Austin Healey 3000 – Le Mans Creation

berichtet von Jochen Extra

Die Marke Austin Healey, überaus erfolgreich im internationalen Rallyezirkus, war jahrelang mit ihren Fahrzeugen in Le Mans am Start, allerdings mit wechselndem Erfolg. Tragischer Höhepunkt war die unmittelbare Beteiligung eines Healeys an dem schwersten Unfall in der Motorsportgeschichte: 1955 in Le Mans.

Der hier gezeigt Healey wurde in Anlehnung an diese Le-Mans-Historie im Stil der damaligen Werksrenner (etwas freier interpretiert) aufgebaut. Mechanisch mit allen Goodies der damaligen Zeit ausgestattet (Scheibenbremsen, Webervergaser) und einer Karosserie mit typischer Heckfinne, präsentiert sich der Healey als Blickfang jeder Veranstaltung und bietet dazu noch ein atemberaubendes Fahrverhalten: Race feeling at its best.

Der Frosch Tinkerbell

berichtet von Jochen Extra

Dieser Austin Healey Sprite (Frog Eye) fand seinen Weg zu uns aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Kunde fand dieses Auto im Internet, Standort Holland. Laut Beschreibung ein ehemaliger Rennwagen mit sehr speziellen Modifikationen. Bei Rennwagen habe ich häufig etwas Bedenken, da sie meist eine tolle Historie aber auch schon ein abenteuerliches Leben hinter sich haben. Entgegen aller Erwartung fanden wir aber einen blitzsauberen, sehr aufwendig aufgebauten Healey vor. Keinerlei Spuren von früheren Unfallschäden, keinerlei Spuren von übermäßigem Verschleiß. Wild und abenteuerlich beklebt stand er da. Unser Kunde wollte einen Street-Racer mit Spaßfaktor, also eine ideale Ausgangsbasis. Der Wagen wurde gekauft und zu uns transportiert.

Nach der ersten Durchsicht war klar, verschiedene Rennkomponenten mussten wieder zurückgerüstet werden, um die TÜV-Hürde zu nehmen. Alles aber keine großen Sachen. Als größeres Problem stellte sich allerdings der hochgezüchtete Rennmotor heraus, der nach den ersten Probefahrten extrem Wasser im Öl hatte. Gemeinsam haben wir beschlossen einen etwas gemäßigten Motor zu verbauen, der auch für die Straße besser geeignet ist. So gerüstet war die TÜV-Abnahme kein Problem und als Abschluss wurde ein Wertgutachten erstellt. Der Frosch macht seither die Straßen um München herum unsicher.

Und wie kam der Frosch zu seinem Spitznamen? Das Heck zierte ein Abbild der Fee Tinkerbell, uns allen wohlbekannt aus der Peter Pan Geschichte.

MGA 1600 MK II – Coming home

berichtet von Jochen Extra

Diesen späten MGA haben wir 1985 für einen Kunden restauriert. Ausgehend von einem mehr oder weniger vollständigen Schrotthaufen lieferten wir unserem Kunden ein perfektes Auto. Dies war übrigens eine unserer ersten Vollrestaurationen. Der Aufwand war enorm, aber das Ergebnis sprach für sich. Nach kurzer Zeit fand allerdings aus familiären Gründen eine Trennung von Fahrzeug und Besitzer statt. Und wir verloren diesen MGA über Jahrzehnte völlig aus den Augen.

Bis ein anderer Kunde, der auf der Suche nach solch einem Fahrzeug war, uns plötzlich kontaktierte. Er hätte solch ein Fahrzeug angeschaut, das auch noch unseren Aufkleber am Heck trage. Großes Rätselraten, bis klar war, dies war unser verschollener MGA. Jahrzehntelang in einer Fahrzeugsammlung eingelagert, fand dieser MGA wieder zu uns zurück. Die lange Standzeit hatte zwar ihren Tribut gefordert, aber im Großen und Ganzen stand er noch genauso da wie bei der Auslieferung damals. Eine behutsame Überarbeitung der technischen Komponenten, neuer TÜV und ein aktuelles Wertgutachten, und der MGA war „back on the road“.

Motor Klassik: Dezember 2017

Vor Wochen erreichte uns ein Anruf des Motor Klassik Magazins. Geplant war eine Titelstory mit dem Vergleich von Jaguar E V12 und Jaguar XJS. Zwei unterschiedliche Sportwagen mit dem gleichen Herz. Motor Klassik war auf der Suche nach solchen Fahrzeugen in einer bestimmten Farbkombination. Mein Freund Bernd Breuer hatte zufällig genau das Gewünschte im Stall.

An einem sonnigen Herbsttag wurde die Story mit unserem Mitarbeiter Moritz und mir abgelichtet. Ein netter Tag zum Saisonausklang.

