Jaguar E-Type Series One. Rot.

berichtet von Erik Schrader, Februar 2014

Kein Anruf von Mr. High oder seiner Sekretärin, kein Griff nach der 38’er im Schulterhalfter beim Verlassen des Büro, Jeremias heiße ich nicht, Pfeife rauche ich nicht und eine Flunder habe ich auch noch nie geschrubbt.

Der Anruf kam von Jochen Extra, er hat einen roten E-Type aus der Serie 1 da, den ich Testfahren könnte. Nein, kein Roadster. Ja, das Coupé mit der wunderbaren Hecktür. Ja, 3,8 Liter Hubraum; ja, knapp 270 PS auf knapp 1300 Kilo. Die letzten beiden Teilsätze musste Jochen mir aber nochmals erzählen, als ich bei Extra Mobile aufschlug. Ich hatte bereits bei seiner Erwähnung von „Hecktür“ das Telefon aufgelegt und mich auf den Weg gemacht.

Er ist gar nicht so lang, der E-Type, wie man ihn sich vorstellt. Wenn man erst Mal drinnen Sitzt, fällt einem auch auf, das dass Auto wirklich ziemlich eng ist. Zumindest, wenn man fast zwei Meter an Körpergröße misst.

Eine Andauernde Gefahr für die Kniescheibe ist auf der Fahrerseite der tief in die Türöffnung gezogene Rahmen der Frontscheibe. Beim Aussteigen zumindest. Beim Einsteigen ist das egal, das Adrenalin, wenn man so einen Wagen entert, einfach noch ein bisschen zu hoch um solche Lapalien wirklich wahrzunehmen.

Da der nördliche Schwarzwald nicht New York/USA ist und ich nicht Jeremias, habe ich auf meiner Testfahrt gemütlich über die verwinkelten Straßen cruisen können. Dafür ist er gebaut. Eher ein Grand Tourismo als ein wirklicher Sportwagen. Klar, wenn es notwendig scheint, kann man dem Sechszylinder schon „die Sporen geben“, doch am meisten Spaß macht der Wagen einfach, wenn man, egal, wie er fährt, den Vordermann auf der Landstraße, nicht davonziehen läßt. Mit einem 50 Jahre altem Auto. Einer Ikone.

Danke an Andre Dickhoff als Fotofahrer und Juliane Packlin, die den Knipser durch den Schwarzwald kutschierte.