die neue Saison fiebern.

Nachdem wir alle ziemlich durchfroren waren, begaben sich die Teilnehmer zum Aperitif und wir machten uns wieder auf den Weg nach Hause.