Jaguar XK 120

Gleich zwei außergewöhnliche Jaguar trafen sich in unserer Werkstatt. Und obwohl wir solchen Autos immer mit einer gewissen Achtung begegnen, hatten sie ziemlich schnell und respektlos ihre Spitznamen weg:

Der  Fliegende Teppich,
ein früher roter XK 120 kam nämlich direkt von Dubai zu uns eingeflogen. Sein Besitzer wollte den XK eine Saison in Europa lassen, um damit verschiedene Events zu fahren. Vorher sollte er noch bei uns durchgesehen und fit gemacht werden. Es stellte sich aber  heraus, das die Wartung in Dubai wohl mit mehr Begeisterung als Sachverstand durchgeführt worden war. Es gab einiges zu tun. Fahrwerk, Bremsen, Motoreinstellung und tausend Kleinigkeiten waren instand zu setzen. Nach der Saison entschwebte der XK wie der sprichwörtliche fliegende Teppich wieder in seine Heimat.

Die Thermoskanne,
ein sehr früher Aluminium-XK 120 kam wegen sprichwörtlicher Unfahrbarkeit zu uns. Ein außergewöhnliches Fahrzeug. Ein XK mit Aluminiumkarosserie, die irgendwann entlackt, poliert und auf Race-Trimm umgebaut wurde. Allerdings hatte dieser XK gravierende Fahrwerksprobleme, bei der ersten schärferen Probefahrt schüttelte sich das Fahrwerk dermaßen auf, das man nur mit äußerster Gewalt das Lenkrad festhalten konnte. Die komplette Radaufhängung wurde zerlegt, überholt und neu eingestellt. Mit dem Ergebnis, das der Besitzer hocherfreut meinte, ein neues Auto zu haben. Auch die Thermoskanne nahm zusammen mit dem fliegenden Teppich an verschiedenen Veranstaltungen teil.

Six Hours in Spa, 2017

berichtet von Jochen Extra

Etwas überrascht stellte ich bei der diesjährigen Teilnahme an den Six Hours fest, dass ich ein kleines Jubiläum feiern konnte. Ein viertel Jahrhundert Spa. Was für eine Zeit. Meine Kinder sind in Spa groß geworden, Triumph und Niederlage lagen oft nah beieinander. Große oder kleine Freitagsgrillgelage, sintflutartige Regenfälle, eiskalte Nächte im Transporter, aber immer gute Stimmung, sympathische Teilnehmer und ein großartiges Starterfeld.

Dieses Jahr ging es ohne meine Jungs hin, da sie zurzeit mehr mit dem Studium als mit Autorennen beschäftigt sind. Unser traditionelles Freitagsgrillen fand diesmal also in kleiner Runde mit Kiran, einem Mitarbeiter statt.

Hilfestellung leisteten wir dem Rothenberger-Team, Gaeton startete wie gewohnt im 6-Stunden Hauptrennen mit dem Shelby GT 3500.

Der Gang durchs Fahrerlager zeigte wie gewohnt Hochkarätiges. Alleine 35 (!) Renn-E-Types und 14 GT40 sprechen für sich. Etwas nachdenklich stimmt allerdings die Tatsache, dass sich mittlerweile jeder mit dem nötigen Budget ein niegelnagelneues siegfähiges Gefährt kaufen kann, das aber auf keiner historischen Basis mehr beruht. Sei es drum, tolle Autos allemal. Selbst Jaguar-Classic springt auf den E-Type-Hype auf und präsentierte sich im Fahrerlager mit ihrem Reborn-Programm.

Trotz schlechter Wettervorhersage blieb es überwiegend trocken. Das 6-Hours-Race sorgte mit den üblichen Dramen und Kaltverformungen für einen spannenden Rennverlauf.

Am Sonntagmorgen dann großes Reinemachen und ab nach Hause. Wie immer eine Wahnsinns Veranstaltung mit potenziellem Suchtfaktor.

Opel Super 6

berichtet und fotografiert von Erik Schrader, gefahren von Harald Mack, Mai 2014

Eigentlich ein Leckerbissen, der Opel Super 6, als er 1937 und 1938 gebaut wurde. Ein 2,5 Liter großer Sechszylindermotor mit seitlicher Nockenwelle, ein zumindest im zweiten und dritten Gang synchronisiertes Getriebe, dass kein Zwischengas beim Herunterschalten mehr benötigt, ein Kastenrahmen, auf dem die Karosserie ruht und der durch Quertraversen stabilisiert wird. Genau dieser Kastenrahmen ließ sich prima nutzen um unterschiedliche Karosserievarianten von der Limousine bis hin zum sportlich (aussehenden) Roadster zu realisieren.

Der Super 6 auf den Bildern ist ein fünfsitziges Cabriolet, mit dem sich vorzüglich über die Landstraßen cruisen lässt – mit den drei zur Verfügung stehenden Vorwärtsgängen. Sportliche Ambitionen sind diesem Modell dabei vollkommen fremd, sodass man sich sogar das Überholen eines Busses verkneift. Ein Entschleuniger.

Schade, dass sich in naher Zukunft kaum jemand mehr für diese Art Fahrzeug interessieren und sie pflegen und benutzen wird.

 

Nachtrag: Auf unserem Facebook-Profil, wo wir diesen Beitrag verlinkt haben, fanden wir diesen Kommentar, den wir auch hier veröffentlichen dürfen:

Mein Großvater hatte einen und mein Vater lernte das Auto samt Motor sehr gut kennen. Als er dann im 2.Weltkrieg in russische Kriegsgefangenschaft kam, hatter der Lagerkommandant so einen als Beutestück, der allerdings nicht funktionierte, mein Vater konnte das Auto aber wieder fahrbereit machen, was ihm letztendlich die Freiheit brachte! Wenn er uns die Geschichte erzählte, kamen ihm immer die Tränen, er hat von seiner Kompanie im Leben nie wieder jemanden getroffen …
Werner L. E.

Land Rover Series One, 1956.

Land Rover Series One von 1951

berichtet von Erik Schrader, November 2013

Du solltest vielleicht noch für ein paar Euro tanken, wenn Du weiter fahren willst. Jochen Extras Rat war gut gemeint, aber … wie setzt man ihn in die Tat um?

Eine Runde um den Land Rover drehen und nach einer Klappe oder direkt nach dem Tankeinfüllstutzen suchen. Nichts. Als Nächstes das Verdeck der kleinen Ladefläche losfummeln und den schweren Stoff zurückschlagen, mit den Augen die Dunkelheit absuchen. Wieder nichts. Im Cockpit nach einem verdeckten Schalter suchen und dabei feststellen, die – so genannte – Polsterung ist beweglich, ist abnehmbar. Unter dem Polster des Fahrersitzes eine Klappe und darunter ein großer Schraubverschluss. Der Tank.

Der Landy startet beim zweiten Schlüsseldreh, wenn man den Fuß auf dem Gaspedal stehen lässt. Es rappelt und klappert. Meine Zähne auch, so sehr schüttelt es den Wagen. Den Gang einlegen, die Kupplung kommen lassen und mit wenig Gas losfahren. Funktioniert alles tadellos. Kupplung treten, den zweiten Gang einlegen und an Fahrt gewinnen. Den dritten Gang, den Vierten. Merken, der Wagen wird deutlich langsamer. Noch langsamer. Den Hügel hoch geht also nicht im Vierten. Im Dritten mit viel Gas, mit ungefähr 50 km/h. Der Bus hinter mir würde ja gerne vorbei. Ich habe keinen Fahrplan einzuhalten und fahre erstmal rechts ran. Am Berg anfahren. Auch dass ist kein Problem, wenn man sich erst einmal an die Pedalerie gewöhnt hat. Das sind weder hängende noch stehende Bedienelemente, sondern solche, die man senkrecht nach unten bewegen muss. Hockende Pedalen könnte man vielleicht sagen.

An der Tankstelle einbiegen, die Zapfsäule natürlich an der falschen Seite ansteuern. War ja klar. Aber kein Problem, die Beifahrertür läßt sich ja um 180 Grad gedreht öffnen. Also das Polster vom Fahrersitz abnehmen, die Klappe und den Deckel öffnen, den Tankschlauch, vom Beifahrersitz aus von der Zapfstelle aus durch den Wagen ziehen. Tanken. 20 Liter. Das reicht für die Strecke, die ich plane. Hoffentlich. Was verbraucht der Landy wohl? Egal.

Ein für den allgemeinen Verkehr freigegebener Weg durch den Wald, den aber keiner befährt, weil er zu steil und vor allem zu unbefestigt ist. Also unten am Anstieg den ersten Gang einlegen und den Berg langsam hochrollen. Langsam und gemächlich. Nicht hochschalten, nicht mit dem Gasfuß zucken. Gleichmäßig. Schönes Gefühl, so unangestrengt trotz des geringen Drehmoment den der kleine Motor mitbringt. Leise ist er auch. Fast so, als wolle er kein Tier erschrecken oder gar, der typische Land Rover-Besitzer war auch Jäger, vertreiben. Der richtige Wagen also, um damit eine Runde durch die eigenen Ländereien zu drehen, dem Dorfmetzger einen Besuch abzustatten und ab und an den Anhänger mit dem Kaminholz aus dem Wald nach Hause zu ziehen. Der falsche Wagen um damit 30 oder 40 oder noch mehr Kilometer in die nächste Stadt zu fahren. Aber dafür hat der englische Großgrundbesitzer, dem dieser Land Rover vermutlich gehörte ja vielleicht auf eine Limousine zurückgreifen können. Der Landy durfte sich dann ausruhen. In der Scheune bei den anderen Landmaschinen.